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Querpass

Wenn sich der Bezirksliga-Schiri verletzt


Von Fabian Renger

(05.10.21) Wenn sich ein Spieler verletzt, wird er ausgewechselt. Das ist ganz einfach. Falls sich ein Spieler verletzt und die Mannschaft das Wechselkontingent ausgeschöpft hat, muss diese Mannschaft in Unterzahl weiter spielen. Das ist auch ganz einfach. Doch was passiert eigentlich, sobald sich ein Schiedsrichter verletzt?

So geschehen am vergangenen Wochenende beim Spiel in der Bezirksliga 7 zwischen dem SV Neubeckum und Westfalia Soest. Referee Adem Akkaya konnte nicht mehr. Leisten- und Oberschenkel-Probleme  zwangen den Unparteiischen nach 38 Minuten zum frühzeitigen Pfiff zur Halbzeit. Er selbst war erledigt. Es fand sich allerdings kein Ersatz-Schiedsrichter/Spielleiter, der das Spiel hätte weiterleiten können.  Sodann wurde das Spiel beim Stand von 1:0 für die Gäste abgebrochen. Am kommenden Donnerstag (7.10.) geht's ab 18.30 Uhr wieder in Neubeckum bei Minute Null und 0:0 los. So viel vorweg: Staffelleiter Herbert Nüsken machte alles richtig.

Klare Regelung

"Das ist eigentlich klar geregelt, was in einem solchen Fall passieren sollte oder müsste", erklärt uns Jürgen Lütkehaus, Schiedsrichterobmann des Fußballkreises Steinfurt, auf.

Herren-Landesliga und höher: Einer der Assistenten springt ein

Oberhalb der Männer-Bezirksligen ist die Sachlage eh schnell geregelt. Verletzt sich beispielweise ein Landesliga-Schiedsrichter, hat einer seiner beiden Schiedsrichterassistenten das Spiel weiter zu leiten. Der klassenhöhere Assistent hätte in diesem Fall den Vorrang. Einfache Chose. Nachzulesen in der auch für den FLVW Öffnet externen Link in neuem Fenstermaßgeblichen Schiedsrichterordnung des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) unter "§ 5 Fehlen des Schiedsrichters".

Doch was passiert, wenn - wie in der Bezirksliga 7 der Männer - nur ein Schiedsrichter ohne Assistenten angesetzt ist?

Erste Lösung: Ein neutraler und befähigter Schiedsrichter

"Ist am Platz ein neutraler Schiedsrichter, der mindestens Kreisliga A pfeift, dann müssen sich die Schiedsrichter auf diesen Schiedsrichter einigen", erklärt Lütkehaus. 

Einfaches Beispiel. Der Schiedsrichter des Bezirksliga 12-Spiels TGK Tecklenburg - SV Burgsteinfurt verletzt sich. Zufällig steht am Platz ein Referee des TuS Recke, der normalerweise mindestens A-Liga pfeift. Dann MUSS dieser Schiedsrichter das Spiel fortführen.

So steht es auch beim WDFV.  Genauer gesagt steht dort: Die Spielführer beider Teams müssten sich um einen solchen Ersatz bemühen (z.B. durch Lautsprecher-Durchsage im Stadion oder Anruf beim Staffelleiter/Schiri-Ansetzer).

Die offiziellen WDFV-Voraussetzungen: Der Schiedsrichter darf weder Mitglied noch Angestellter einer der beiden beteiligten Clubs sein. Der potenzielle Referee muss mindestens in der nächstniedrigen Spielklasse pfeifen dürfen.

Wenn in unserem Beispiel die Tecklenburger sagen: Die Nase des Herrn aus Recke passt uns aber nicht, weil er aus der Nachbarschaft kommt, dann haben sie Pech gehabt. Denn: Ist ein Schiedsrichter anwesend, der die Kriterien "neutral" sowie "Betätigung in mindestens nächstniedriger Spielklasse" erfüllt, müssen beide Teams mit dem Unparteiischen leben. Andernfalls wären die Punkte weg, wie es der WDFV schreibt: "Lehnt eine Mannschaft einen Schiedsrichter nach Absatz 3 ab, so hat sie keinen Anspruch auf die Punkte des Spiels, wenn das Spiel aus diesem Grunde nicht stattfinden kann."

Zweite Lösung: Schiedsrichter einer der beiden Vereine

Natürlich sind längst nicht bei jedem Spiel Schiedsrichter anwesend, die die beiden Kriterien "neutral" und "nächstniedrige Spielklasse" erfüllen. Wie geht's weiter?

"Ist da kein neutraler Schiedsrichter, dann hat der Gast das Recht, einen Schiedsrichter aus seinen Reihen zu stellen. Wenn er keinen hat, hat der Heimverein das Recht, einen zu stellen", erklärt Lütkehaus. Das sonstige Einsatzgebiet des Schiedsrichters bzw. die Neutralität fallen weg. Beide Mannschaften müssten in diesem Fall schriftlich zustimmen.

Genauer gesagt dürfte laut WDFV-Statuten auch ein anwesender neutraler Schiri, der maximal Kreisliga B oder C pfeifen darf, das Spiel leiten. Auch hier bedürfte es allerdings eine Zustimmung der beiden Teams.

Dritte Lösung: Der Spielleiter

Und was passiert, wenn weiterhin kein aktiver Schiedsrichter zu kriegen ist? "Dann gehen wir zum Spielleiter über", sagt Lütkehaus. Sprich: Ein Betreuer o.Ä. der beiden Teams kann pfeifen, auch wenn er keinen Schiri-Schein hat. Vorausgesetzt, beide Mannschaften erklären sich schriftlich damit einverstanden. Es hat in diesem Fall auch wieder der Gast den Vorrang. Und wichtig: Der Spielleiter muss Vereinsmitglied in einem der Vereine des WDFV sein.

Der Unterschied: Neutraler, befähigter Schiedsrichter vor Ort? Ein MUSS-Szenario - die anderen beiden sind KANN-Szenarien

Den wichtigen Unterschied streicht Lütkehaus nochmal klar hervor: "Die letzten beiden Szenarien sind Kann-Szenarien. Einigen sich die Vereine in diesen Fällen nicht oder finden keinen Ersatz, wird das Spiel wiederholt." So geschehen in Neubeckum. Ist allerdings ein neutraler, befähigter Schiedsrichter vor Ort, MUSS gespielt werden. 



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