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Raul Prieto ist seit seit Sommer diesen Jahres Sportlicher Leiter des TuS Hiltrup.

"Wie ein Whiskey"


Von Fabian Renger

(05.11.19) Raul Prieto hat genug zutun. Er ist Unternehmer in Senden, aushilfsweise sprang er zuletzt auch bei der Zweiten des TuS Hiltrup als Trainer ein, als Not am Mann war. Dabei ist er seit dieser Spielzeit als Sportlicher Leiter des TuS eigentlich bestens ausgelastet. Die erste Mannschaft steht dabei im Fokus, klar, auch die Jugend hat er im Blick. Dort müsse es wieder hoch gehen in die überkreislichen Ligen. Nur die C-Jugend spielt derzeit in der Landesliga und nicht in der Kreisliga A.

Doch das Flaggschiff des Clubs ist natürlich die Westfalenliga-Truppe, bei der es trotz komplett neu zusammen gewürfelter Mannschaft noch nicht so rund läuft, wie man es als Außenstehender erwartet hätte. Platz 9 und 17 Punkte stehen zu Buche, zuletzt zwei Niederlagen in Folge, dazu das Aus im Kreispokal. Klingt alles nicht nach einem funktionierenden Neuaufbau. Doch Prieto bereitet das keine all zu großen Kopfschmerzen.

Heimspiel-Online: Raul, wie hast du dich eingelebt in den ersten Monaten beim TuS?
Prieto: Soweit sehr gut. Das Ganze ist mit sehr vielen Baustellen gestartet -  und die haben wir nach wie vor noch. Wir müssen gerade, auch im Hinblick auf die neue Saison, noch vieles tun. Generell im Verein. Aber sonst bin ich sehr gut aufgenommen worden.

Was für Baustellen sind das?
Prieto: Die sind struktureller Natur. Wir müssen einige Dinge verändern. Gerade im Jugendbereich wollen wir sehr eng miteinander arbeiten und die Mannschaften hochbringen. Da, wo sie auch hingehören. Und dieser Übergang von den Junioren in die Senioren rein, diese Brücke, die wollen wir so ausbauen, dass wir möglichst viele Spieler aus der Jugend in die Senioren rein bekommen. Dazu gehört auch eine zweite Mannschaft, die den Wiederaufstieg (in die A-Liga, d. Red.) erlangen muss. Das ist unser Wunsch. Wenn's nicht passieren sollte, ist es halt so, aber das ist unser Wunsch. 

Das kam allerdings sehr kurz mit den jungen Spielern beim Total-Umbruch vor dieser Saison. Ein gutes Dutzend Abgänge, fast 20 Neuzugänge. Darunter aber vermehrt externe Neue. Diese Brücke steht also noch ganz auf ihren Grundgerüsten. Oder täuscht der Eindruck?
Prieto: Wir hatten vier Spieler, die weiterhin mit der Ersten trainieren. Mit Louis Oppong, Tim Jakobtorweihe, Marcel Lolaj und Boubacar Diallo. Das sind alles Spieler, die aus der eigenen Jugend kamen und mit dem Kader der Ersten in die Vorbereitung gestartet sind. Zwei, drei von ihnen konnten verletzungsbedingt die Vorbereitung nicht mitmachen. Louis ist aber nach wie vor im Kader der Ersten, trainiert dort und spielt aktuell in der Zweiten, um sich Spielpraxis zu holen.

Da macht er es nicht so schlecht.
Prieto: Ja, das macht er sehr gut. Die Jungs brauchen natürlich Erfahrung und kommen aus dem A-Jugend-Kreisliga-Bereich. Der Sprung zu den Senioren, das ist schon eine Steigerung. Zur Westfalenliga umso mehr. Deswegen muss man das alles behutsam mit viel Geduld machen. Da arbeiten wir dran im Hintergrund.

Gutes Thema. Rolf Neuhaus mahnte Öffnet externen Link in neuem Fensterim Stadionheft vor dem Heimspiel gegen Delbrück, trotz der jüngsten Negativserie ruhig zu bleiben. Momentan läuft's ja bei der Ersten nicht so rund.
Prieto: Die Lobeshymnen waren größer als das, was wir speziell intern erwartet haben. Aber das ist auch alles nicht einfach, gerade wenn man einen komplett neuen Kader und ein neues Trainerteam hat. Es geht dann mit den Hierarchien los innerhalb der Mannschaft, die sich finden müssen. Das ist alles kein Selbstläufer. Aber das ist mir bewusst. Deshalb bin ich ganz entspannt geblieben, als jeder vom Meisterschaftsfavoriten Hiltrup oder Ähnlichem gesprochen hat, weil ich die Realität kenne. Da, wo wir uns gerade befinden, das ist die Realität. Aber wir haben keine Weltuntergangsstimmung bei uns. Die Mannschaft und das Trainerteam haben absolute Rückendeckung. Wir müssen jetzt hart arbeiten.

