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Regionalliga West

Zweimal wurde Deniz Bindemann nun schon in den Spieltagskader des SC Preußen Münster berufen.

Juwel aus dem Borussen-Stall


Von Christian Lehmann

(16.03.21) Am 3. Februar feierte Deniz Bindemann seinen 18. Geburtstag. Ein kleiner Feiertag war für den gebürtigen Münsteraner allerdings bereits der 23. Januar. Beim Auswärtsspiel des SC Preußen Münster in Bergisch Gladbach stand das Talent erstmals überhaupt im Regionalliga-Kader der Adlterträger. Zwar warf Sascha Hildmann ihn bisher noch nicht rein, aber der SCP-Coach vertraut dem Sturmtalent, obschon es ihm derzeit an Alternativen nicht wirklich mangelt. Beim 1:0-Triumph am Samstag gegen Rot-Weiß Essen war Bindemann wieder mittendrin, wenn auch noch nicht ganz dabei. Es scheint allerdings nur eine Frage der Zeit, bis auch das nächste von etlichen vielversprechenden Preußen-Talenten den nächsten Schritt macht. 

Richtig stolz auf seinen Filius ist Hakan Demir, langjähriger Trainer diverser Teams bei Borussia Münster. Der heutige Coach der Zweitvertretung (Kreisliga B1) hat Bindemann früher selbst in der Jugend der Borussen gecoacht. "Man hat schon früh gesehen, dass er vor den Ball treten kann. Deniz ist sehr selbstbewusst und weiß, was er kann. Das finde ich gut."

"Instinkt-Fußballer"

Auch Tommy Indlekofer, einer der frühen Förderer Bindemanns bei den Preußen, kann das bestätigen. "Ich muss ein bisschen schmunzeln, wenn ich an Deniz denke. Als er zu uns gekommen ist, war er verletzt und sein Fitnesszustand nicht der Beste. Er hat sich brutal entwickelt, ich bin stolz auf seinen Werdegang." Dass der junge Fußballer Dinge mit der Kugel kann, die andere nicht können, fiel früh ins Auge. "Er ist ein totaler Instinkt-Fußballer. Ich bin jetzt seit zehn Jahren bei Preußen dabei und habe selten einen Spieler gehabt, der in diesem Alter schon so abgezockt ist", sagt der U14-Coach des SCP. Mit seiner Unbekümmertheit erinnert Bindemann ihn an den jungen Tobias Warschewski. Einen ähnlichen Weg wie ihm oder Cyrill Akono, der inzwischen beim VfB Lübeck in der 3. Liga spielt, traut er auch Deniz Bindemann zu.

Dass er den Sprung in den Profifußball an der Hammer Straße wagt, hält Indlekofer derweil für die richtige Entscheidung: "Er braucht sein Nest, aber wenn er sich weiter so entwickelt, kann er den Durchbruch schaffen." Vom regelmäßigen Training mit erfahrenen Profis wie Gerrit Wegkamp könne der Jungspund nur profitieren. So habe er etwa eine seiner früheren Schwächen, die Rückwärtsbewegung, extrem verbessert. "Ich wurde gut aufgenommen. Fußballerisch war's am Anfang etwas schwierig, weil ich aus einer langen Pause kam", erklärt uns Bindemann. "Das Spiel ist viel schneller und körperlicher, die Qualität ist besser, aber ich bin inzwischen relativ gut reingekommen."

Keine Nervosität beim Kracher gegen RW Essen

Als Lohn für seine gute Trainingsarbeit wurde der Jungspund zuletzt auch in den Spieltags-Kader für die Partie gegen Rot-Weiß Essen berufen. "Ich habe mit mehr Nervosität gerechnet, das war aber nicht der Fall", schildert Bindemann seine Sicht auf das Traditionsduell. Natürlich hatte er insgesamt auf einen Einsatz gehofft. "Man will immer spielen, aber die Mannschaft hat das ja gut gemacht. Mir haben schon ein paar Leute geschrieben, dass ich jetzt auch mal spielen soll, aber ich habe ja noch Zeit. Vielleicht kann ich ja in einem Spiel, das nicht so knapp ist, mal reinschnuppern...", hofft er. Wer weiß, vielleicht klappt's ja schon im Nachholspiel gegen den SV Straelen am Mittwoch mit ein paar Einsatz-Minuten. Am Dienstag gibt Hildmann den Kader für die Nachhol-Partie bekannt.

Bis 2022 hat sich Bindemann schon vor einem Jahr fest an den Klub von der Hammer Straße gebunden, das war in Anbetracht der Konkurrenz im Werben um den Stürmer alles andere als selbstverständlich. Der VfL Bochum, der VfL Osnabrück und Bayer Leverkusen hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Interesse am Ausnahmetalent bekundet, mit Bayer 04 war man sich sogar bereits weitestgehend einig. Der frühere Sportchef des SCP, Malte Metzelder, setzte sich jedoch vehement für einen Verbleib Bindemanns ein.

Borussia Münster im Herzen

"Wir sind super glücklich und dankbar, dass er schon jetzt bei den Profis reinschnuppern darf. Ich glaube auch nicht, dass das eine PR-Nummer ist. Der Junge hat eine echte Chance, aber was er will, muss er letztlich selbst entscheiden", sagt Papa Hakan Demir, der gleichzeitig als Berater fungiert. "Münster hat mir eine gute Perspektive aufgezeigt, deshalb bin ich hier geblieben. Ich möchte mich bei Preußen durchsetzen, danach schauen wir mal. Natürlich möchte ich Fußballprofi werden", erklärt derweil Bindemann. Der Junge weiß, was er will.

Er weiß aber auch, wo er herkommt. Seinen Heimatverein Borussia Münster hat er noch immer im Herzen. "Zwischendurch bin ich auch mal am Platz gewesen, als dort noch Spiele waren. Das kriegst Du nicht raus!", sagt er schmunzelnd.



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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SC Münster 08 II 19    65:11 55  
2    TGK Tecklenburg 20    81:24 51  
3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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