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Regionalliga West - Anschwitzen

Lottes Abwehrturm Jesse Tugbenyo (r.) dürfte auch Mittwochabend viel zutun haben. Foto: Renger

Tatsächlich mal ein Sechs-Punkte-Spiel


Von Fabian Renger

(06.04.21) Hoffentlich läuft's bei seiner Mannschaft besser. Bei der virtuellen Pressekonferenz vorm Gastspiel beim SV Bergisch Gladbach hat SF Lottes Coach Andy Steinmann zunächst ein paar kleinere Interproblemchen. Stecker raus, Stecker rein - man kennt's. Das sollte seiner Elf am Mittwochabend nicht passieren. "Es kommt auf jede Minute an", sagt der Trainer. Und eben darum, vom Anpfiff weg geistig da zu sein.

Das ist nötig. Bergisch-Gladbach ist mit 26 Zählern 19., Lotte mit drei Punkten mehr auf Rang 17 platziert. Ein Sieg wäre zwar auch diesmal nur drei Punkte schwer, aber ja, doch: Es wäre tatsächlich so gesehen im direkten Verhältnis ein Sechs-Punkte-Spiel. Dieser nervötende, sachlich inkorrekte Begriff aus der Untiefe des Fußball-Abstiegskampf-Phrasenschweins stimmt also diesmal. Und genau deswegen grübelt Steinmann auch noch auf der taktischen Seite.

"Jedes Spiel ein Endspiel"

Er liebäugelt offen mit der Systemumstellung von der Vierer- auf eine Dreier- bzw. Fünferkette. Aber: Kommt die Mannschaft von Beginn an damit klar? Oder hat sie Anpassungsprobleme? Das wäre nicht optimal, denn wie formuliert es der Übungsleiter: "Wir müssen jedes Spiel als Endspiel ansehen." Mindestens ein Punkt soll es daher schon werden, alleine schon, um die Distanz zu wahren. Gerne mehr.

Was er für einen Kontrahenten erwartet, verrät er auch. Einen, der sich mit Haut und Haaren dagegen wehren würde, dass der Gegner zu Torchancen komme. Verteidigen hätten sie drauf, die Gastgeber vom Mittwoch. Oft, so Steinmanns Blick auf Bergisch Gladbach, sei die Truppe von Coach Helge Hohl eine Halbzeit relativ forsch und die andere relativ dicht gestaffelt unterwegs. Dann heißt es: Fünferkette und ab dafür, Konterfußball. 18-Tore-Mann Serhat Koruk haben die Sportfreunde ebenso auf dem Zettel wie Kelvin Lunga. Den 26-jährigen Außenspieler kennt Steinmann noch aus Rödinghausener Zeiten. "Er ist eine Waffe und megaschnell", so der SFL-Trainer, der noch einmal betont: "Bergisch-Gladbach lässt nicht viel zu!"

Monat der Entscheidung?

Da müssen die SFL also Lösungen finden, mal torgefährlich(er) werden. Nicht gerade ihre Lieblingsdisziplin. "Ich bin schon davon überzeugt, dass wir das bessere Team sind", hat der SFL-Seitenlinen-Boss zwar festgestellt. Aber das alleine reicht nicht immer. Fakt ist: Der Stecker muss direkt funktionieren. Denn in den nun bis zum 5. Mai anstehenden fünf Begegnungen (Bergisch-Gladbach, Straelen, Homberg, Wuppertal, Aachen) bekommt es Lotte ausschließlich mit Teams von Platz 10 und abwärts zutun. Der Monat der Entscheidung? Womöglich. Jede Minute zählt. 

Anschwitzen, 34. Spieltag - Das machen Lotte und die Preußen

Könnte zurückkehren: Dennis Daube. Foto: Renger

SC Preußen Münster - Bor. Dortmund U23 (Mi., 18.30 Uhr)

Die Chancen, dass die Preußen auch dem unangefochtenen Tabellenführer in die Suppe spucken, könnten diesmal größer kaum sein. Seit sagenhaften 13 Spielen sind die Männer um Trainer Sascha Hildmann nun ungeschlagen, nur aufgrund der etwas besseren Tordifferenz ist der BVB derzeit das beste Team der Rückrunde - beide haben nach der Winterpause aus elf Spielen 27 Punkte geholt. Bei den Borussen werden jedoch mit Kapitän Steffen Tigges und Flügelflitzer Ansgar Knauff die beiden Topstars fehlen, beide reisten mit den Profis zum Champions League-Viertelfinale nach Manchester. Auch Taylan Duman (Muskelbündelriss), Moritz Broschinski (Muskelverletzung), Patrick Osterhage (Aufbautraining) und Maximilian Hippe (Bänderriss) stehen nicht im Kader. Die Einsätze von Haymenn Bah-Traoré und Dominik Wanner stehen auf der Kippe. Die Preußen können wahrscheinlich wieder auf Dennis Daube setzen, müssen aber auch auf ihren Toptorjäger verzichten, denn Alex Langlitz brummt seine fünfte Gelbe Karte ab. Ob es nach zwölf Tagen Pause für Stürmer Gerrit Wegkamp (Muskelverletzung) reicht, ist offen.

