Westfalenliga 1
Hiltrup glänzt im Derby
von Fabian Renger
(15.09.24) Langsam aber sicher wird es unheimlich: Der TuS Hiltrup darf sich weiterhin als Tabellenführer und nun auch als Derbysieger bezeichnen. Die Hiltruper schlugen die favorisierte Westfalia aus Kinderhaus mit 3:2 (2:1). 278 Zuschauer sollen es laut fussball.de gewesen sein. Die, die es mit dem TuS halten, werden ziemlich glücklich nach Hause gefahren sein. Hiltrups Cheftrainer Marcel Stöppel war sowieso allerbester Laune: "Ich hab meine Mannschaft schon oft gut gesehen. Aber heute habe ich in der ersten Halbzeit die beste Halbzeit gesehen, seitdem ich in Hiltrup Trainer bin." Gehen die Gäule mit Stöppel durch, hat er jetzt endgültig die Bodenhaftung verloren? Keinesfalls. Er übertrieb nicht.
"Wir haben das Spiel quasi in der ersten Halbzeit verloren", räumte Gäste-Coach Omid Asaollahi ein. Seine Elf war überhaupt nicht in Derbystimmung. "Wir waren gar nicht so richtig dabei, haben kaum Zweikämpfe geführt oder gewonnen und auch kaum Bälle zum Mann gebracht. Wir haben alles vermissen lassen, was zu vermissen war."
Kinderhaus lässt in der ersten Halbzeit "alles vermissen"
Mit und gegen den Ball war Hiltrup die überlegene Mannschaft und ließ vor der Pause gar nichts zu. Die Pausenführung war hochverdient. Jonas Weißen traf nach einem Eckstoß aus dem Gewühl zum 1:0 (25.), Nils Kisker erhöhte auf 2:0. "Top rausgespielt", betonte Stöppel. Über rechts ging es, Peter Effing und Moritz Pauli waren beteiligt. Schlussendlich schlenzte Nils Kisker den Ball in den Winkel (39.).
Stöppel hatte in der Folge das Gefühl, dass seine Mannschaft dem 3:0 definitiv näher war als die Gäste dem Anschlusstreffer. Ogün Gümüstas verpasste jedoch gleich zweimal das 3:0. Das wäre wohl der Kinderhauser Knockout gewesen. "Wir haben in der ersten Halbzeit einen tollen Fußball gespielt, hatten tolle Ballbesitzphasen, waren dominant und haben die Räume gut besetzt", zählte Hiltrups Übungsleiter sämtliche Vorzüge auf.
Referee Marcel Voß fand offensichtlich auch Gefallen an der Partie und verlängerte die angezeigte Nachspielzeit des ersten Durchgangs noch ein bisschen. Plötzlich gab es berechtigterweise Handelfmeter für die Gäste. Kisker war der Pechvogel, dem der Ball an die Flossen sprang. Jendrik Witt verwandelte den Penalty (45+5.). Wie sagt man so schön: Der psychologisch günstige Zeitpunkt.
Doppelwechsel bringt mehr Kreativität
Asadollahi wechselte zum zweiten Abschnitt gleich zweimal. Für Semih Daglar und Felix Ritter kamen Luis Haverland und Max Meier. Beide waren zuletzt nicht fit. Aber es ging halt nicht mehr ohne sie. Und der Doppelwechsel brachte Schwung in die eher leblose Westfalia. "Wir haben viel kreativer gespielt", sah Asadollahi eine Reaktion seiner Gang. Stöppel fand die Verhältnisse jetzt zumindest "recht ausgeglichen". Zum Ausgleich brauchte der Gast jedoch einen ruhenden Ball. Hiltrup verteidigte eine Ecke recht luftig, aus dem Gewühl heraus war Meier erfolgreich - 2:2 (63.). "Ich war überzeugt, dass wir das Ding drehen. Du hast gemerkt, dass denen die Düse ging", so Asadollahi.
Er lag falsch.
Denn Kinderhaus servierte den Gastgebern den erneuten Rückstand auf dem Silbertablett. Nelson Peters spielte zurück zu Keeper Steffen Scharbaum, der den Ball raus schoss. Allerdings fiel die Kugel 33 Meter vorm Tor vor die Füße von Ogün Gümüstas. Der fackelte nicht lange und knallte sie zum 3:2 ins Kinderhauser Tor (67.). Die Gäste probierten es nochmal, kamen durch Peters oder Meier auch noch zu gefährlichen Situationen. "Aber das waren keine Hundertprozentige", gestand Asadollahi. Auf Hiltruper Seite verpasste der eingewechselte Felix Bußmann schließlich das mögliche 4:2.
TuS Hiltrup - Westfalia Kinderhaus 3:2 (2:1)
1:0 Weißen (25.), 2:0 Kisker (39.)
2:1 J. Witt (45+5./HE), 2:2 Meier (63.)
3:2 Gümüstas (67.)
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