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Landesliga 3

Vom Abstiegskandidaten zum Meisterschaftsfavoriten: Trainerin Anna Donner leistet sehr gute Arbeit in Nottuln - mittlerweile sogar im Doppelpack.

Weiter, immer weiter.

von Theresa van den Berg

(23.09.21) Von einem Abstiegskandidaten zum ernstzunehmenden Anwärter auf die Meisterschaft - dahin hat Anna Donner die Frauen von GW Nottuln geführt. Als sie die Mannschaft im Winter 2018 übernahm, steckten die Grün-Weißen mitten im Abstiegskampf. Erst am letzten Spieltag rettete sich das Team und durfte sich über ein weiteres Jahr in der Landesliga freuen. Doch wer in der neuen Saison mit einer ähnlich schwachen Mannschaft rechnete, der hatte sich getäuscht. Was schon in der Rückrunde nicht schlecht aussah, ging ab da steil bergauf. 

Platz vier und Platz zwei waren die Resultate der ersten zwei Donner-Spielzeiten als Damen-Trainerin. Eine Saison zu Ende spielen durfte sie allerdings noch nicht. Das gelingt der Lehrerin für Sport und Ernährung hoffentlich in diesem Jahr, immerhin läuft auch aktuell alles bestens in den Baumbergen. Donners Plan, attraktiven und schnellen Kombinationsfußball zu spielen, geht immer mehr auf. Das bekommen auch die Gegner zu spüren. Vreden und Flaesheim mussten schon dran glauben, ist jetzt Oeding an der Reihe?

Viele bekannte Gesichter

Angefangen Fußball zu spielen, hat die 28-jährige 2003. Doch seitdem hat sich einiges verändert. Die Nottulnerin erlitt zahlreiche Verletzungen - vier Kreuzbandrisse und einen Sprunggelenksbruch - und musste ihre fußballerische Tätigkeit an den Seitenrand verlagern. Sie fand Spaß am Trainerjob und landete erst bei der U15, dann jahrelang bei der U-17 und mittlerweile bei den Frauen. "Mir macht Mannschaftssport total viel Spaß. Der Zuspruch von den Zuschauern, wenn man Fortschritte sieht und das gemeinsame gewinnen ist einfach schön." 

Trotz ihres jungen Alters gab es nie Probleme mit der Mannschaft. "Viele der Mädels habe ich schon in der U-17 trainiert, die kannten mich also. Zusätzlich kam mir zugute, dass ich den Posten übernommen habe, als es nicht gut lief. Die Freude und Wertschätzung, dass es endlich wieder anders und besser lief, war da und mit dem Nicht-Abstieg habe ich mir den Stellenwert ein Stück weit erarbeitet." 

Ab jetzt in Begleitung

Die Anzahl an Trainerinnen im Umkreis ist überschaubar. „Schade, eigentlich“, findet Donner, man sollte den Frauenfußball viel mehr fördern. Die Anzahl an Müttern in diesem Geschäft wahrscheinlich noch seltener. Doch auch nach der Geburt ihrer Tochter ist die ehemalige Offensivspielerin mit vollem Einsatz dabei. Der Kinderwagen steht regelmäßig am Spielfeldrand und wird, wenn nötig, auch gerne von den verletzten Spielerinnen durch die Gegend geschoben. "Die Mädels halten mir, wenn es sein muss, sehr gut den Rücken frei." 

Auf die Nottulnerinnen ist also Verlass. Auf und neben dem Platz. Das hat die Mannschaft auch in den ersten zwei Spielen unter Beweis gestellt. Auf eine gute Vorbereitung folgten die ersten Pflichtspielsiege. Donner ist mit einem guten Gefühl in die Saison gegangen, "von dem Auftakt war ich aber trotzdem positiv überrascht. Mit so einer Torausbeute habe ich nicht gerechnet." Ein Torverhältnis von dreizehn zu null kann sich sehen lassen. Doch die Trainerin weiß das einzuordnen. "Es hat gutgetan, gegen Vreden und Flaesheim zu starten und nicht direkt auf die Topmannschaften zu treffen. Aber Wessum und Wacker sind andere Hausnummern. Da gilt es, sich zu beweisen." 