BVB-Coach Enrico Maaßen erwarten einen lautstarken, aggressiven und wuchtigen Gegner. "Münster ist ein starker Gegner. Das haben wir auch im Hinspiel erlebt. Sie spielen sehr physisch und agieren oft mit langen Bällen und Verlagerungen. Sie sind sehr erfahren und haben viele Spieler in den eigenen Reihen, die schon höherklassig gespielt haben. Zudem sind sie ausgeruht. Für uns wird es wieder ein anspruchsvolles und intensives Spiel", sagte er gegenüber Reviersport.  Bei den Dortmundern zählt übrigens ein Münsteraner zu den Leistungsträgern. Öffnet externen Link in neuem FensterAlaa Bakir (20) wurde beim TSV Handorf ausgebildet und war in dieser Saison in 30 Spielen an 13 BVB-Treffern beteiligt.

Neu ist übrigens, dass der Zutritt zum Preußen-Stadion den wenigen Personen zukünftig nur mit einem negativen, maximal 24 Stunden alten Corona-Schnelltest gewährt wird. Auch unmittelbar am Stadion soll es eine Testmöglichkeit geben.

Heimspiel-Tipp: Preußens Serie hält. Gegen die Borussen gibt's eine Punkteteilung. 2:2.

SV Bergisch Gladbach - SF Lotte (Mi. 19.30 Uhr)

Drilon Demaj? "Er wird wohl noch eine Woche pausieren müssen", sagt Steinmann. Sein Bruder Leon befand sich am Dienstagmittag beim Doc, doch ob dessen Oberschenkel einen Einsatz möglich macht? Steinmann ist pessimistisch, bislang fehlte Lottes Chef-Ballermann (Neun Tore) noch beim Mannschaftsttraining. Auch Emre Aydinel hat seit dem Training vom Ostermontag Bänder-Beschwerden. "Wir werden bei beiden nichts riskieren", sagt der Coach. Hinten dürfte er wohl wieder auf den Jesse Tugbenyo und Luca Menke setzen. Vorne könnte in der Startaufstellung bei einem Ausfall von Aydinel und von Leon Demaj die Stunde von Bennet van den Berg und/oder Conrad Azong schlagen. Wenn denn bei den Witterungsverhältnissen überhaupt gespielt wird.

Bergisch Gladbach-Trainer Hohl wiederum bemerkt auf Öffnet externen Link in neuem Fensterder Vereinshomepage, dass die SFL weit unter Wert im Tableau zu finden seien. "Sie spielen sich viele Chancen heraus und agieren offensiv mit viel Tempo.“ Abwehrchef Andy Habl kehrt zurück nach abgesessener Gelbsperre in den Kader zurück, Mittelfeldmann Glody Ngyombo könnte auch wieder zur Verfügung stehen.

Heimspiel-Tipp: Es wird - oh Wunder! - gespielt. Lotte freut's. Die Sportfreunde gewinnen 2:0.

Anschwitzen - Die restlichen Spiele

"Intensiv, offensiv, aggressiv und attraktiv" - so lautet die Marschroute von Ahlens Cheftrainer Andreas Zimmermann. Foto: Renger

SV Rödinghausen - RW Essen (Mi., 18.30 Uhr)
"Öffnet externen Link in neuem FensterBis ans Ende der Welt nur mit dir, Rödinghausen! Unsere Treue schwören wir. Nur dir, nur dir." versus "Seid wir Zwei uns gefunden - Oh, RWE! Kenn ich nur frohe Stunden - Oh, RWE!". Also den Wettbewerb der Vereinshymne gewinnt Öffnet externen Link in neuem Fensterdefinitiv Essen. Mehr Ohrwurm geht gar nicht. Bei neun Zählern Rückstand auf den BVB geht auch wohl gar nicht mehr Nichtaufstiegsfrust bei den Essenern. Und: Bei nur einem Sieg in Rödinghausen (in 2014/15) geht auch gar nicht mehr ungeliebtes Terrain...
Heimspiel-Tipp: Oh, weh, RWE - 2:1!

