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Christian Hebbeler und die erste Mannschaft des TuS Hiltrup möchten die Saison unbedingt zu Ende bringen.

Annullierung würde "unfassbar weh tun"


von Christian Lehmann

(20.04.20) Nachdem der Fußball- und Leichthletikverband Westfalen (FLVW) Ende der vergangenen Woche die Vereine mittels einer Umfrage gebeten hat, ihre Meinung zum weiteren Umgang mit der Coronakrise abzugeben, wird im Heimspiel-Land wild diskutiert. Ein einheitliches Meinungsbild hat sich auch bei unseren Gesprächen mit Trainern und Verantwortlichen nicht herauskristallisiert - zu viele subjektive Interessen gilt es zu berücksichtigen.

Der Handballverband Westfalen hat am Sonntag nun den sofortigen Saisonabbruch unter Berücksichtung besonderer Parameter beschlossen. Eine charmante, aber womöglich nicht auf den Fußball übertragbare Regelung. Das Dilemma wird vor allem beim Blick auf die Tabelle der Westfalenliga 1 deutlich. Den derzeit Tabellenersten, die SpVgg Vreden, trennen drei Punkte vom Liga-Siebten, dem Delbrücker SC. Vier dieser sieben Teams, Viktoria Clarholz (3.), Borussia Emsdetten (4.), der TuS Hiltrup (6.) und eben Delbrück (7.) haben ein Spiel weniger bestritten als die Konkurrenz aus Vreden (1.), Rödinghausen (2.) und Beckum (5.). Der SC Roland hat angekündigt, sein Team am Saisonende aus der Westfalenliga zurückzuziehen.

Wendet man die bei den Handballern gefundene Kompromiss-Lösung eins zu eins auf diese Liga an, stünde sogar dem 1. FC Gievenbeck als Achter und GW Nottuln als Neunter eine Wildcard für den Aufstieg in die Oberliga zu. Ganz klar, dass die Meinungen, wie es weitergehen kann, bei den Klubs völlig unterschiedlich ausfallen. Wir haben Stimmen der Betroffenen gesammelt und aktualisieren fortlaufend.

 

Heribert Kampshoff (Fußballobmann SpVgg Vreden): Wir haben heute unsere Entscheidung getroffen, die unser Vorsitzender Christoph Kondring an den Verband weitergeleitet hat. Wir haben uns für Variante zwei entschieden, die vorsieht, dass der Herbstmeister aufsteigt. Das ist aus unserer Sicht die einzig faire Lösung, weil jeder einmal gegen jeden gespielt hat. Wir würden in der nächsten Saison gerne wieder in der Oberliga spielen. Das Ziel, oben mitzuspielen, hatten wir ja schon vor der Spielzeit ausgegeben. Unser neuer Trainer Engin Yavuzaslan trägt diese Entscheidung auch voll mit. Wenn wir die aktuelle Saison erst im September fortsetzen, zieht das einen Rattenschwanz nach sich. Wenn man die aktuelle Tabelle berücksichtigen würde, wäre das gegenüber den Teams, die in der Rückrunde schon gegen stärkere Gegner gespielt haben, nicht fair.

Roland Westers (Trainer Borussia Emsdetten): Das ist eine Entscheidung, die unser Vorstand trifft. Da habe ich als Trainer zu Recht kein Mitspracherecht. Egal in welcher Konstellation: Wir wären mit der ersten Mannschaft maximal Zweiter. Am liebsten wäre es uns, wenn es weitergehen würde, es gibt bei uns im Verein aber auch Stimmen, die für einen Abbruch wären - ich denke da zum Beispiel an unsere Jugend. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Meinungen bei allen vier Optionen in etwa gleich verteilt sind und dass es keine klaren Mehrheiten geben wird. Das Modell, das im Handball beschlossen wurde, ist meiner Meinung nach nicht durchführbar. Es gibt bei uns im Verband ja auch andere Ligen, die so eng sind. Wir werden ganz sicher alle Entscheidungen, die getroffen werden, voll mittragen. Wenn die Vereine nach der Entscheidung anfangen sollten, zu klagen, dann packe ich mir an die Birne. Das ist eine absolute Notsituation, die noch nie da gewesen ist. Das müssen wir uns immer vor Augen führen.

