Oberliga Westfalen/Westfalenliga 1 - Anschwitzen
Die Tore schießen die anderen
von Fabian Renger
(14.02.25) Wenn wir anschwitzen, wollen wir natürlich immer etwas wissen von den Trainern. Über welche schmutzigen Details ihrer Schützlinge müssen wir unbedingt berichten? In dieser Woche fiel unsere Wahl auf Borussia Emsdettens Mats Hagel. Wir sollten ihn doch bitte mal nach seiner Anzahl an Toren im Borussen-Trikot fragen, gab uns Emsdettens Trainer Roland Westers mit auf den Weg. Gesagt, getan. "Das stimmt, in der Westfalenliga habe ich noch keines. Im Pokal vielleicht eines oder zwei, da ist noch nicht viel zu verbuchen...", gibt Hagel lachend zu.
Wir finden tatsächlich nur einen Treffer aus einem Kreispokal-Spiel in Bilk im Jahr 2022. Das ist tatsächlich eher dürftig. Hat aber Gründe. Hagel ist schließlich kein Stürmer. Der Lehramts-Student (Sport, Sozialwissenschaften) ist im defensiven Mittelfeld zuhause. "Meine Aufgabe ist häufig, dass ich nicht so weit nach vorne gehen soll", geht der 22-Jährige mit uns auf Erklärungssuche. "Wenn ich mit Kai [Deradjat, d. Red.] an meiner Seite spiele, weiß ich, was meine Aufgabe und was Kais Aufgabe ist. Da kümmere ich mich eher darum, dass wir hinten weiterhin so wenige Gegentore bekommen." Diesen Job erledigt Hagel tadellos. 18 Einschläge sind die zweitwenigsten, einzig Ligaprimus Hiltrup fing sich weniger.
2021 vom FCE rüber gewechselt
Der Mittelfeldspieler ist inzwischen seit Sommer 2021 fester Bestandteil der Mannschaft am Teekotten. Aus der A-Jugend des FCE
kam er rüber. "Damals war ich noch torgefährlicher", schaut er lachend zurück. Hagel soll zu den talentiertesten Spielern seines Jahrgangs in Rheine gehört haben, war mal über ihn zu lesen. Der Sechser hätte es bei der Eintracht sogar in die Oberligamannschaft schaffen können. "Ich hatte das Angebot, mit drei anderen in die erste Mannschaft zu gehen", erinnert er sich. Doch er lehnte ab, ging stattdessen zu den Borussen. Das war definitiv keine Fehlentscheidung.
63 Westfalenliga-Einsätze hat Hagel seitdem auf dem Buckel - und auch schon so manch schwere Zeit hinter sich. Im Oktober 2023 verletzte er sich in Rödinghausen schwer. Das Kreuz- und Innenband waren auf einmal hinüber. Es folgte ein knappes Jahr Pause. Im Oktober stand er erstmals wieder in der Liga in der Startelf. Acht Westfalenliga-Einsätze sind's in 2024/25. Vor Weihnachten war noch ein bisschen zu spüren. Die Winterpause nutzte Hagel, um sich vollständig wieder auszukurieren. Inzwischen ist die Verletzung kein Thema mehr. "Ich bin ja eh ein Spielertyp, der körperlich spielt und viele Zweikämpfe führt. Da habe ich keine Sachen im Kopf, dass mein Knie instabil ist."
Zugesagt für 2025/26
Hagel selbst hat auch für die nächste Saison schon zugesagt, mit Marc Wiethölter kommt auch der passende Trainer rüber. Schließlich stammt Wiethölter aus dem Fußballkreis Tecklenburg, Hagel ist Laggenbecker. Bis zur B-Jugend zockte er noch bei der heimischen Cheruskia. Übrigens: Westfalenliga-Toptorjäger Fynn Mewes (Rödinghausen II) ist ebenfalls Laggenbecker und Hagels bester Kumpel. Eigentlich könnte der ihm doch mal ein paar Tipps geben, wie man seine Torquote verbessert...
Anschwitzen, 23. Spieltag
Oberliga Westfalen
Preußen Münster II - Westfalia Rhynern (Sa., 15 Uhr)
Die Gäste verstärkten sich in der
Winterpause u.a. mit Justin Braun, der vom Regionalligisten Türkspor Dortmund rübergemacht hat. Naja, zumindest stand er in Dortmund auf dem Kaderzettel, für einen 24-minütigen Einsatz hat's gereicht. Rhynern hatte am vergangenen Sonntag frei, das Spiel gegen Verl fiel aus, gewann vor zwei Wochen aber gegen Schermbeck und steht derzeit auf Platz fünf. Für die Preußen ist's der Jahresauftakt.
