Oberliga Westfalen/Westfalenliga 1 - Anschwitzen
"Ein totaler Gewinnertyp"
von Fabian Renger
(26.09.25) Da kommt was auf Münster zu heute Abend! In der Oberliga steigt das Derby zwischen Preußen Münster II und dem 1. FC Gievenbeck. Flutlicht, 19.45 Uhr Anstoß, Freitagabend. Einen besseren Start ins Wochenende könnte es kaum geben. Natürlich mussten wir da mit jemandem aus einem der beiden Lager zum Anschwitzen sprechen. Unsere Wahl fiel wenig überraschend auf Mika Keute. Der 21-Jährige wechselte im vergangenen Sommer nach 14 Jahren bei den Preußen rüber nach Gievenbeck.
"Ein super Typ", beschreibt ihn FCG-Coach Torsten Maas. "Er hat sich in den ersten Monaten auf Anhieb wie gewünscht und vorgestellt bei uns integriert, ist schnell zur festen Größe gewachsen und darüber hinaus ein absolutes Mentalitätsmonster. Er verliert nicht gerne und ist ein totaler Gewinnertyp." Stimmt das alles? Das mit der festen Größe lässt sich schnell bejahen. In allen sieben Oberligaspielen der 49ers stand der Sechser in der Startelf. Und das mit dem Gewinnertypen? "Das hat er passend getroffen. Das beschreibt mich ganz gut. Egal, ob im Training oder im Spiel: Ich möchte immer gewinnen und kann es nicht haben, als Verlierer vom Platz zu gehen", entgegnet Keute lachend. Ein Trainingsspiel sei ihm definitiv nicht egal. Es könne auch mal lauter werden, wenn das Feuer fehlt. Eine gute Einstellung.
Vorfreude aufs Derby
2014 zog es den rund 1,90 Meter großen Zentrumsspieler von GW Amelsbüren an die Hammer Straße. Nach der Jugendzeit schaffte er den Sprung in die Oberligamannschaft. 51-mal spielte er dort für die Zwote, alleine in der vergangenen Spielzeit waren es 28 Einsätze. Trotzdem waren sich Preußens Trainer Kieran Schulze-Marmeling und Keute einig: Es ist an der Zeit für einen Tapetenwechsel. Auch weil der Youngster eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann begann – bei den Preußen wird vom Volumen her fast auf Profiniveau gearbeitet. Das beißt sich natürlich in gewisser Weise. Da Keute gerne in Münster bleiben wollte, war der FCG eine naheliegende, laut Keute sogar die "perfekte Adresse. Ich bin top, top zufrieden. Es war total leicht, mich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Ich fahre da sehr gerne hin!"
Das Duell am Freitag wird für ihn natürlich alles andere als gewöhnlich. "Derbys habe ich in den letzten Jahren einige gespielt, aber immer auf der anderen Seite. Das wird schon cool werden." Klassikerfrage, die wir ihm natürlich stellen müssen: Angst, sich zu verlaufen, aus Versehen in die falsche Kabine zu gehen? "Das stimmt schon, das wird gewöhnungsbedürftig", schmunzelt er. "Ich hab schon drüber nachgedacht, wie es ist, mich auf der anderen Seite des Platzes warmzumachen. Das wird schon komisch werden." Das glauben wir gerne.
Jetzt aber darf Keute erstmal mit uns anschwitzen.
Anschwitzen, 8. Spieltag, Oberliga Westfalen
Preußen Münster II - 1. FC Gievenbeck (Freitag, 19.45 Uhr)
"Ich finde es schwierig, eigene Spiele zu tippen." Wir probieren es trotzdem aus. Keute ist nicht der einzige Rückkehrer. Auch Ben Wolf wird heute Abend an die alte Wirkungsstätte zurückkehren. Mehr Worte sparen wir uns zu dieser Partie. Ist ja gleich schon Anstoß.
Heimspiel-Tipp: 2:1.
Keute: 1:2. Ein Tor von Ben Wolf, eines von Fabi Witt.
SV Lippstadt - TuS Hiltrup (Samstag, 17 Uhr)
Das wohl leichteste Auswärtsspiel der Saison. Zumindest auf mentaler Ebene. Ich meine: Motivation braucht es wohl im Hiltruper Lager keine für dieses Spiel beim langjährigen Ex-Regionalligisten. Der hat ja das vorige Jahr eins nach dem Abstieg für die Neufindung benutzt und scheint in dieser Spielzeit Ernst zu machen. Lippstadt steht auf Platz eins, hat erst eine Niederlage kassiert und fünf Spiele gewonnen - vier davon übrigens ohne Gegentor. Na, liebe Hiltruper, wie wollt ihr dieses Bollwerk denn bitte überwinden?
Heimspiel-Tipp: 3:0. Lippstadt ist anderes Kaliber.
Keute: 2:0. Lippstadt spielt schon sehr abgezockt.
SV Schermbeck - FCE Rheine (Sonntag, 15 Uhr)
Der Auftritt des FCE gegen Rhynern? Für Rheines Coach David Paulus war es eigentlich mit die beste Saisonleistung, nur das Ergebnis passte aufgrund eines Zusammenbruchs in der Nachspielzeit nullkommanull. Ebenfalls stimmig war der Auftritt im Kreispokal in Mesum am Mittwochabend, da überzeugten mich vor allem Heißsporn Montasar Hammami (dem müsste man mal ein Mikro beim Spielen zustecken, könnte spaßig sein) und natürlich mein heimlicher Lieblingsspieler Pierre Pinto.
