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Querpass

Andrew Celiker, Trainer bei RW Alverskirchen, hat gleich drei Nationen, für die sein Herz schlägt.

Die Türkei muss liefern

 

Von Helena Wilmer

(16.06.21) Bei so einer großen Auswahl, fällt es Andrew Celiker schwer, sich für ein Nationalteam entscheiden zu müssen. In den USA geboren, als Kind und Jugendlicher in der Türkei gelebt und seit etwa zehn Jahren in Deutschland. Da schlägt das Herz für mehrere Teams, auch wenn die USA sich bei der Europameisterschaft schonmal selbst ausschließt. „Wenn ich mich entscheiden müssten, dann für die USA. Da die aber ja bei dem Turnier nicht dabei sind, würde ich zu Deutschland tendieren, wobei ich aber glaube, dass es die Türkei ebenfalls über die Gruppenphase schafft“, erzählt der Trainer, der die Frauen von RW Alverskirchen trainiert.

Die Türkei legte gegen Italien mit einer 0:3-Pleite einen enttäuschenden Start hin, doch Celiker glaubt, dass sich die Mannschaft noch fangen wird. „Das ist ein neues und sehr junges Team, aber da sind gut ausgebildete Spieler dabei. Ich denke, die Nervosität und Unsicherheit wird sich legen, sodass sie Wales und die Schweiz besiegen werden.“ Sein Tipp dabei: Heute Abend um 18 Uhr gewinnt die Türkei mit 3:1 gegen Wales. Die Schweiz soll am Sonntag mit 2:1 besiegt werden. „Wenn die Mannschaft mutiger spielen wird und ihr eigenes Spiel durchsetzt, dann ist der zweite Platz in der Gruppe auf jeden Fall machbar.“

Lange Reise bis Westbevern

Das Celiker sich – soweit es die Arbeit zulässt – jedes Spiel der EM anschaut und auch sonst sehr fußballbegeistert ist kommt jedoch nicht von irgendwo. Der Coach ist in Texas geboren, ehe er mit seiner türkischen Mutter in die Türkei ging. Dort blieb er bis zum Abschluss des Gymnasiums mit 17 Jahren, um dann wieder in die USA zu ziehen. In Amerika angekommen, trat er der Armee bei, wo er auch drei Jahre in Deutschland stationiert war und dort seine Frau kennen lernte. Erst ging es dann gemeinsam wieder nach Amerika, ehe die zwei vor zehn Jahren nach Deutschland kamen. Mittlerweile wohnen sie in Westbevern.

Der Fußball hat ihn dabei die ganze Zeit begleitet und wurde ihm mehr oder weniger in die Wiege gelegt. Sein Onkel Yilmaz Gökdel war ein türkischer Spieler und Trainer. Er spielte bei  Galatasaray Istanbul und wurde dreimal Pokalsieger. Auch in der Nationalmannschaft kam er einige Male zum Einsatz, ehe er seine aktive Karriere beendete und erste Erfahrungen als Co-Trainer bei Galatasaray machte. Im Jahr 1984 war Yılmaz Gökdel dann für zwei Spiele Trainer der türkischen U21-Nationalmannschaft, bevor er zum Trainer der Nationalmannschaft befördert wurde. Dieses Amt behielt er jedoch nur bis 1985 inne. „Zu den früheren Zeiten sah man das noch nicht so eng, da hat mich mein Onkel einfach oft mit auf den Platz genommen und ich saß als kleiner Junge auf der Ersatzbank, was sicherlich mein Interesse an Fußball geprägt hat“, so Celiker.

Weg zum Coach

Auch er selbst war aktiv, spielte in der Mannschaft der Army und wurde dort zum Spielertrainer. Als er dann nach Westbevern kam, kickte er bei den Altherren mit. Zum Traineramt bei den Frauen kam er dann aber doch etwas überraschend. Er wurde angesprochen, da für die U15 Mädels vom SV Ems Westbevern ein Coach gesucht wurde. Celiker nahm die Aufgabe an und machte seinen Trainerschein. 2015 wagte er dann den Sprung zu den Frauen des BSV Ostbevern in die Westfalenliga. Nach drei Jahren beendete er seine Trainertätigkeit dort jedoch und nach einem Abstecher zum BSV Brochterbeck trainiert der Amerikaner nun seit einer Saison die Frauen von Rot-Weiß Alverskirchen. Heute Abend richtet er seine Aufmerksamkeit aber nicht auf den Amateurfußball, sondern ganz nach Baku, wo die Türkei um 18 Uhr gegen Wales antritt. 



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