Westfalenliga 1
"Auch für mich keine schöne Situation"
Von Fabian Renger
(06.05.25) Das hat Wellen geschlagen. Julin Muthulingam bleibt im Sommer nun doch beim SV Mesum und geht nun doch nicht zu GWA Rheine. Freude beim Westfalenligisten, Frust beim Steinfurter A-Ligisten. Am Dienstag meldet sich nun auch der Spieler selbst bei uns, um seine Sicht der Dinge darzulegen.
"Ursprünglich habe ich mich dazu entschieden, bei GWA zuzusagen, da ich dem Westfalenliga-Aufwand durch die Geburt meines Sohnes in Verbindung mit meinem Beruf im Dreischichtsystem nicht mehr gerecht werden konnte", erklärt der 29-Jährige erstmal den Hintergrund, warum er überhaupt direkt runter in die Kreisliga gehen wollte. "Dementsprechend musste ich SV Mesum, obwohl ich mich dort von Tag eins wohlgefühlt habe, absagen. Die Gespräche mit Lennart [Rading, Trainer von GWA, d. Red.] und Steve [Ridder, Sportlicher Leiter, GWA, d. Red.] waren super und für mich war GWA zum diesem Zeitpunkt auch mit Hinblick, dass ich weiter mit meinem besten Freund Bie [Christian Biermann, d. Red.] spielen kann, die richtige Entscheidung."
Gleitzeit statt Schichtarbeit
So weit, so bekannt, so verständlich. Im Laufe des Jahres veränderten sich aber ein paar Dinge bei Muthulingam. Er habe ein internes Jobangebot bekommen, wodurch er nun Gleitzeit habe und raus aus der Schichtarbeit sei. "Nach einigen Wochen hab ich gemerkt, dass ich dem Aufwand in der Westfalenliga ohne Einbußen gerecht werde und zudem genug Zeit mit meiner Familie verbringen kann."
Also kam der 29-Jährige, der erst im vergangenen Sommer aus Riesenbeck nach Mesum gewechselt war, ins Nachdenken. Muthulingsam sagt weiter: "In Folge dessen war Mitte April für mich klar, als erstes fairerweise Steve über meine Beweggründe zu informieren, bevor Mesum überhaupt etwas davon erfuhr. Das habe ich dann auch direkt getan. Nach interner Rücksprache mit dem Vorstand stand für GWA fest, dass sie auch trotz meiner privaten Veränderung an der Zusage festhalten wollen. (Demnach kann ich den Vorwurf von lediglich einseitiger Kommunikation auch nicht teilen). Letztendlich hab ich mich nach einiger Bedenkzeit trotzdem entschieden, den Schritt zu gehen und meine Zusage zu widerrufen und habe Steve darüber am Sonntag informiert, bevor ich es in Mesum verkündet habe. "
Frust und Enttäuschung absolut nachvollziehbar
Ridder sprach am Montag von Wortbruch und er sei vor allem menschlich enttäuscht. Muthulingam kann den Frust von Ridder und des gesamten Clubs "absolut nachvollziehen. Es ist auch für mich keine schöne Situation, eine Zusage zurückzuziehen, aber unter den neuen beruflichen Umständen und meines fortschreitenden Alters, habe ich mich einfach dazu entschieden, noch mindestens ein Jahr auf dem höchstmöglichen Niveau Fußball zu spielen."
Das Niveau hat er bereits nachhaltig unter Beweis gestellt. Zwölf Tore gelangen in 21 Einsätzen. Es gibt definitiv angenehmere Gegenspieler für die Verteidiger der Liga.








































