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Hiltrup wieder mal nur 45 Minuten dabei
Von Fabian Renger
(28.04.19) Carsten Winkler hatte ein Déjà-vu. Das hatte er doch alles genau so schon einmal erlebt. Oder etwa nicht? Na ja, fast jedenfalls. Im Kreispokal-Halbfinale eineinhalb Wochen zuvor lagen die Jungs des von Winkler gecoachten TuS Hiltrup beim SV Herbern zur Pause mit 2:0 in Front - und schieden nach desaströsen wie unerklärlichen zweiten 45 Minuten mit 2:4 noch aus. Nun ging's an den Teekotten, der Heimat von Borussia Emsdetten. Auch hier führte der TuS mit 2:0 zur Pause. Und auch hier verlor der TuS nach dem Seitenwechsel komplett den Faden, diesmal hieß es am Ende 3:2 für den Gegner. Auch, weil sie bei den Borussen neue Wege in Sachen Trainingssteuerung gehen.
Aber bleiben wir beim TuS. Das Phänomen der vergeigten Führung kommt immer und immer wieder vor bei den Hiltrupern. Dennoch nicht gerade empfehlenswert. Der TuS-Trainer war auf Spurensuche:"Es ist eine Frage des Kollektivs. Eigentlich sollte man aus solchen Ereignissen lernen." Eigentlich. Doch irgendwie tun sie es nicht. Zur Pause machte er das Hiltrup-Spiel auch nicht mehr zum Thema. Das war tabu. Zwei Minuten nach der Pause grübelte er, ob denn das so richtig gewesen ist. Peter Lakenbrink traf aus 16 Metern zum 1:2-Anschluss für die Dettener.
Borussia geil auf mehr
Die nahmen in der Folge ihr Herz in die Hand und gingen ran wie Max an die Graupen. "Emsdetten war extrem geil auf mehr, wir nur auf einigen Positionen. Dann musst du dagegen halten, auch körperlich, darüber haben wir gesprochen, das wussten wir", vermisste Winkler nun die nötige Leidenschaft bei den Gästen. Zweifelsfrei: Hätte Manuel Beyer einen seiner zwei Alleingänge kurz nach dem Anschluss reingemacht, dann wäre das Spiel womöglich entschieden gewesen. Doch: Spekulationen helfen nicht. Denn Beyer traf nicht, er musste gar noch runter. Platzwunde. Ein Führungsspieler weniger. Na, es wird ja immer bess...ja, nö, kein Stück.
"Daraus kann sich ja auch immer so eine 'jetzt erst recht'-Stimmung entwickeln", kommentierte Winkler. Aber auch davon war nichts zu spüren. Stattdessen drehten die Emsdettener jetzt richtig auf. Marco Pereira Ferreira parkte die Kugel unten links in der Hütte zum 2:2 (70.). Hernach kamen noch Kevin Torka sowie Jan Kortevoß in die Begegnung, zur Pause hatte Borussen-Trainer Roland Westers bereits Kalle Hoffmann eingewechselt. Und alle machten ihre Sache hervorragend. Aus einem identischen Grund: Ihre Anwesenheit auf dem Trainingsplatz!
Training wird eh überbewertet
Torka kehrte nach sechs Wochen Pause dorthin erst am Donnerstag zurück, Hoffmann (eine Woche Pause) und Kortevoß (drei Wochen) waren gar nicht zugegen. Aber dann schlug Hoffmann nach 85 Minuten eine Flanke auf den zweiten Pfosten zu Kortevoß. Der legte - völlig uneigennützig - per Kopf noch einmal in die Mitte zurück zu Pereira Ferreira, der aus sechs Metern einnetzte zum 3:2-Endstand. "Ich habe am Dienstag frei gegeben, sollen die Jungs ruhig in den Mai tanzen", flachste Westers. Trainingssteuerung kann er. Und Torka kann Comebacks. "Er hat auf links ordentlich Tempo gemacht", fand sein Coach.
Überhaupt war er happy. "Wir waren permanent dran und haben unsere Mentalität gezeigt", kommentierte Westers. Das galt aber eben auch für die Gäste. Bis zur Pause hatten sie es auch ganz ordentlich gemacht. Nach einem unstrittigen Foul von Borussen-Schnapper Nils Wiedenhöft an Jonas Wiethölter in der Box traf Beyer nach zwölf Minuten per Strafstoß zur 1:0-Führung, zwei Minuten vor dem Pausenpfiff war David Lauretta mit dem 2:0 zur Stelle. Es war zumindest nicht unverdient. Wie damals, in Herbern...
Borussia Emsdetten - TuS Hiltrup 3:2 (0:2)
0:1 Beyer (12./FE), 0:2 Lauretta (43.)
1:2 Lakenbrink (47.), 2:2 Pereira Ferreira (70.)
3:2 Pereira Ferreira (85.)
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