Westfalenliga 1
Ostendorfs Blitztor verändert das Spiel
von Fabian Renger
(12.10.25) Schon wieder hat Borussia Emsdetten ein Derby nicht für sich entschieden. Das Heimspiel gegen den SV Mesum ging vor 450 zahlenden Zuschauern mit 0:2 (0:0) verloren. Abgesehen vom Ergebnis schmeckte Borussias Coach Marc Wiethölter die Leistung seiner Mannen jedoch. Ausschlaggebend für die Pleite war wohl der Zeitraum direkt nach der Pause – genauer gesagt die 46. Minute, als die Mesumer erstmals zuschlugen.
Die zweite Hälfte hatte gerade begonnen, Gäste-Trainer Pascal Wilmes saß noch nicht mal wieder auf seiner Trainerbank, da lag der Ball schon im Netz. Kevin Ostendorf traf aus rund 17 Metern platziert ins lange Eck (46.). Technisch sauber war das – aber halt saublöd für die Gastgeber.
Schäperklaus hat ein Gastgeschenk dabei
Springen wir zunächst in die erste Halbzeit: „Die war sehr gut, weil wir Mesum kaum zur Entfaltung haben kommen lassen. Wir waren sehr scharf, mit der Art und Weise war ich mega zufrieden“, so Wiethölter. Seine Elf leistete richtig ordentlichen Widerstand, brachte sich auch oft in gute Schusspositionen – „aber wir schießen zu wenig“, kritisierte der Trainer. Den Ball ins Tor zu tragen, das ist gegen Mesum ohnehin kein cleverer Plan. Die dickste Chance der Heimelf vor der Pause resultierte passenderweise aus einem Mesumer Gastgeschenk: SVM-Schlussmann Hannes Schäperklaus spielte Kürsat Özmen den Ball in die Füße, parierte dessen Abschluss aber stark. Wer Mist baut, muss ihn eben auch selbst wieder ausbügeln.
Und wie sah es auf der anderen Seite aus? „Ich würde es als zerfahren titulieren“, meinte Wilmes. Seine Mannschaft suchte zwar spielerische Lösungen, spielte ihre Angriffe aber selten konsequent zu Ende. Die beste Mesumer Gelegenheit hatte ebenfalls Ostendorf – im Strafraum entschied er sich für den Lupfer statt den Volley, der Ball landete auf dem Tornetz.
1:1 zählt nicht - im Gegenzug fällt Mesums 2:0
Nach dem Seitenwechsel machte er es dann besser: Mesum führte. Doch Emsdetten hatte zunächst die passende Antwort parat. Nach einem Halbfeld-Freistoß aus rund 35 Metern traf Özmen zum vermeintlichen 1:1, doch Referee Adrian Mazurkiewicz entschied auf Abseits. Im Gegenzug produzierten die Gastgeber eine Ecke, die sie nicht ordentlich klärten. Rund zwölf Meter vor dem Tor kam Chris Strotmann an den Ball und schoss zum 2:0 ein (55.). „Das war symptomatisch für die zweite Halbzeit“, seufzte Wiethölter. Viele zweite Bälle landeten jetzt beim Gast. „Wir haben geackert und alles versucht. Man merkte, die Jungs wollten – aber wir hatten viele Unsauberkeiten drin.“
So geriet der Mesumer Sieg letztlich nicht mehr ernsthaft in Gefahr. „Wir hätten unsere Konter deutlich besser ausspielen müssen“, hätte sich Wilmes zwar noch ein drittes Tor gewünscht – zufrieden war er aber auch so: Der Derbysieg war verdient.
Borussia Emsdetten - SV Mesum 0:2 (0:0)
0:1 Ostendorf (46.), 0:2 Strotmann (55.)







































