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Zumindest in dieser Szene hat Vreden, hier mit Niklas Niehuis, die Nase vorn.

Alle Mann angeschnallt: Neun-Tore-Wahnsinn am Osttor!

 

Von Fabian Renger

(01.12.19) Und, wo warst du am ersten Advent des Jahres 2019? Auf dem Fußballplatz am Hiltruper Osttor? Ja? Glückwunsch, du Glückspilz! Das Spitzenspiel der Westfalenliga stand an. Der Vierte empfing den Ersten, der TuS Hiltrup die SpVgg Vreden. Nach 90 atemberaubenden Minuten muss man konstatieren: Spitzenspiel kann auch wirklich geil sein. 5:4 (2:2) siegten die Hiltruper. Es war der helle Wahnsinn.

"Wir haben Spektakel geboten", berichtete ein richtig gut gelaunter TuS-Trainer Christian Hebbeler. Sein Pendant aus Vreden, Rob Reekers, hatte naturgemäß zwar nicht so eine gute Laune, aber er ging in seinem Resümee mit:"Das war wilder Fußball!" Stimmt wohl. Einen Mann nehmen wir aber gleich aus der Schusslinie: Vredens Goalie Daniel Siehoff. Er ist normalerweise dritter Torwart, krankheitsbedingt rückte er in Hiltrup zwischen die Pfosten. "Er war der ärmste Kerl auf dem Platz", nahm ihn Reekers in den Schutz. Denn: Siehoff war keineswegs schuld, dass sich die Vredener fünf Kirschen fingen. 

Herbermann wird zum Offensiv-Berserker

Woran lag es dann? Vielleicht daran, dass Hebbelers Hiltruper die Vredener scheinbar gut entschlüsselt haben. Neun von Vredens 21 Gegentoren dieser Saison haben die Münsteraner erzielt. Beachtlich. Doch Hiltrup ist halt auch im Flow. Es war der dritte Dreier in Serie, kein Wunder, dass Hebbeler richtig glücklich wirkte. "Es macht Spaß im Moment", sagte dieser. Besonders viel Freude machten ihm gegen Vreden Tim Vercelli mit einer überragenden Leistung oder auch ein Kevin Herbermann, der als Innenverteidiger eine Torvorlage und ein Tor beisteuerte. Alle Achtung. Und damit ab zum Spielfilm dieses irren Dings.

Vredens Marvin Hakvoort (l.) und Steffen Menke vom TuS schauen der Kugel hinterher.

Zackig stellte Vreden die Uhren auf einen vermeintlichen Auswärtssieg. Cihan Bolat (6.) und Mario Worms per Foulelfmeter (9.) hatten eine fixe Führung aufs Parkett gebracht. Normalerweise gibt dir das ein Gefühl der Sicherheit. Reekers berichtete später, dass er trotzdem ein flaues Gefühl im Magen hatte. Auf dem ultratiefen Geläuf verstanden es seine Jungs nämlich nicht, zum richtigen Mittel zu greifen und auch mal die Kugel einfach hoch und weit zu pöhlen. "Da darfst du nicht so viel rumeiern", ärgerte sich Reekers.

Hiltrup hingegen hatte sichtlich Spaß und Spielfreude in den Backen. "Wir wollten voll aufs Gas drücken", erzählte Hebbeler von seinem Matchplan. Auch von diesem frühen, regelrecht brutalen Rückschlag ließen sich seine Jungs nicht aus der Fassung bringen. Im Gegenteil: Der TuS überzeugte mit richtigen Eiern. Erst verkürzte Herbermann zum 1:2 (28.), danach war Montasar Hammami der Profiteur eines dämlichen Rückpasses von Mario Worms. Hammami stibitzte die Kugel, umkurvte Siehoff kurzerhand und netzte ein - 2:2 (42.). Zuvor wurde ein vermeintlicher Ausgleich von Hammami wegen Abseits zurück gepfiffen. Danach war Halbzeit angesagt und Zeit, durchzuschnaufen.

Klare Köpfe in Hiltrup

Hebbeler bläute seinen Jungs ein, mit Konzentration aus der Kabine zu kommen, nicht wieder kalt erwischt zu werden. Sie gehorchten. Daniel Mladenovic brachte nach Herbermann-Vorlage die Führung (52.), hätte danach wie Kollege Kai Kleine-Wilke eigentlich erhöhen können/müssen. Stattdessen antworte Leon Kondring mit dem 3:3 (62.), quasi wie aus dem Nichts. Der nächste Rückschlag. Doch Hiltrups Kicker waren an diesem Tag klar im Kopp: Hammami besorgte das 4:3 (71.). Es war noch immer nix entschieden. Erst als Nils Johannknecht das 5:3 erzielte, war die Sache durch (86.). Vielleicht das Tor des Tages. Nach Verletzungspause hatte Johannknecht zweimal überhaupt erst mittrainiert, war für maximal 20 Minuten vorgesehen. Dass er dann vier Minuten nach seiner Einwechslung trifft - irgendwie passte das einfach.

Schluss war aber ja immer noch nicht. Bolat setzte den Schlusspunkt, als er eine Kugel volley ins Eck beförderte (90+3.). Da danach aber bloß noch 30 Sekunden zu spielen waren, kam es zu spät. "So geht das nicht", kündigte Reekers eine konsequente Aufarbeitung in dieser Trainingswoche an, vier Tore in der Fremde zu schießen und nicht zu gewinnen - das ist maximal unnötig. Hebbeler dagegen applaudierte und hatte nur ein "Riesen-Kompliment" für seine Männer übrig. Und das, liebe Freunde, war übrigens nur der erste Advent. Frohe Bescherung!

TuS Hiltrup - SpVgg Vreden 5:4 (2:2)
0:1 Bolat (6.), 0:2 Worms (9./FE)
1:2 Herbermann (28.), 2:2 Hammami (42.)
3:2 Mladenovic (52.), 3:3 Kondring (62.)
4:3 Hammami (71.), 5:3 Johannknecht (86.)
5:4 Bolat (90+3.).



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