Heimspiel-Tipp: 1:0. Knapp, aber egal. Ganz, ganz spät belohnen sich die Gastgeber für eine couragierte Leistung per Kopf nach einem Standard.
Hagel: 2:1.
SpVgg Vreden - RW Ahlen (So., 15 Uhr)
Los Wochos der Vredener gehen weiter. Nach Bochum und Lippstadt sind die Ahlener zu Gast. Der nächste namhafte Gegner. Klar ist, dass es nicht klar wird. In 13 Vredener Spielen gewann die eine oder andere Mannschaft mit nur einem Tor Unterschied. In den vergangenen fünf Partien der SpVgg war das der Fall. Spannung ist also definitiv geboten, wenn die Blau-Gelben irgendwo auflaufen.
Heimspiel-Tipp: 2:1. Muss ja, ne. Leon Kondring, einer meiner Allzeit-Lieblingsspieler, markiert den späten Siegtreffer.
Hagel: 2:1.
FC Eintracht Rheine - SG Finnentrop/Bamenohl (So., 15 Uhr)
Es ist ja ein guter Trend inzwischen, eine 'Frage der Woche' auf seinen Social-Media-Kanälen zu posten. Die Finnentroper machen das zwischendurch auch.
Neulich ging es um die Frage, wer aus der Mannschaft der schlechteste Schiedsrichter wäre. Unterhaltsame Antworten kommen da raus, die Truppe wirkt auch sympathisch - und mich würde bei der Gelegenheit mal interessieren, wer beim FCE eigentlich der schlechteste Schiri wäre? Sportlich betrachtet ist die Eintracht Favorit als Tabellensechster, die Gäste eiern als Drittletzter unten herum, sorgten aber mit dem 2:1-Erfolg gegen den ASC Dortmund vorigen Sonntag für eine fette Überraschung. Der FCE will
übrigens die Regionalliga-Lizenz beantragen, war am Freitag zu lesen.
Heimspiel-Tipp: 3:1. Doppelpack Bennet van den Berg, das dritte Tor macht Tugay Gündogan. Irgendwann müssen bei der Eintracht ja mal Tore fallen...
Hagel: 1:0.
SC Verl II - 1. FC Gievenbeck (So., 16 Uhr)
Verls Erste sorgt derzeit für mächtig Furore, stellte nun sogar einen Lizenzantrag für die 2. Liga. Das soll uns hier aber nicht jucken. Spannender ist ein Text über den Ist-Zustand beim FCG auf der Gievenbecker Webseite. Baustellen sind etwa die Gegentreffer, die "oft auf zu einfache Art" kassiert werden, wie "Toto" Maas dort zu Protokoll gibt. Auch personell gibt's einen guten Eindruck.
Deswegen spendiere ich euch mal den Linktipp, statt hier weiter munter vor mir her zu palavern..
Heimspiel-Tipp: 2:0. Die Gäste kommen nie rein ins Match. Diesmal gibt's leider kein Kabinen-Siegerfoto.
Hagel: 1:1.
Westfalenliga 1, 17. Spieltag
SuS Neuenkirchen - TuS Hiltrup (So., 15 Uhr)
Die Vorbereitung des SuS lief eher so semigut. Von fünf Partien gewann der SuS keine. Es gab drei Pleiten (U19 Preußen Münster, Vorwärts Wettringen, Eintracht Ahaus) und zwei Remis (SC Altenrheine, FC Schüttorf). Aber Resultate sind ja Schall und Rauch und so. Motivation dürfte genug vorhanden sein, im Hinspiel im Sommer ging der SuS am Osttor mit 0:6 baden. Das war damals eine absolute Nicht-Leistung. Hiltrup schlug derweil zum Vorbereitungs-Abschluss den Westfalenligisten FC Iserlohn mit 2:1.
Dass da dort kein einziger Hiltruper Spieler namentlich aufgeführt wurde, hat übrigens nichts zu bedeuten, war eher ein Versehen.
Heimspiel-Tipp: 1:1. Zwar weiterhin kein Sieg, aber dafür eine tapfere kämpferische Leistung, für die sich der SuS belohnt.
