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Westfalenliga 1

Nick Rensing (l.) würde die bisherige Saison von Westfalia Kinderhaus auf eine Skala von eins bis zehn unter einer "sieben oder acht" einordnen. Kevin Schöneberg (r.) dürfte das wohl ähnlich sehen.

Schränke statt Tiki-Taka 


von Fabian Renger

(17.11.20) An das Spiel gegen die SpVgg Erkenschwick hat Nick Rensing ungute Erinnerungen. Nicht nur das 0:4-Endergebnis plagte den Kapitän von Westfalia Kinderhaus, ebenfalls hatte er am Tag danach arge Rückenschmerzen. Mehrfach machte er bei Standards Bekanntschaft mit den Ellbogen seiner Gegenspieler. "Da dachte ich mir: Was ist denn jetzt los?", sagt er rückblickend. "Aber irgendwie muss man damit klarkommen."

Klarkommen - ein gutes Stichwort. Als Aufsteiger musste sich die Mannschaft von Übungsleiter Marcel Pielage umstellen. Das Match gegen Erkenschwick und die Spielweise der SpVgg ist ein exemplarisches Beispiel für den Lernprozess, den die Truppe durchlebt. Insbesondere in Partien gegen Kontrahenten aus dem Pott. "Die haben uns - wie sagt man so schön im Fußballjargon - aufgefressen", sagt Pielage. "Die Ruhrgebiets-Mannschaften agieren komplett anders in den Zweikämpfen."

"Da knallt es relativ schnell"

Die Handlungsschnelligkeit der Beteiligten in der neuen Spielklasse ist vielerorts anders, die Zweikampfführung ist anders, die Gegenspieler sind fix dran am Mann. "Da knallt es relativ schnell", sagt Pielage. Sein Spieler Dzan-Laurin Alic drückt sich ähnlich charmant aus. "Man merkt schon, dass einem Spieler gegenüber stehen, die nicht nur gut Fußball spielen, sondern teilweise auch Schränke sind", sagt der 22-Jährige. Er selbst kannte das schon. Früher, in seinem ersten Senioren-Jahr bei Westfalia Rhynern, schnupperte er sogar mal in höheren Fußball-Sphären rein. "Vom Körper her klappt das schon mit den Zweikämpfen", sagt Alic lachend.

Ausdauer, Physis, Kraft - das sind wesentliche Komponenten, die jetzt für die Westfalia mehr gefragt sind als vorher. Für einige Akteure wie beispielsweise Ex-Profi Kevin Schöneberg, Alic oder auch Rensing, der vor ein paar Jahren für Preußen Münsters Zwote in der Westfalenliga unterwegs war, das kein Neuland. Andere mussten sich dagegen wirklich umgewöhnen. Unsere drei Gesprächspartner waren sich in einem Punkt einig: Fußball wird nicht unbedingt besser gespielt. Aber der praktizierte Stil ist halt ein anderer, intensiver, rustikaler. Mehr Körpersprache, mehr Coaching auch untereinander ist nun gefragt. Pielage bringt es auf den Punkt:"Zum Fußballspielen gehört immer ein bisschen mehr dazu als ein bisschen Tiki-Taka." Gerade in der Westfalenliga, gerade als Neuling.

Dzan-Laurin Alic kam auf bislang sieben Einsätze in dieser Spielzeit.

Der Sprung zwischen Bezirks- und Landesliga, den die Münsteraner ja erst 2018 vollzogen, ist anders. Der vor dieser Spielzeit war größer. Das merkte die Mannschaft auch in der ersten Begegnung. Noch so ein Spiel, das Rensing in unguter Erinnerung behalten hat. Gegner war der Lüner SV. 0:2 lautete das Endergebnis. "Da wurden wir etwas überrumpelt mit unserer offensiven Spielweise und sind ein bisschen ins Festnäpfchen getreten", sagt Rensing.

Vier Siege, vier Pleiten und noch kein Remis lautet die Ausbeute des ersten Saisonviertels. Ergibt den achten Zwischenrang. Das ist in Ordnung. Sieht auch Pielage, der sich selbst übrigens als erfolgsbesessen charakterisiert, so. Der Ergebnis- und Erfolgsdruck der vergangenen Spielzeiten sei nämlich zurückgegangen. "Insgesamt ist man da entspannter geworden", sagt er. Mit Ahmed Ali hat er neben Gerrit Göcking nun einen zweiten Co-Trainer an seiner Seite. Auch das helfe ungemein.

Systemfrage: Die Suche nach der besten Elf

Neben der in Kinderhaus fast schon üblichen Dreierkette gab's zwischenzeitlich auch mal eine Viererkette. Mitunter wurde es auch mal asymmetrisch. Der eine Außenverteidiger stand dann höher als der andere. "Sodass sich der Gegner auch mal fragt, ob man mit Dreier- oder Viererkette spielt", erklärt der Coach. Die eigene Frage lautete meistens: Wie kriegst du für den Sonntag die beste Elf auf den Platz und in welches System passt die besten Elf rein? Weniger ging es Pielage bisher darum, sich auf den Gegner einzustellen. "Da versuchst du nicht unbedingt, einen auf Guardioala zu machen und jede Woche ein anderes System zu spielen", sagt er.

Eine passende Elf zu finden, war allerdings gar nicht so leicht. In der Offensive ging Ballermann Corvin Behrens (38 Tore in zwei Saisons) vor der Saison von Bord, offensive Leistungsträger Janik Bohnen und Leon Schwarzer haben bereits jetzt verletzungsbedingt Saisonende. Die Liste an Ausfällen war zeitweise lang und richtig prominent. Jan Kniesel, Whitson, Marcel Lütke Lengerich...fast jeder hatte mal irgendwann was. Rensing hielt immerhin tapfer durch und spielte in jedem Match. Auch Alic kam auf sieben Einsätze. Die Behrens-Lücke schloss die Mannschaft aus dem Gefüge heraus. Elf geschossene Buden sind zwar verhältnismäßig wenig - nennen wir es mal den Behrens-Effekt-, neun verschiedene Torschützen sind hingegen viel. "Wir haben uns in der Breite ungemein verbessert", sagt auch Alic, der sich festlegt:"Absteigen werden wir nicht!" Damit das so eintrifft, haben sie bei der Westfalia wahrscheinlich auch gerne zwischendurch mal Rücken...

Westfalenliga 1



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