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Dennis Wüpping (gelb) und die SpVgg Vreden können sich wohl als Aufsteiger nun feiern lassen. Die Borussen um Hendrik Ohde (rot) holen sich nach beiden Wertungs-Kriterien den Trostpreis des Vizes ab.

Zwischen Frust und Freude


von Fabian Renger

(06.05.20) Es passt momentan alles zusammen für Rob Reekers. "Jetzt die Nachricht, dass du aufgestiegen bist, morgen hab ich Geburtstag und das Wetter spielt auch noch mit. Was will man mehr?" Am morgigen Donnerstag (7. Mai) feiert er seinen 54. Geburtstag. Am heutigen Mittwoch feiert er den wahrscheinlichen Oberliga-Aufstieg mit der SpVgg Vreden. Das ist jedenfalls nach der Empfehlung des Verbands-Fußball-Ausschusses (VFA) klar, der das FLVW-Präsidium folgt. Unterm Strich muss man nun einmal mehr sagen: Willkommen im Westfalenliga-Wahnsinn!

Enger liegt das Feld nach den VFA-Wertungsempfehlungen wohl in keiner anderen Liga zusammen. Nochmal zur Verdeutlichung: Vreden war zur Zeit des Abbruchs Tabellenführer (33 Zähler, 19 Spiele), bis zum Siebten aus Delbrück lagen allerdings nur drei Zähler. Mittendrin liegen mit dem Dritten Victoria Clarholz (32, Tordifferenz+14) sowie dem Vierten Borussia Emsdetten (32, +8), aber auch dem Sechsten vom TuS Hiltrup (31, +10) und dem Siebten Delbrück (30, +6) Teams, die jeweils eine Partie weniger bestritten haben. Unter Berücksichtigung des vorgeschlagenen Quotienten (Punkte geteilt Spiele) ergibt sich somit folgendes bereinigtes Tabellenbild vor der Corona-Pause (ohne Gewähr):

1. Vic. Clarholz (Quotient 1,778, +14 Tore)
2. Bor. Emsdetten (1,778, +8)
3. SpVgg Vreden (1,737, +11)
4. TuS Hiltrup (1,722, +10)
5. SV Rödinghausen (1,684, +20)
6. Delbrücker SC (1,667 +6)
7. Roland Beckum (1,632, +12)

Bemerkenswert: Rödinghausen fällt von Rang 2 auf 5. Clarholz klettert um zwei Plätze, Borussia auch, schaut wohl trotzdem in die Röhre. Weil die Tordifferenz zu schlecht ist. Vreden steigt gemäß der weiteren Empfehlung auf, auch den Hinrunden-Ersten aufsteigen zu lassen. Da waren die Vredener Spitze. Ein Punkt Vorsprung vor Borussia Emsdetten. Deren Trainer Roland Westers macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. "Wenn du als einziger Verein in ganz Westfalen als Härtefall in der Pressemitteilung des Verbandes erwähnt wirst, dann weißt du, wie bitter das ist", sagt er. "Diese doppelte Bestrafung ist frustrierend."

Die Gelackmeierten kommen aus Emsdetten

Nun soll es zwei mögliche Wege ins Glück geben, zweimal scheitern die Borussen wohl hauchdünn - spätestens, sobald der Verbandstag in Juni sein Okay gibt, ist das auch rechtskräftig. "Ein schöner Ruhm", sagt Westers zur Rolle als Ober-Gelackmeierte. "Obwohl wir am häufigsten auf Platz eins standen." Doof ist auch die Entstehungsgeschichte. Hinrunden-Meister wurden die Borussen nicht, weil sie gegen den Drittletzten SC Herford 0:0 spielten und zwei Punkte leichtfertig liegen ließen. "Corona-Meister" wurden die Borussen nicht, weil die Platzverhältnisse am Teekotten die Austragung des Heimspiels gegen den SV Spexard nicht zugelassen hätten. Drei Punke wären durchaus im Bereich des Machbaren gewesen. Die hätten gereicht. Und das alles im Jahr des 90-jährigen Vereinsjubiläums - was hätte das für eine Gaudi zur Folge gehabt...

"Wir hatten uns ja eigentlich schon damit abgefunden, aber jetzt so...das tut schon weh..." , sagt Westers. Und in der neuen Saison wird's nicht leichter: Die Oberliga Westfalen hat wahrscheinlich 20 Teams - in beiden Westfalenligen gibt es in beiden Staffeln wohl 33 Mannschaften. Der zweite Rang in der Westfalenliga wird wohl nicht reichen, von unten kommt mit Preußen Espelkamp wohl harte Konkurrenz hoch. "Dann probieren wir es halt nochmal", sagt Westers zwar - leichter wird's nicht.

Party-Tag in Vreden

Ede Kampshoff, Sportlicher Leiter aus Vreden, kann den Frust verstehen. "Was willst du dazu nur sagen?", fühlt er schon etwas Mitleid. In könnte man - wäre bloß die Kontaktbeschränkung nicht... - derweil richtig die Sau rauslassen. Die Erste, die Dritte (Kreisliga C), wohl auch die Vierte (Kreisliga D) sowie die Damen (Bezirksliga) können sich zu 99,9 Prozent die Krone aufsetzen. Da geht tatsächlich nicht mehr. "Seit zwei Stunden habe ich keine ruhige Minute", sagt Kampshoff.

Ein Syndrom, das Reekers bekannt vor kommt. "Ich hab auch schon mit unserem Vereinspräsidenten gesprochen.", sagt der scheidende Trainer. Auch sein Handy hatte zur Mittagszeit Hochbetrieb. "Wir sind schon happy, das ist für uns eine faire Lösung." Ärgerlich: Die sonst stets für Ende Mai geplante traditionelle blaugelbe Nacht des Vereins kann so natürlich nicht über die Bühne gehen. Nachholen ist wohl Ehrensache, schätzt Reekers. "Da lässt sich der Verein bestimmt nicht lumpen..."

Er selbst hat nun aber natürlich anderes vor. Der Einkauf für die Familienfeier des Geburtstags steht heute noch an an. Seine Gattin ist fürs Essen zuständig, er selbst für die Getränke. Nur, wie es mit ihm weitergeht, ist noch nicht raus. Kontakte habe er gehabt. Mehr noch nicht. Ist auch schwierig. Aber: Die tagesaktuellen Themen dürften dieses Thema erst einmal in den Schatten stellen...

Westfalenliga 1



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