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Westfalenliga 1: Doppelpass

Neuenkirchens Coach Alex Zerche nahm sich am Donnerstagmittag viel Zeit, um über dies und jenes mit uns zu plaudern.

Zerche: "Wo sich eine Tür schließt..."


von Fabian Renger

(05.02.26) Dass der SuS Neuenkirchen auf Platz sechs überwintert, hätten sicherlich nicht viele auf ihrer Bingo-Karte gehabt. Der SuS holte 24 Zähler in der Hinserie und blickt auf ein exzellentes Halbjahr zurück. Trotzdem wird sich das Gesicht des Kaders deutlich verändern. Im Sommer ziehen sich die Keeper Lukas Greiwe und Marvin Wiesmann zurück. Auch Leistungsträger wie Lennart Theismann, Joshua Roß und Jan Rauße verabschieden sich. Alex Zerche bekommt zudem einen neuen Co-Trainer, da sein jetziger Co Dirk Sterthaus ebenfalls die Hacken in den Teer haut.

Doch: Stöhnen ist nicht angesagt. Zerche gibt sich im Gespräch mit uns bemerkenswert gelassen.

Überall hört man, wie schlimm diese Vorbereitung doch läuft. Dann schaue ich mir das Profil von euch bei fussball.de an und sehe: Ihr habt ja schon viermal spielen dürfen. Könnte bei euch also gar nicht besser laufen, nehme ich an.
Zerche: Ein paar Abstriche muss man gerade im Winter immer machen. Grundsätzlich lief es aber, abgesehen von der letzten Woche, soweit nach Plan. Da können wir uns in Neuenkirchen glücklich schätzen.

Was heißt nach Plan?
Zerche: Das, was wir geplant hatten in der Vorbereitung, konnten wir so durchziehen. Wir hatten einen Ausfall gegen die U19 von Preußen Münster. Das war der einzige Test, der ausgefallen ist. In der letzten Woche mussten wir etwas kreativ werden, weil die Plätze gesperrt waren und die Schneedecke auch den Neuenkirchener Kunstrasen nicht verschont hatte. So wird man einfallsreich, was die Testspiele angeht. So hatten wir am Mittwoch das Vergnügen, das Spiel gegen Altenrheine in Reckenfeld auszutragen. Jetzt haben wir am Samstag noch einen Test gegen Burgsteinfurt, dann sind wir eigentlich durch.

Stimmt, es geht ja auch für euch früher los – am 14. Februar in Ostinghausen. Ich bin ein Fan von Skala-Fragen: Wie gut fühlt ihr euch vorbereitet? Eins wie primitiv schlecht, zehn wie sehr gut?
Zerche: Die nächste Woche wird noch einmal entscheidend sein. Wir bewegen uns im Fitnessbereich schon auf einem guten Niveau, haben aber fußballerisch noch Luft nach oben. In der Vorbereitung haben wir viel Spielzeit verteilt. Ich würde sagen, wir befinden uns aktuell bei einer Sechs oder Sieben. Der Feinschliff kommt aber erst, von daher sind wir voll im Soll.

Bis auf den Langzeitverletzten Malte Nieweler sind alle Verletzten wieder an Bord. Olli Janning stieg beispielsweise in dieser Woche wieder ins Teamtraining ein. Leute wie Joshua Roß (Rippenprellung), Noah Scheipers (Bänderriss) und Leon Varelmann (Muskelfaserriss) sind ebenfalls zurück. „Sind wieder alle an Bord, soweit“, freut sich der Coach.

Was wollt ihr anders, was wollt ihr besser machen in der Rückserie? Mehr Tore schießen, platt gesagt? 26 waren jetzt nicht so viele...
Zerche: Wenn’s nach der Vorbereitung geht, machen wir auch unsere Tore. Wir treffen einmal gegen Gievenbeck, dreimal gegen Spelle, zwei gegen Schöppingen. Gegen Altenrheine hatten wir eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz und haben nicht getroffen. (0:1-Niederlage) Wir wollen genau da anknüpfen, wo wir in der Hinserie aufgehört haben, und die nötigen Punkte zum Klassenerhalt einfahren. Wir befinden uns weiterhin im Umbruch und sind noch nicht fertig. Nach einem halben Jahr mit einem Trainerwechsel und einem neuen Team brauchen wir Zeit. Wir bewegen uns aber voll in unserer Jahresplanung.

