Oberliga Westfalen/Westfalenliga 1 - Anschwitzen
"Am Ende ist die gesamte Mannschaft verantwortlich"
von Jakob Hehn und Fabian Renger
(04.11.22) Der Oktober am Osttor war alles andere als ein goldener. Sämtliche vier Ligaspiele verlor der TuS Hiltrup, erst im letzten Pflichtspiel -
im Kreispokal-Viertelfinale beim VfL Wolbeck - gab's mal etwas zu feiern. Doch was war eigentlich davor los? Offensivmann Daniel Mladenovic ist seit 2019 dabei und einer, der uns mal eine Erklärung liefern könnte und liefert.
"Man kann die Phase nicht wirklich an einzelnen Punkten festmachen", sagt der 28-Jährige. "Was wir wissen, ist, dass wir in den letzten Spielen viel zu viele individuelle Fehler gemacht haben, die am Ende zu den Gegentoren geführt haben. Am Ende ist die gesamte Mannschaft verantwortlich. Wir müssen als Team zusammen verteidigen." Dabei meint er, dass nicht nur die letzte Verteidigungskette für die Defensivarbeit zuständig sein sollte, sondern schon der Stürmer und offensive Flügelspieler. An Neu-Coach Marcel Stöppel liegt es aber nicht. "Das Training und vor allem die Intensität ist gut. Alle geben immer Vollgas."
Das Standing von Mladenovic hat sich auf jeden Fall nicht geändert und die Position auch nicht wirklich. Er selber sagt aber über sich: "Offensiv bin ich flexibel einsetzbar. Es ist mir eigentlich egal, ob ich rechts, links oder auch vorne in der Spitze spiele." Stöppel lässt ihn im Gegensatz zur vergangenen Saison hauptsächlich auf dem rechten Flügel ran. Vergangenes Jahr stand er noch als Neuner oder hängende Spitze auf dem Feld. Wahrscheinlich trifft er deswegen auch nicht mehr so häufig wie in der vorigen Saison. Da traf Mladenovic noch 16-mal, in dieser Spielzeit war er erst zweimal erfolgreich. "Auf rechts fühle ich mich aber auch am wohlsten", erzählt der Kicker.
Vergangenheit und Zukunft
Der Lehramts-Student ist in seiner Laufbahn schon viel rumgekommen. Über den TuS Dornberg und der zweiten Mannschaft von Preußen Münster verschlug es ihn zum FCE Rheine. Der Flügelspieler bringt also schon Oberliga-Erfahrung mit. 2019 wechselte er dann nach Hiltrup. "Ich wohne in Warendorf und mir war die Fahrerei mehrmals in der Woche nach Rheine einfach zu viel. Außerdem wird man auch nicht jünger", sagt Mladenovic. Früher wären die Ansprüche noch anders gewesen, deswegen spielt er heute eine Liga weiter unten.
Inzwischen ist er sein viertes Jahr beim TuS. Satt ist er aber noch lange nicht. "Wir müssen jetzt erstmal aus dieser Scheißsituation rauskommen. Und vielleicht gewinnen wir ja diese Saison noch den Kreispokal", sagt der Rechtsaußen. Gut möglich. Im Halbfinale stehen die Hiltruper gegen die Borussia aus Münster. Auf dem Papier eine schwächere Mannschaft. Da müsste doch was drin sein. Bis es soweit ist, will Mladenovic und sein Team aber schon längst von allen Abstiegssorgen befreit sein. "Vielleicht starten wir in der Rückrunde ja mal 'ne Siegesserie und schießen uns unten raus", sagt Mladenovic.
Er selber hofft und glaubt auch an eine Zukunft beim TuS Hiltrup. "Mal schauen, was die Gespräche bringen. Ich fühle mich hier aber sehr wohl", verrät der Offensivmann. Dieses Semester steht für ihn aber auch noch die Bachelorarbeit seines Studiums an. Da muss er momentan schon viel unter einen Hut bringen.
FCE-Mann Adrian Knüver erwies sich in der Vorwoche als harte Nuss. Mit 6:3 schlug er uns in die Flucht. In sämtlichen vier Oberliga-Spielen lag er tendenziell richtig, Vredens 1:1 hatte er sogar zu 100 Prozent im Blut. Guter Mann!