SpVgg Vreden - Concordia Flaesheim (Sonntag, 12:30)
Gesteigert hat sich das Team von Andreas Wenning am zweiten Spieltag allemal: Statt eines 0:7 gab es nur ein 2:3 in Amelsbüren. Punkte gab es für Vreden aber wieder keine. Ändert sich das gegen Flaesheim? Das letzte Duell ging an die Flaesheimerinnen, die sich beim damaligen 3:0 wie so oft auf Laura Giezenaar verlassen konnten. Bekommt die Spielvereinigung die Stürmerin dieses Mal besser in den Griff oder punktet die Concordia zum zweiten Mal in dieser Saison?
Anna Donner: 0:2
Heimspiel-Tipp: 1:1

SG Telgte - TuS Recke (Sonntag, 13:00)
So schnell kann's gehen: Telgtes Trainer spricht schon am dritten Spieltag von einem ersten Endspiel. Nach dem verpatzten Saisonstart mit zwei Niederlagen und neun Gegentoren will Sebastian Wende mit seinem Team zeigen, dass sie nicht in die Abstiegszone gehören. Als Pflichtsieg sieht er die Aufgabe gegen Recke nicht, "aber mit unseren Ansprüchen sollten wir die Partie positiv gestalten können." Gelingt das, würden die Grün-Weißen in der Tabelle an Recke vorbeiziehen. Die Mannschaft von Andreas Kleine sammelte am vergangenen Spieltag gegen Oeding den ersten Punkt und wird sich sicherlich nicht so leicht geschlagen geben.
Anna Donner: 1:1
Heimspiel-Tipp: 2:1

FC Oeding - GW Nottuln (Sonntag, 13:00)
Zwei Spiele, zwei Siege und 13:0 Tore - man könnte meinen, Nottulns Trainerin strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. "Ein bisschen Bammel habe ich aber schon." Wie jetzt? "Wir sind schon mal ungeschlagen nach Oeding gefahren, zu einem Zeitpunkt, als der Gegner noch nicht viele Punkte hatte und haben dort nur Unentschieden gespielt" Donner hofft, dass die Motivation und Einstellung am Sonntag stimmt und die nächsten drei Punkte eingefahren werden. Nicht auf die nächsten, aber auf die ersten drei Punkte hofft man nach dem Unentschieden gegen Recke wahrscheinlich auch in Oeding. Diese Hoffnung dürfte gegen den Tabellenführer allerdings realistisch klein ausfallen. 
Anna Donner: 0:3
Heimspiel-Tipp: 0:4

Wacker Mecklenbeck II - Union Wessum (Sonntag, 15:00)
Wessums Trainer Marco Leimbach freut sich auf die Partie: "Gegen Wacker sind es immer schöne Spiele, weil die Mannschaft mitspielt." Er erwartet einen Konkurrenten auf Augenhöhe, gegen den seine Mädels eine konzentrierte Leistung abrufen müssen. Aussetzer wie gegen Telgte könnten bitter bestraft werden. Bitter? Das kommt den Mecklenbeckerinnen wahrscheinlich bekannt vor. Nach einem mehr als unglücklichen Gegentor verloren die Schützlinge von Volker Wortmann mit 0:1 gegen die Arminia. Doch der Trainer bleibt selbstbewusst: "Wir haben mit Sicherheit keine Bange. Wir haben gegen Ibbenbüren kein schlechtes Spiel gemacht und sind bereit."
Anna Donner: 2:2
Heimspiel-Tipp: 1:3 

SC Gremmendorf - Arminia Ibbenbüren II (Sonntag, 15:00)
"Der erste Druck ist weg." Nach den zwei Siegen zum Auftakt geht man die ganze Sache in Ibbenbüren schon etwas entspannter an. Und auch gegen Gremmendorf rechnet sich Arminia-Trainerin Katharina Eiter etwas aus. "Wenn wir von Anfang an wach sind und vor dem Tor kaltschnäuziger werden, dann sitzt was drin." Blöd nur, dass mit Sophia Rieken und Alicia Harder in dieser Partie gleich beide Stürmerinnen fehlen. Zweite ist aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs, den sie sich im Spiel gegen Mecklenbeck zugezogen hat, längere Zeit nicht an Bord. Doch auch ohne die Zwei geht's für die Grün-Weißen zum Tabellenvierten. Nach dem Derbygewinn am ersten Spieltag und dem darauffolgenden spielfreien Sonntag tritt die Mannschaft von Jack Peters top erholt zu ihrer zweiten Partie an.
Anna Donner: 0:3
Heimspiel-Tipp: 2:2



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2    TuS Laer 14    38:14 36  
3    W. Kinderhaus II 13    54:10 34  
4    Lengerich 14    49:21 34  
5    Teuto Riesenbeck 14    36:11 33  

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