Suchbegriff:

Weitere Themen

Foto: freeimages.com

Wenn Fußball niemanden mehr interessiert 

 

Sportlich erlebte die Europameisterschaft am Sonntagabend beim temporeichen 3:2-Erfolg der Niederländer über die Ukraine ihren ersten Höhepunkt. Nach 0:2-Rückstand meldeten sich die Ukrainer mit einem Doppelschlag zurück, ehe der noch vor der Pause wegen zweier vergebener Großchancen gescholtene Denzel Dumphries fünf Minuten vor dem Ende den Siegtreffer markierte. Dass die Partie in Amsterdam und die paneuropäischen Titelkämpfe überhaupt einigermaßen unbeschwert über die Bühne gehen konnten, war nach den dramatischen Ereignissen einen Tag zuvor zunächst nicht unbedingt zu erwarten. Das konnten nicht einmal Wettanbieter wie Öffnet externen Link in neuem Fensterkelbet.de vorhersehen.

Es liefen die letzten Minuten der ersten Halbzeit im Duell zwischen Dänemark und Finnland in der Gruppe B, als Dänemarks Spielmacher Christian Eriksen plötzlich zu Boden ging und reglos liegen blieb. Mitspieler und Mediziner eilten herbei, die Mannschaft bildete einen Kreis um ihrem bewusstlosen Teamkameraden. Offenbar hatte Eriksen seine Zunge verschluckt. Er wurde noch auf dem Platz reanimiert und anschließend ins nahegelegene Krankenhaus gebracht. Die Mannschaften und 15.200 Zuschauer im Stadion in Kopenhagen blieben fassungslos zurück. 

Nach bangem Warten vermeldete der Dänische Fußballverband schließlich die erlösenden Worte: Eriksen lebt und ist stabil. In einem Facetime-Gespräch mit seiner Mannschaft rief er diese sogar dazu auf, das Spiel fortzusetzen. Die UEFA überließ die Entscheidung darüber beiden Mannschaften. Und tatsächlich: Sie spielten! 107 Minuten nach dem Eriksen-Schock pfiff Schiedsrichter Anthony Taylor aus England die Partie wieder an. Dass Joel Pohjanpalo die Finnen anschließend mit ihrem ersten Torabschluss zum 1:0-Sieg köpfte (60.), dass Emile Höjbjerg per Strafstoß die beste von zahlreichen guten Möglichkeiten der Dänen gegen Leverkusens Keeper Lukas Hradecky vergab (74.), interessierte am Ende niemanden mehr.

Als sich herausstellte, dass es Eriksen den Umständen entsprechend gut geht, folgte eine Welle aus Genesungswünschen für ihn und Anerkennung für seine Mitspieler, die in diesem unvorstellbaren Moment sehr feinfühlig reagiert hatten. Es wurde aber auch und vor allem darüber diskutiert, ob die UEFA die Partie nicht hätte abbrechen müssen. Die Öffnet externen Link in neuem FensterZDF-EM-Experten Per Mertesacker und Christoph Kramer, die nach den Geschehnissen selbst sichtlich unter Schock standen, kritisierten die Entscheidung. Martin Braithwaite, Stürmer des FC Barcelona, gab später zu, dass es einige Spieler nicht weiterspielen wollten. Im Nachgang räumte auch Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand ein, dass es besser gewesen wäre, die Partie nicht wieder anzupfeifen. In einer Pressekonferenz erklärte der Coach außerdem, dass die Geschehnisse in Kopenhagen auch noch einmal gezeigt hätten, wofür der Fußball neben der immer abstruser werdenden Kommerzialisierung auch stehen kann: Für Solidarität, Gemeinschaft, Mitgefühl, Liebe. Dass die Fans beider Nationen im Stadion minutenlang gemeinsam Eriksens Namen skandierten, sorgte für ein schauriges Gänsehaut-Gefühl.

Dänemark, der Europameister von 1992, möchte das Turnier gerne fortsetzen und für Eriksen spielen. Der meldete sich nun aus dem Krankenhaus, bedankte sich für die Anteilnahme und erklärte, er wolle nun erst einmal herausfinden, was genau ihm passiert sei. Seine Teamkollegen Kasper Schmeichel und Simon Kjaer haben ihn bereits besuchen dürfen. Die Vorbereitungen auf das nächste Gruppenspiel gegen Belgien am 17. Juni und die abschließende Partie gegen die Russen am 21. Juni stehen natürlich unter dem Eindruck dieses denkwürdigen EM-Auftakts. Das sportliche Abschneiden der Mannschaft um die Bundesliga-Stars Yusuf Poulsen und Thomas Delaney wird allerdings so oder so in den Hintergrund rücken ob dieses dramatischen Abends in Kopenhagen, bei dem sich das Schicksal zum Glück nochmal zum Guten gewendet hat.



Lesetipps der Redaktion
Kreisliga B1 MS: Aus BW Greven wurde der SV Greven 2021
(116 Klicks)
Bezirksliga 12: Nullacht in Not - Pokalkracher verlegt
(387 Klicks)
Bezirksliga 12: Carlo Hüweler ist Stammzellenspender der DKMS
(249 Klicks)
Kreisliga A TE: SW Lienen trennt sich von Ralf Krons und Hendrik Gerseker
(679 Klicks)
Kreisliga A Steinfurt: Der Schienenleger vom TuS Laer
(649 Klicks)

» Mehr Lesetipps

Top-Klicker der letzten 7 Tage
1 Oberliga Westfalen: Der FCE Rheine vor seinem ersten Pflichtspiel
» [mehr...] (494 Klicks)
2 Querpass: Die Auf- und Abstiegsregelungen der Saison 2021/22
» [mehr...] (458 Klicks)
3 Bezirksliga 7: Es läuft gut beim TuS Freckenhorst
» [mehr...] (421 Klicks)
4 Bezirksliga 12: Nullacht in Not - Pokalkracher verlegt
» [mehr...] (387 Klicks)
5 Landesliga 4: Henrik Heubrock kehrt zum VfL Senden zurück
» [mehr...] (283 Klicks)

» Mehr Top-Klicker

Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SC Münster 08 II 19    65:11 55  
2    TGK Tecklenburg 20    81:24 51  
3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

» Zur kompletten Tabelle