Oberliga Westfalen
SpVgg Vreden - Victoria Clarholz (So., 14.30 Uhr)
Clarholz holte zehn Punkte aus den vergangenen vier Spielen. Vredens Bilanz ist mit acht Zählern aus dem selben Zeitraum aber auch top. Zudem gewann Vreden die vergangenen drei Heimspiele. Vredens bombenstarke Abwehr sollte vor allem auf Victorias Nick Flock aufpassen: Der traf in eben jenen vier Spielen jeweils mindestens einmal. Flock ist 1,85 Meter groß, 23 Jahre jung und kam im Sommer aus Gütersloh. Nur für den sonntäglichen Smalltalk am Sonntag. Also dann: Schutzhaft für Flock!
Heimspiel-Tipp: Vreden tut Vreden-Dinge tut Vreden-Dinge tut Vreden-Dinge...2:1! Nächster Coup!
Mladenovic: 1:2
1. FC Gievenbeck - Westfalia Rhynern (So., 14.30 Uhr)
Halbzeitführung im Kreispokal gegen Albachten - Aus nach 90 Minuten. Halbzeitführung gegen Gütersloh - Niederlage nach 90 Minuten. Halbzeitführung gegen Bövinghausen - Niederlage nach 90 Minuten. Merkt ihr was beim 1. FC Gievenbeck? Und jetzt kommt auch noch die beste Auswärtsmannschaft aus Rhynern vorbei, die auf fremdem Platz noch gar nicht verloren hat. Wir raten zu einem Halbzeitrückstand. Vielleicht bringt das ja was.
Heimspiel-Tipp: Torloses Remis zur Pause. 0:2-Niederlage nach Spielschluss.
Mladenovic: 1:3
FC Gütersloh - FC Eintracht Rheine (So., 14.30 Uhr)
8€ für einen Stehplatz, 14€ schlimmstenfalls für einen Sitzplatz, schlappe 65€ für ein VIP-Ticket. Ist schon ein teurer Spaß in Gütersloh. Das VIP-Ticket in Gievenbeck und Rheine kostet jeweils 25€, Stehplätze kosten beim FCE und FCG für Vollzahler 7€, Sitzplätze in Rheine und Gievenbeck einen Zehner. Aber wer weiß, was es in Gütersloh für VIP-Köstlichkeiten gibt. Frösche? Hunde? Katzen? Der FCG gewann am Mittwochabend mit 3:0 im Kreispokal beim örtlichen Bezirksligisten Türkgücü Gütersloh.
Heimspiel-Tipp: Gütersloh ist Sechster, Rheine ist Siebter mit fünf Punkten weniger. Der Abstand wird reduziert. 1:3. Toller Auftritt. Adrian Knüver trifft in dieser Woche.
Mladenovic: 3:1
Preußen Münster II - TuS Ennepetal (So., 14.30 Uhr)
Sechs Niederlagen in der Liga in Serie, alleine die letzten drei davon ohne eigenes Tor: Ennepetal ist mit neun Toren die Offensivreihe, die am seltensten jubelt. Und nun spielt der TuS ausgerechnet bei den Preußen, die mit 32 Treffern das Toreschießen erfunden haben. Die bisher einzige Niederlage der Adlerträger datiert vom 4. September. Wir lehnen uns nicht so weit aus dem Fenster, wenn wir sagen: Der TuS um Coach Dragan Petkovic (
der von Instagram) wird am Wochenende vermutlich einen Bunker um den eigenen Strafraum erbauen.
Heimspiel-Tipp: Preußen siegt weiter, findet Lösungen. 3:0. Danach ist Münster gar Tabellenführer.
Mladenovic: 3:0
SG Finnentrop/Bamenohl - SF Lotte (So., 15 Uhr)
Dass Tante Lotte eine Auswärtsschwäche hat, ist ja wohlbekannt. Vier Zähler gab es erst in sechs Ausflügen in die Fremde. Jedes Mal lag Lotte auswärts mit 0:1 hinten. In vier Auswärtsspielen lag Lotte jeweils bereits zur Pause hinten - und das stets ohne eigenen Treffer. Inzwischen klappt's ja auch zuhause nicht mehr. Und das nichtmal mehr mit guten Leistungen wie gegen Münster. Jetzt vier sieglose Spiele hintereinander ließen Lotte auf Platz 12 runter purzeln. Finnentrop ist 13., hat nur einen Punkt weniger. Es ist ein durchaus brisantes Duell. Sollte Lotte verlieren, kann man am Kreuz bald vom Abstiegskampf sprechen. Böse Zungen würden jetzt sagen: Damit kennen sich die SFL ja aus den Vorjahren bestens aus...