Was gibt’s inhaltlich konkret zu verbessern?
Zerche: Wir müssen in unseren Spielprinzipien noch besser werden und mehr Automatismen reinbekommen. Technisch müssen wir sauberer werden, wir wollen mehr Ballbesitzphasen im Spiel haben und auch flexibler werden, was das System angeht. Da haben wir in der Hinserie einen guten Schritt nach vorne gemacht. Das wollen wir fortsetzen.

Umbruch ist ein gutes Stichwort. Lennart Theismann, Joshua Roß, Jan Rauße sowie eure beiden Torhüter Lukas Greiwe und Marvin Wiesmann hören auf. Das ist eine lange wie prominente Liste. Das klingt nach Spaß, der auf dich zukommt...
Zerche: Ein Stück weit musste man davon ausgehen, wenn man sich die Altersstruktur im Kader anschaut. Man kennt die Jungs natürlich ein halbes Jahr und weiß auch bei manchen, was drumherum so passiert – im beruflichen wie privaten Bereich. Davon war also auszugehen. Die Truppe ist eine große Clique und spielt seit Jahren so zusammen. Es ist klar, dass da irgendwann ein Umbruch beginnt. Den haben wir im Sommer angestoßen und werden ihn weiter forcieren. Die Marschroute muss sein, auf junge Spieler zu setzen, ihnen die Chance zu geben, sich in der Westfalenliga zu etablieren und die nötigen Spielzeiten zu sammeln. Das ist die Zukunft des Vereins.

Aber das tut trotzdem weh. Lennart Theismann und auch Joshua Roß sind ja nicht irgendwer. Woran liegt’s bei denen?
Zerche: Bei Lennart sind’s private Themen, bei Joshua ist es ähnlich. Er hatte auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Irgendwann sagt dir der Körper natürlich auch, dass es nicht mehr auf dem Niveau geht. Von daher ist es erst mal nur eine Fußballpause. Er ist nicht weg, er ist nicht bei einem anderen Verein. Natürlich geht Qualität verloren, keine Frage, individuell tut’s weh. Aber wo sich eine Tür schließt, da öffnet sich eine neue.

Wie sieht’s mit Greiwe und Wiesmann aus? Wechseln die denn irgendwo anders hin?
Zerche: Nein. Bei uns wechselt kein Spieler den Verein. Bei Marvin sind’s ähnliche Gründe wie bei Lennart oder Joshua. Das hat nichts mit sportlichen Gründen zu tun.

Ihr habt ja mit Lukas Fiedler und Roman Streitenberger auch gut vorgesorgt.
Zerche: Total! Roman ist ein wichtiger Typ, er kommt jetzt ins beste Fußballalter und ist noch lange nicht fertig. Ihn kenne ich noch aus seiner Zeit in Rheine. Er war eine Art Wunschkandidat von mir, weil er noch mal ein anderer Fußballer ist als die, die wir schon haben. Er bringt eine Straßenfußballermentalität mit und macht auch mal etwas Verrücktes auf dem Platz. Solche Momente brauchen wir. Für ihn ist es eine riesige Chance, noch mal höher anzugreifen. Da sind wir froh, dass wir ihn gewinnen konnten. Mit Lukas haben wir im Tor eine optimale Lösung gefunden, der die Truppe kennt und Erfahrung mitbringt.

Wie stellt ihr euch sonst im Tor auf?
Zerche: Wir setzen auf junge Personalien hinter Lukas. Mit Ole Schulmann haben wir vor der Saison ja bereits einen dritten Torwart verpflichtet. Johannes Scholz aus unserer A-Jugend ist ein weiterer Kandidat. Mit Steffen Kauling haben wir einen Torwart in unserer Zweiten, der auch sehr, sehr gut ausgebildet worden ist. Auch da sind wir bereit.

Mit Dominik Grieger (wird im Sommer vorsenioriert) und Piet Dirkes stehen vielversprechende A-Jugendliche auf dem Sprung zur Ersten. „Die Jungs werden uns viel Freude bereiten“, reibt sich Zerche erwartungsfroh in die Hände. „Das ist der Weg! Das sind Jungs aus dem eigenen Stall, die den Verein noch mal etwas anders leben.“ Davon gab es in der jüngeren Vergangenheit viele positive Beispiele, etwa die Beförderung von Fin Menzel. Aber auch extern könne noch alles passieren auf der Zugangsseite, sagt Zerche. „Wir befinden uns noch in Gesprächen.“ Schau’n mer mal.



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3    1. FC Gievenbeck II 18    47:14 45  
4    Cher. Laggenbeck 16    58:20 44  
5    SC Füchtorf 18    45:17 44  

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