Carsten Becker (Sportlicher Leiter 1. FC Gievenbeck): Entschieden haben wir uns noch nicht. Morgen Abend um 19 Uhr bietet der Verband noch eine Konferenz für die Vereine an, an der für uns Patrick Hartung teilnehmen wird. Wir haben alles durchgespielt, für alle Varianten gibt es Argumente. Wenn ich mich zwischen den Varianten zwei (Saison-Abbruch mit Stand Hinrunde) und drei (Saison-Abbruch Stand jetzt) entscheiden müsste, würde ich eher dazu tendieren, nach der Hinserie einen Cut zu machen. Das wäre fairer. Letztlich entscheiden knapp 850 Vereine, und es gibt so viele Unwägbarkeiten - auch politisch. Fakt ist, dass wir hinter jeder Entscheidung, die der Verband trifft, stehen werden, auch wenn wir Benni Heeke gerne noch ein paar Spiele mit seiner Mannschaft geben würden. Wir müssen uns jetzt einfach gedulden.

Jens Niehues (Trainer GW Nottuln): Wir haben intern gar nicht diskutiert. Ich wurde auch nicht gefragt, das ist auch in Ordnung so. Es ist generell schwierig, so etwas zu diskutieren, weil ja selbst vereinsintern die Meinungen weit auseinander gehen. Ich habe meine Meinung dazu, ich persönlich halte nichts davon, erst im September oder Oktober mit der aktuellen Saison fortzufahren. Ich befürchte, dass es in diesem monströsen System Fußball so oder so einen Aufschrei und Klagen geben wird. Wir tun gut daran, uns wie etwa andere Sportarten in Demut und Solidarität zu üben, aber damit tut sich der Fußball generell schwer. So viele Punkte zu Platz eins sind's auch für uns nicht, aber wir sind in einer entspannten Situation. Ich glaube nicht, dass so viele Vereine eine Wildcard annehmen würden, wenn eine Regelung wie im Handball beschlossen würde. Wir bestimmt nicht. Das gehört auch zu Solidarität dazu.

Matthias Flüthmann (Sportlicher Leiter SuS Neuenkirchen): Wir haben schon gevoted und uns für Variante drei entschieden, auch in Abstimmung mit unserer Jugendabteilung. Die gerechteste Lösung wäre vielleicht die erste Option, doch das wäre für unsere Zweite als aktueller Tabellenführer der Kreisliga A einfach sehr bitter. Sie haben sich die komplette Saison über angestrengt, um dorthin zu kommen. Auch die Trainer und Spieler unserer Ersten würden gerne weiterspielen, auch unser Förderverein würde allein schon wegen der Zuschauer-Einnahmen gerne die Saison zu Ende bringen. Ich glaube allerdings einfach nicht, dass das organisatorisch funktionieren würde. Dann wären wir mit den Auswirkungen bis tief ins Jahr 2021 beschäftigt. Ich weiß auch nicht, wie wir als Verein im Falle einer möglichen Fortsetzung des Spielbetriebs die nötigen Auflagen erfüllen sollten.

Christian Hebbeler (Trainer TuS Hiltrup): Ich stand mit unserem Vorsitzenden Rolf Neuhaus im Austausch und wir haben auch die Spieler über unsere WhatsApp-Gruppe befragt. Es haben sich alle für die gleiche Lösung ausgesprochen. Es kann nicht nur in unserem, sondern auch im gesamtheitlichen Interesse sein, dass die Saison sportlich beendet wird. Eine Annullierung würde uns unfassbar wehtun. Ich stelle mir die Frage, ob es fair ist, wenn beispielsweise eine Mannschaft, die kein Spiel gewonnen hat, in der Oberliga bleiben darf und andere Teams in der Westfalenliga, die einen extrem hohen Aufwand betrieben haben, leer ausgehen. Um das zu verdeutlichen: Wir haben in unseren vier Rückrundenspielen bereits gegen die drei Topteams aus Clarholz, Rödinghausen und Vreden gespielt, viele andere direkte Duelle würden noch anstehen. Die Idee vom Handball, Teams eine Wildcard anzubieten, finde ich grundsätzlich ganz gut. Vielleicht wäre das sogar umsetzbar, wenn die Regional- und Oberliga aufgestockt werden. Es ist nicht so, dass wir es anderen Teams nicht gönnen würden oder über Klagen nachgedacht hätten. Ich kann auch Stimmen verstehen, die sagen, man sollte subjektive Interessen jetzt erstmal hintenan stellen. Dennoch bin ich der Meinung, dass eine Fortsetzung der Saison den geringsten Beigeschmack hätte. 

Westfalenliga 1



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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SV Mauritz 06 30    129:28 83  
2    FC Nordwalde 30    92:27 77  
3    SG Sendenhorst 31    91:28 77  
4    Germ. Hauenhorst 30    87:30 76  
5    VfL Billerbeck 30    88:28 71  

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