Heimspiel-Tipp: 2:3. Lottes zweiter Auswärtssieg.
Mladenovic: 1:2
Westfalenliga 1
Hammer SpVg - Westfalia Kinderhaus (So., 14.30 Uhr)
Zwei Gegentreffer in der Nachspielzeit beim 3:3 gegen Nottuln, Mitte Oktober beim 1:2 in Espelkamp kassierte Kinderhaus den entscheidenden Einschlag auch erst in der Schlussminute. Offenbar ist das ein Trend. Auch gegen Mesum gab's seinerzeit eine Bude in Minute 90. Macht 4/13 Gegentore dann, wenn's eigentlich schon vorbei ist. Und das ist dann doch wohl aussagekräftig genug. Ist übrigens auch eine Begegnung zweier hinkender Offensivreihen. Hamm traf jetzt schon drei Spiele lang nicht mehr, Kinderhaus hat trotz der drei der Vorwoche mit zwölf Tore weiterhin die schwächste Angriffsreihe. Die Tornetze sollten halten.
Heimspiel-Tipp: 2:1
Mladenovic: 2:1
SV Mesum - TuS Hiltrup (So., 14.30 Uhr)
Gespielt wird auf dem Mesumer Kunstrasen. So viel ist schomal sicher. Schiedsrichter ist Simon Knappe. So, und damit dürfte Mesums Übungsleiter "Cello" Langenstroer sich direkt unwohl fühlen. Knappe warf Langenstroer am ersten Spieltag beim Derby in Emsdetten nämlich mit Rot vom Platz. Er gilt seitdem als Wiederholungstäter. Vielleicht sollte er sich am Sonntag selbst fest tapen an der Trainerbank. Baldrian einflößen zur Beruhigung. Oder einfach direkt mit 'nem Pils hinter der Bande Platz nehmen.
Heimspiel-Tipp: Nach vier Niederlagen in Serie folgt der Hiltruper Überraschungssieg: 1:2. Langenstroer erlebt den Abpfiff trotzdem unten neben dem Rasen. Ohne Karte. Ein besonnener Mann eben.
Mladenovic: Mir egal, wer trifft. Hauptsache, wir gewinnen - 0:2
TuS Haltern - Borussia Emsdetten (So., 14.30 Uhr)
Fakt eins: Borussia ist seit fünf Spielen ungeschlagen (neun Zähler). Fakt zwei: In vier dieser fünf Spiele lag Borussia mit 0:1 oder 1:2 hinten und holte jeweils trotzdem noch mindestens einen Zähler. Ergibt insgesamt acht Punkte trotz Rückstand. Ein guter Wert. Aber auch trügerisch: Wenn Borussia verliert, ist Emsdetten halt auch seit vier Spielen sieglos....
Heimspiel-Tipp: Beim Vorletzten klappt's mit 'nem Sieg. Ohne Rückstand. Ohne Probleme. Wieder mit Hans-Dieter Jürgens auf der Bank. 0:2
Mladenovic: 2:1
SpVgg Erkenschwick - GW Nottuln (So., 14.45 Uhr)
Sechsmal gab es dieses Duell seit November 2008. Viermal gewann Erkenschwick, nur einmal die Nottulner. Die vergangene Auseinandersetzung dürfte die Rachegelüste in den Baumbergen in die Höhe treiben. Es war im Westfalenpokal im August diesen Jahres. Die Schwicker siegten 7:2. Allerdings fielen die Tore vier, fünf, sechs und sieben erst ab Minute 78. Und: Nottuln spendierte haufenweise individuelle Fehler. Dann wird's brutal gegen den Ligaprimus. Aber wie trainiert man individuelle Fehler eigentlich? Kann man das überhaupt trainieren? Geht man zum Psychologen?
Heimspiel-Tipp: Was Borussia Emsdetten kann, kann GW Nottuln auch. 1:1. Torschütze im Zweifelsfall halt wieder Dickens Toka.
Mladenovic: 2:1






