Heimspiel-Tipp: 1:2. Die Leistung stimmt kein Stück, immerhin der Ertrag. Treffen werden Luca Meyer und Josha Häusler. Der FCE, der tief im Keller festhängt, hätte es nötig.
Keute: 1:2.
SpVgg Vreden - Türkspor Dortmund (Sonntag, 15 Uhr)
Was gibt's eigentlich Neues von
Kilian Heisterkamp? Wir erinnern uns: In 30 Einsätzen in der vergangenen Saison holte er sich 20 Gelbe. Er scheint ein braver Junge geworden zu sein. In dieser Spielzeit hat es in sechs Partien erst eine gelbe Verwarnung für ihn gegeben. Wie kann das denn sein? Der Dominik Kohr der Oberliga enttäuscht!
Heimspiel-Tipp: 1:0. Felix Mensing markiert seinen ersten Saisontreffer.
Keute: 2:0. Vreden ist zuhause immer sehr gut.
Westfalenliga 1
Westfalia Kinderhaus - SV Mesum (Sonntag, 15 Uhr)
Die vergangenen drei Duelle gingen allesamt an die Kinderhauser. Neun Tore schenkten sie dem SVM in den drei Partien ein. Der wäre also mal wieder dran. Erst gab es ein 0:3, danach ein 2:3, dann ein 1:3. Wenigstens ein 3:3 wäre also jetzt im Rahmen der Serie zu erwarten, oder? Bleibt abzuwarten, wie die Mesumer das Pokalaus vom Mittwoch verkraftet haben. Zuletzt überbot sich die SVM-Defensive damit, ihren Gegnern Gegentore zu spendieren. Besonders gegen den FCE waren er einmal mehr Einschläge, die viel zu leicht fallen. Nicht auzusdenken, wenn Mesum am Sonntag wieder so auftritt - Kinderhaus hat schließlich schon 20-mal genetzt...
Heimspiel-Tipp: 3:4. Tino Wermeling kommt mit seiner Kamera vorbei, da muss es sich doch lohnen. Waghalsig: Julin Muthulingam trifft diese Woche nicht, dafür machen Dominic Schmidt und Lars Jenders die Tore.
Keute: 3:2.
GW Nottuln - SC Peckeloh (Sonntag, 15 Uhr)
In der
Bundesliga liegt der Remis-Rekord bei 18 Punkteteilungen. Aufgestellt von 1. FC Kaiserslautern (1995/96) und der 1. FC Köln (1991/92). Die Kölner hatten allerdings auch 38 Spieltage Zeit. So viele werden es wohl tendenzell dann eher nicht für GWN. Obwohl...wer weiß das schon? GWN schaffte ja jetzt schon fünf Remis in sieben Spielen. Wir rechnen das mal hoch. Auf 30 Spieltage gesehen, kämen die Nottulner schlussendlich gar bei etwa 21 Unentschieden raus. Darius Schwering, tu' was dagegen, das kann doch keiner wollen!
Heimspiel-Tipp: 1:2. Kein Remis, aber auch keine Punkte. Peckeloh bleibt im sechsten Pflichtspiel in Serie ungeschlagen und scheint allmählich angekommen zu sein in der Saison.
Keute: 0:2. Peckeloh hat schon einige guten Namen dabei.
SuS Neuenkrichen - SV Rödinghausen II (Sonntag, 15 Uhr)
Der SuS kassierte sämtliche neun Gegentore nach der Pause. Der SuS selbst traf sechsmal vorm Halbzeitpfiff, fünfmal danach. Problem erkannt, würden wir sagen.
Heimspiel-Tipp: 2:1! Das Gegentor? Fällt natürlich in der 87. Minute. Macht den Braten aber auch nicht mehr fett.
Keute: 1:1.
Borussia Emsdetten - Westfalia Soest (Sonntag, 15 Uhr)
Es ist ein altes Emsdettener Gesetz: Umso schlechter sich das Team von Marc Wiethölter warmmacht, umso besser wird das Spiel. "Das beste Aufwärmen hatten wir in dieser Saison beim Derby gegen Neuenkirchen", erzählte uns Borussias Trainer nach dem knappen Weiterkommen im Pokal in Wettringen. Da machte sich seine Truppe nämlich ebenfalls nicht wirklich gut warm, und gewann trotzdem schlussendlich. Beim angesprochenen Neuenkirchen-Derby ging seinerzeit kein Feuer über ins Spiel. Aber wir Hobby-Trainer würden jetzt eher nicht dazu raten, sich absichtlich schlecht aufzuwärmen....
Heimspiel-Tipp: 1:1. Müder Sonntagnachmittag am Teekotten. Einzig die Bratwurst und das Bier schmecken. Selbst der Kassierer will sein Geld zurück.
Keute: 1:0. Gegen Emsdeten haben wir in der Vorbereitung gespielt, die fand ich ordentlich.
FC Kaunitz - Eintracht Ahaus (Sonntag, 15 Uhr)
Ich hab keinen Dunst, was ich euch über den FC Kaunitz erzählen soll. Die Anlage soll aber super schön, sehr gut oder hervorragend sein. Da sind sich die 53 Rezensionen bei Google allesamt einig. Frank Wegener, ich freue mich auf eine ausführliche Reiseberichterstattung im Nachgang! Beide Teams trafen im Sommer übrigens in der Aufstiegsrelegation bereits aufeinander. Kaunitz gewann damals mit 5:2. Eine Rechnung wäre also noch offen.
Heimspiel-Tipp: 2:3. Wegener kauft sich vor Freude ein Grundstück in Kaunitz.
Keute: 1:3.








































