Querpass
Eine kleine Revolution
Von Christian Lehmann
(10.12.25) Ein paar Teams müssen am kommenden Wochenende nochmal draußen ran, weitestgehend ist die Outdoor-Saison für das Jahr 2025 allerdings schon beendet. In Verzicht üben müssen wir uns allerdings nicht, denn es geht nahtlos unter dem Hallendach weiter. Schon in einer Woche startet auch bei uns mit dem Ausber Cup die Hallenfußball-Spielzeit. In Everswinkel, Nienberge, Münster und Warendorf erwartet uns dann eine kleine Regel-Revolution, die vor allem für die TorhüterInnen bedeutsam ist.
Ihr habt es im Rahmen unserer Berichterstattung zur Auslosung der "Stadtis" vielleicht schon gelesen. Demnach, so schrieb es Heimspiel-Mitarbeiter Finn Bruns seinerzeit, "dürfen die Schnapper innerhalb einer Ballbesitzphase nur noch einmal in der eigenen Hälfte angespielt werden. Ansonsten gibt's Freistoß für den Gegner." Turnierorganisator und Hallensprecher Christian "Lüde" Wielers meinte damals: "Wir erhoffen uns davon mehr Action und mehr Tore".
Erklärung vom Regelprofi
Thorsten Kaatz, 2. Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichterausschusses und "Regelpapst" für den Fußballkreis Münster, präzisiert, was die Aktiven auf dem Hallenboden zu beachten haben - das mit dem "nur noch einmal anspielen" ist nämlich nicht ganz richtig. Kaatz: "Der Torhüter darf den Ball in seiner eigenen Spielhälfte nicht mehr berühren, nachdem er ihn irgendwo auf dem Spielfeld kontrolliert gespielt hat, ohne dass zwischendurch ein Gegenspieler am Ball war oder der Ball aus dem Spiel war."
Ein Beispiel: Rollt oder wirft der Torhüter den Ball ab, nachdem sich dieser im Toraus befunden hatte, und wird von seinem Mitspieler direkt wieder angespielt, so ist durch den Schiedsrichter auf indirekten Freistoß für den Gegner zu entscheiden - an dem Ort, wo der Torhüter den Ball berührt hat. Befindet sich der Schlussmann bei der Ballberührung im Strafraum, so wird dieser auf die Strafraumlinie zurückgelegt. Wichtig: Befindet sich der Torhüter in der gegnerischen Hälfte, so darf er jederzeit angespielt werden. Dort greift auch für ihn die Vier-Sekunden-Regel nicht, die natürlich weiterhin etwa bei Spielfortsetzungen oder einem regelkonformen Rückpass zum Torhüter angewendet wird.
Einheitliche Regel im gesamten Fußballkreis Münster
Die Neuerung gilt ausnahmslos für alle Hallenturniere im Fußballkreis Münster, betont Kaatz. "Dafür bin ich dem Kreis sehr dankbar, weil ich die Schiedsrichter nicht unterschiedlich schulen musste. Es macht auch für die Zuschauer natürlich Sinn, dass in Münster oder in Warendorf die gleichen Regeln gelten." Alle Unparteiischen, die in den kommenden Wochen in der Halle im Einsatz sind, wurden im Vorfeld geschult.
Während es "draußen" klare Vorgaben für alle gibt, können sich die Hallenregeln der Fußballkreise im FLVW-Verbandsgebiet durchaus unterscheiden. So verzichtete etwa der Kreis Lüdenscheid in der Vergangenheit auf die Vier-Sekunden-Regel, im Kreis Dortmund wurde eingerollt statt eingekickt. Vor allem in Münster nähert sich das Regelwerk derweil immer mehr dem des Futsal an. "Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht", betont Kaatz und nennt etwa die Netto-Spielminute vor Spielende als eine sinnvolle Ergänzung des Regelwerks, die in den vergangenen Jahren eingeführt wurde. "Wir kommen dem Futsal immer näher - das liegt aber auch daran, dass sich der Futsal auch dem Fußball annähert. Wer den Futsal ablehnt, der lehnt also gewissermaßen auch den Fußball ab."
Eingriff ins Spiel von außen
Die "Torhüter-Regel", so nennen wir sie einfach mal, ist die einzige wirklich wichtige Änderung im Fußballkreis Münster. In der Regel-Auslegung wird sich allerdings auch an ein paar Neuerungen, die seit Saisonbeginn auf dem grünen Rasen gelten, orientiert. Ein Beispiel hierfür betrifft diejenigen, die unmittelbar neben dem Tor an der Bande lehnen - Stichwort "Eingriff ins Spiel von außen": In der Vergangenheit hätte es etwa zwingend einen Strafstoß zur Folge haben müssen, wenn ein im Bereich des Strafraums an der Bande lehnender Trainer und oder Spieler den Ball berührt. "Wenn der Eingriff versehentlich passiert, dann ist es ja auf dem Feld inzwischen auch so, dass es nur noch einen indirekten Freistoß gibt. Das machen wir jetzt in der Halle genauso", erklärt Kaatz. Ist der Eingriff absichtlich, gibt es jedoch weiterhin einen direkten Freistoß beziehungsweise Strafstoß - und die Gelbe oder gar Rote Karte für den "Übeltäter".

































