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Von der Kreisklasse bis zur UEFA Champions League - der Amateursport ist der wahre Champion


Viele junge Nachwuchsspieler träumen von einer glorreichen Karriere als Profifußballer. Nur für ganz wenige Talente geht dieser Traum in Erfüllung. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und reichen von Verletzungspech bis mangelnder Disziplin. Was bleibt, ist eine Zukunft im Amateursport - und der ist die Basis für alles.

Spaß steht im Vordergrund

Immer wenn der olympische Gedanke 'dabei sein ist alles' in unsere Ohren dringt, schwingt ein Hauch von Wehmut mit. Kaum ein Fußballer - und das lässt sich auf sämtliche Sportarten übertragen - nimmt an einem Wettbewerb teil, den er nicht gewinnen möchte. Damit ist die Aussage, die kein Geringerer als Historiker Pierre de Coubertin getätigt hat, zwar nicht widerlegt, aber zumindest muss sie in Relation zur Wirklichkeit gesetzt werden.

Auch Kreis- und Bezirksligisten gehen mit vollem Elan zur Sache, manchmal scheinen sie es gar zu übertreiben mit ihrem Übermut, um jeden Zentimeter Erde zu kämpfen. In den unteren Amateurligen steht der Spaß dennoch an erster Stelle - und dies unterscheidet sie in größtem Maße vom Profisport. Der wöchentliche Ausflug auf den örtlichen Sportplatz mit Kind und Kegel ist ein Familienerlebnis und führt zusammen.

Auch wenn das Spiel gegen den verhassten Lokalrivalen verloren geht und die Enttäuschung darüber verständlicherweise groß ist, wird der Frust danach in gemütlicher Runde bei einem kühlen Bier ertränkt. Viele bekannte Gesichter und Freunde stehen sich als Gegner gegenüber. Man kennt sich bestens. Die Punktprämie ist der geringste Antrieb, aus dem einfachen Grund, da diese meistens nicht existiert. Der gut gekühlte Kasten Bier steht in jedem Falle bereit - und zwar unabhängig vom Resultat des Spiels.

Bratwurst statt VIP-Loge

Abgesehen von einer zumeist chronisch blanken Vereinskasse unterscheidet sich der Amateurfußball auch in Sachen Ambiente und Infrastruktur wesentlich vom Profifußball. Das eine bedingt das andere, denn wo keine tatkräftige Finanzspritze in Form eines gönnerhaften Investors in der Hinterhand ist, kann auch keine Infrastruktur entstehen.

Viele klamme Vereine im Amateurbereich können ein Lied von dieser Problematik singen. Eine sportliche Weiterentwicklung kann logischerweise - wenn überhaupt - nur sehr schleppend gelingen. Doch an dieser Stelle muss die folgende Frage erlaubt sein: Geht es überhaupt immer um Entwicklung? In den ambitionierten Proficlubs gewiss, denn dies ist ihre Aufgabe und täglich Brot. Amateure indes müssen sich nahezu ausnahmslos mit limitierten wirtschaftlichen wie sportlichen Mitteln begnügen.

Beispiele für kometenhafte Aufstiege von der Verbandsliga bis in die Bundesliga lassen sich zwar vereinzelt finden (TSG Hoffenheim), doch wie Phönix aus der Asche gelingt dies nur mit einem ausgeklügelten Projekt unter kräftiger Mithilfe mehrerer ambitionierter Investoren im Hintergrund. Die Bratwurst mit Ketchup oder Senf gehört überall genauso dazu wie die harten Sitzbänke der Ersatzspieler und Betreuer. Mit schmucken VIP-Logen in den teuer aufgemotzten Arenen der Profiligen kann der Amateursport bei Weitem nicht Schritt halten.

Das Flair des Amateursports ist sehr speziell und es könnte natürlicher kaum sein: Ein Geruch von kaltem Schweiß liegt in der Luft. Hier wird der Fußball noch gearbeitet. Größere Show-Einlagen vor Spielbeginn in den Arenen der Bundesligisten und auch laute Stadionmusik fehlen gänzlich. Es ist alles ein paar Nummern kleiner im Amateursport.

Die Seele des Fußballs

Kein Star ist vom Himmel gefallen und so kommt es, dass sich jeder Fußballer beweisen muss. Dies geschieht in aller Regel in den unzähligen Nachwuchsteams der Amateure. Vielversprechende Talente und die Stars von morgen lernen ihr fußballerisches Handwerk im Amateursport, manche kann man mit Fug und Recht als waschechte Straßenfußballer bezeichnen.

Entdeckt wird der hoffnungsvolle Nachwuchs, aber nicht auf dem harten Pflaster der Straße, sondern in den Auswahlturnieren der Vereine, welche ohne den Amateurfußball nicht existieren würden. Auf ihrem Weg nach oben durchlaufen junge Spieler demnach zwangsläufig mehrere Stationen, wovon der Amateursport die wichtigste Basis darstellt und somit als essenzielles Sammelbecken der künftigen goldenen Generationen dient.

Ohne die gründliche Vorarbeit des Amateursports ist der Profisport kaum denkbar. Aufgrund fehlender interner Strukturen mangelt es dem Amateurfußball zwar an Zugkraft, den ein oder anderen guten Kicker für sich zu gewinnen, doch wertvolle erste Erfahrungen im ruppigen Männersport haben noch keinem geschadet. Den Feinschliff bekommen hoffnungsvolle Talente sowieso an anderer Stelle, nämlich in den Nachwuchsleistungszentren der Proficlubs.

Tippschein versus Rubbellose - es geht um den Kick

Vielleicht beginnt unter dem einen oder anderen Glücksspielfan an dieser Stelle ein leichtes Kribbeln in den Händen. Bekannterweise üben Tippscheine auf Fußballinteressierte eine gewisse Anziehung aus, denn mit etwas Fußballsachverstand und Glück können sich Ihre Vorhersagen bewahrheiten und Ihnen winkt ein unerwartetes Taschengeld. Sportwetten sind im unteren Amateurbereich zwar nicht an der Tagesordnung, wobei ab der 5. Liga aufwärts durchaus einige Wettanbieter zur Verfügung stehen.

Eine Gaudi, bei dem Tippscheine und Champagner durch die Lüfte fliegen ist in der großen Fußballwelt an der Tagesordnung. Als etwas weniger glamourös, aber keinesfalls weniger reizvoll erweisen sich die einfallsreichen Tippspiele im Amateursport. Kreative Wetteinsätze sind an der 'Basis' genauso gefragt wie im Spitzensport.

Zugegebenermaßen halten sich Einsatz und Gewinn oft in Grenzen, doch wer einmal in den Bann der stets zu Späßen aufgelegten Kreisligisten gezogen wurde, kann sich diesem schlicht nicht verwehren. An dieser Stelle bedarf es keiner weiteren Ausführungen, denn dies würde dem Mythos Amateurfußball nicht gerecht, immerhin lebt er von Spontanität und Überraschungen.

Letzten Endes verbindet den Amateurfußball mit dem Profitum trotz aller gewichtiger Unterschiede einiges, oder um es in den Worten von Fußball-Legende Otto Rehhagel zu sagen: 'In diesem Geschäft gibt es nur eine Wahrheit: Der Ball muss ins Tor'.



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3    W. Kinderhaus II 13    54:10 34  
4    Lengerich 14    49:21 34  
5    Teuto Riesenbeck 14    36:11 33  

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