FC Schalke 04 U23 - SC Wiedenbrück (Mi., 19 Uhr)
44 Punkte! In Wiedenbrück feierte man nach dem 2:1 über RW Oberhausen bereits den Klassenerhalt. Nächstes Ziel: 52 Punkte, wie Öffnet externen Link in neuem Fensterbei der Glocke zu lesen war. So viele gab's erst einmal. In 2017/18 war das. Könnte der aktuelle Neunte also durchaus noch erreichen in den verbleibenden neun Partien.
Heimspiel-Tipp: Schalke holt punktemäßig auf und zieht gleich mit dem SCW. Der hat vielleicht zu viel gefeiert. 3:1

Wuppertaler SV - FC Wegberg-Beeck (Mi., 19.30 Uhr)
"Dieses Tor ist nicht das letzte Tor, hojahojahoooo". Öffnet externen Link in neuem FensterDie Torhymne des WSV ist legendär. Wegberg übrigens ist da eher oldschool unterwegs, da läuft Scooter mit "Always hardcore". Ist auch in Ordnung. Nicht in Ordnung: Das Spiel steht wegen des Schnees auf der Kippe. Eine Platzkommission entscheidet am Mittwoch. Probleme gibt's beim WSV auch finanziell, wie der Öffnet externen Link in neuem FensterReviersport nun berichtet.
Heimspiel-Tipp: Die WSV-Bilanz in 2021: Sieben Siege, zwei Niederlagen, zwei Remis. Das dritte folgt. 0:0.

SV Straelen - 1. FC Köln U23 (Mi., 19.30 Uhr)
Acht Starter beim Kölner 2:1-Erfolg über Bergisch Gladbach am vorigen Wochenende waren 20 Jahre oder jünger. Vielleicht liegt's daran, dass es auswärts noch gar nicht läuft. Erst drei Siege in der Fremde, einen in diesem Kalenderjahr. Problem für den SVS: Straelen gewann zuhause auch erst viermal. Auswärts ist Straelen dagegen die fünftbeste Mannschaft. Vielleicht sollten beide über einen Heimrechttausch nachdenken...
Heimspiel-Tipp: 1:1.

VfB Homberg - Alemannia Aachen (Mi., 19.30 Uhr)
Acht Spiele in Serie ohne Sieg. Am Aachener Tivoli brennt der Baum. Die Alemannia ist inzwischen auf den 14. Platz durchgereicht worden. Das ist übel. Homberg kassierte derweil in diesem Kalenderjahr erst einmal mehr als zwei Gegentreffer - und zwar zum Jahresstart Mitte Januar. Das  ist stark für eine Mannschaft von unten. Ein Punkt Vorsprung hat der VfB auf die Abstiegsplätze.
Heimspiel-Tipp: Aachen taumelt weiter. 3:1.

Fort. Düsseldorf U23 - SV Lippstadt (Mi., 19.30 Uhr)
Torloses Remis gegen Wegberg. Mega-meh, lieber SV Lippstadt! Das Team verharrt auf dem 18. Rang, zwei Punkte hinter Lotte. Das sieht nicht gut aus. Positiv: Fabian Lübbers kehrt zur neuen Saison zurück. Der langjährige Teamkapitän und Pflichtspiel-Rekordhalter (250) des Clubs kommt von Schalkes U23. Der 29-jährige Innenverteidiger wird in der neuen Saison Chefcoach Felix Bechtold obendrein als Co-Trainer für die Spielanalyse helfen. Ligaunabhängig - ehrenhaft!
Heimspiel-Tipp: Düsseldorf siegt, Lippstadts Leiden gehen weiter. 2:1

Fortuna Köln - RW Ahlen (Mi., 19.30 Uhr)
„Intensiv, offensiv, aggressiv und attraktiv – so wollen wir spielen", verrät RWA-Coach Andreas Zimmermann vor dem Spiel in Köln. Öffnet externen Link in neuem FensterDie Kollegen der WN setzen ihn als Tankwart in Szene. Hmm.
Heimspiel-Tipp: Der Vierte aus Köln schlägt das Schlusslicht sauber mit 4:1

RW Oberhausen - Bonner SC (Mi., 19.30 Uhr)
In Wiedenbrück 1:2 verloren. Die zweite Auswärtsniederlage in Folge, drei Spiele ohne Sieg. RWO-Coach Mike Terranova spricht Öffnet externen Link in neuem Fensterbeim RevierSport gar von einer Ergebniskrise. Der BSC möchte unterdessen sein Punktepolster (Ein Punkt Vorsprung) auf die Rote Laterne und RW Ahlen ausbauen.
Heimspiel-Tipp: Der Vorletzte hat nix zu melden. 3:0.



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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SC Münster 08 II 19    65:11 55  
2    TGK Tecklenburg 20    81:24 51  
3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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