Hagel: 1:2
Westfalia Kinderhaus - Westfalia Soest (So., 15 Uhr)
Die schönsten Schiris des Kreises Tecklenburg sind am Start. Stefan Schönfelder an der Pfeife, Felix Hennig wird ihm assistieren. Kann also nichts mehr schiefgehen. Es ist das Ligadebüt von Philip Just und Massih Wassey an der Kinderhauser Seitenlinie. In der Vorbereitung wechselten sich Licht und Schatten munter miteinander ab. Zuletzt gab es in der Generalprobe gegen den niedersächsischen Oberligisten aus Spelle eine knappe 1:3-Pleite. Kann man wohl mit leben. Das hier ist das Topspiel des Spieltags. Der Sechste gegen den Zweiten, mit einem Dreier würde Kinderhaus punktemäßig gleichziehen mit den Gästen. Geht also gleich mal um jede Menge für K-Town.
Heimspiel-Tipp: 3:1! Statement der Kinderhauser. Famoses Ligadebüt für das Trainerduo.
Hagel: 1:2. Soest hat mich bisher am meisten überzeugt.
Preußen Espelkamp - GW Nottuln (So., 15 Uhr)
Oh weh, oh weh. Aus Espelkamp vernimmt man in diesen Tagen keine sonderlich tollen Nachrichten.
Es ist von finanziellen Sorgen zu lesen und von gekürzten Bezügen der Spieler. Das macht normalerweise etwas mit den Aktiven. Aber GWN hat eh aktuell genug eigene Sorgen. Nur ein Punkt trennt das Team von der Abstiegszone. Den letzten Sieg in der Liga gab es Ende Oktober. Seitdem folgten vier Spiele ohne Sieg, aber auch nur zwei Niederlagen. Irgendwie ist das alles merkwürdig mit GWN. Ich bin gespannt auf die Liga-Premiere von Winter-Neuzugang Lukas Cofalik.
Heimspiel-Tipp: 2:0. Bis zum 16er sieht's gut aus, danach steht ein Stopschild.
Hagel: 1:2
FSC Rheda - SV Mesum (So., 15 Uhr)
Etliche Jahre war Rheda Bezirksligist. Inzwischen ist der FSC Westfalenligist. Das lag auch an Trainer Vittorio Lombardi. Dem 40-Jährigen beglückwünschen wir erstmal zum Vornamen, er hätte ja auch Pietro heißen können. Im Sommer wird Lombardi nach acht Jahren und zuletzt zwei Aufstiegen in Folge die Zelte
abbrechen in Rheda und zum Konkurrenten SC Peckeloh wechseln. In Rheda wird übrigens Ex-Clarholz-Coach Christoph Hankemeier Trainer. Übers Spiel an sich müssen wir nicht sprechen. Mesum hat schließlich seit dem 29. Oktober 2023 kein Auswärts-Ligaspiel mehr gewonnen. Deswegen das Angebot an Pascal Wilmes: Gewinnt Mesum, bezahle ich die nächste Tankfüllung. Gewinnt Rheda, kannst du mein Auto waschen. Deal?
Heimspiel-Tipp: 2:2. Schiedlich-friedlich. Mesum verspielt eine 2:0-Führung.
Hagel: 1:1
SG Bockum-Hövel - Borussia Emsdetten (So., 15.30 Uhr)
Warum ist die Borussia eigentlich so langweilig? Nur beim Delbrücker SC (39 Tore) fallen weniger Treffer als bei Partien der Emsdettener (41). "Wir konzentrieren uns darauf, gut zu verteidigen", sagt Hagel. "Offensiv haben wir Luft nach oben. Wir wollen gefährlicher nach vorne werden, uns mehr Chancen herausspielen in der Rückrunde. Daran müssen wir arbeiten." Vielleicht sollte ihn sein Coach einfach mal von der Leine lassen. Aber nun gut, es ist ja kein Verbrechen, aus einer guten Defensive heraus zu agieren.
Heimspiel-Tipp: 2:1. Die Gäste gehen früh in Führung, stellen aber irgendwann das Fußballspielen komplett ein und lassen sich spät die Butter vom Brot nehmen.
Hagel: 0:2. Kai macht ein Tor und Silas Burke das andere.
Oberliga Westfalen/Westfalenliga 1 - Der vergangene Spieltag







