Was habt ihr denn intern erwartet?
Prieto: Die Erwartungshaltung meinerseits war ganz klar: Dass wir die Mannschaft gut in den Verein integrieren und die Mannschaft in sich integrieren. Das heißt: Dass wir aus vielen Spielern, die aus allen Richtungen gekommen sind, eine Einheit bilden. Das ist das, was wir erwarten und was unsere Voraussetzung war in erster Linie für dieses Jahr. Dann kommen der Erfolg und die Leichtigkeit von ganz alleine.

Also erst einmal eine Einheit bilden und dann mal schauen.
Prieto: Einfach eine Mannschaft sein. Eine Mannschaft, die mit Leichtigkeit Fußball spielen kann.

Wie gut seid ihr da fortgeschritten?
Prieto: Anfangs sehr, sehr gut. Durch zwei, drei Tiefschläge ist die Leichtigkeit verloren gegangen. Klar ist die Enttäuschung bei vielen Spielern da, als wir Punkte weggegeben haben, die unnötig waren. Teilweise aber auch verdient weggegeben, weil man die Leistung nicht abgerufen hat, zu der man in der Lage ist...

Was braucht es denn dann jetzt?
Prieto: Wir brauchen einfach wieder zwei, drei Erfolge hintereinander, dann haben wir wieder Sonnenseite.

Sonnenseite herrscht also gerade nicht?
Prieto: Sonnenseite im Hinblick auf Punkte, die wirholen wollten. Wenn man sich die letzten drei Spiele anguckt, ist das eher eine Schattenseite. Auch dasÖffnet internen Link im aktuellen Fenster letzte Spiel gegen Delbrück, wo man zehn Minuten schläft und sich zwei Dinger fängt. 

Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft? Martin Lambert soll angeblich nicht mehr zum Kader gehören.
Prieto: Martin Lambert ist nicht mehr Spieler des TuS Hiltrup, ja. Aber die Stimmung ist intern gut. Letztendlich besteht eine Mannschaft nicht aus einem einzelnen Spieler, sondern aus einem kompletten Kader.

Was gab es da für Gründe?
Prieto: Man hat eine gemeinsame Entscheidung getroffen, die für ihn und die Mannschaft gut ist. Martin hatte auch beruflich viel Zeit zu investieren. Da kam das eine und das andere zusammen. Wenn man beruflich die eine oder andere Trainingseinheit nicht mitmachen will oder kann, da ist es schwierig bei so einem großen Kader. Unterm Strich muss man Prioritäten setzen. Beides geht natürlich nicht.

Hast du keine Angst, dass das eine Folgewirkung hat? Martin Lambert ist ja kein unwichtiger Spieler in einem Mannschaftsgefüge, würde ich mal behaupten...
Prieto: Menschlich ist es schade, klar. Aber das war eine Situation, die schon länger Thema war und keine Überraschung war. Die Mannschaft ist stabil genug und jeder ist heiß genug, um auf sich zu schauen, und nicht auf individuelle Sachen, die mal vorgefallen sind.

Abschließend aber nochmal kurz zurück: Wenn sich die Mannschaft dann soweit gefunden hat. Wann will der TuS Hiltrup denn endlich in die Oberliga hoch?
Prieto (lacht): Dieses Wort Oberliga war nie Tenor von mir. Das nehme ich auch freiwillig nicht in den Mund. Weil das eine Geschichte wie ein guter Whiskey ist. Das Ganze muss vernünftig reifen, das ganze System muss ineinander greifen. Es geht nicht darum, dass die erste Mannschaft unbedingt in die Oberliga muss, es geht um das Fundament. Da müssen wir dran arbeiten, um in Endeffekt die Schere zwischen zweiter Mannschaft und Junioren nicht auseinander klaffen zu lassen. Es geht darum, gute Arbeit zu machen. Das bedeutet: Nicht nur in der ersten Mannschaft, sondern im gesamten Konstrukt gute Arbeit zu machen. Und das kommt dann auch der ersten Mannschaft zugute.

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