Westfalenliga 1
Eine Tracht Prügel, die keine war
von Fabian Renger
(19.10.25) Marc Wiethölter steht nicht unbedingt im Verdacht, die Schuld erst mal bei anderen zu suchen oder sich seine Welt so zu drehen, wie sie ihm gerade passt. Deswegen klingt das alles gar nicht so abstrus: Der Trainer von Borussia Emsdetten verlor mit seiner Mannschaft das Auswärtsspiel beim FSC Rheda zwar mit 0:4 (0:2), war nachher aber gar nicht so böse. „Mit der Art und Weise, wie wir unter diesen Voraussetzungen heute aufgetreten sind, bin ich nicht unzufrieden. Ich habe echt viele gute Dinge heute gesehen. Das Ergebnis spiegelt nicht den Spielverlauf wider“, bilanzierte Wiethölter. Zeitweise dominierte sein Team den Gegner gar. Nur hatte Emsdetten hier und da nicht das nötige Spielglück.
Fangen wir vorne an: Die Borussen begannen bockstark und fanden vermehrt die gefährlichen Räume. Kürsat Özmen hätte früh treffen können, entschied sich jedoch für den Abschluss, statt den besser postierten Vincent Schulte in Szene zu setzen. Wenn da nach wenigen Zeigerumdrehungen die frühe Führung fällt – wer weiß, was das freigesetzt hätte bei den zuletzt chronisch torlosen und diesmal auch personell durchaus gerupften Emsdettenern.
Szabo ist zweimaliger Unglücksrabe
Stattdessen gab es den ersten Nackenschlag. Attila Szabo ging ins Eins-gegen-Eins, verlor die Kugel in der Vorwärtsbewegung. Laut Wiethölter soll’s ein Foulspiel gewesen sein. „Er wird da klar getroffen.“ Referee Patrick Lepperhoff sah das nicht so – und aus dem Ballverlust resultierte das 1:0 des FSC durch Christoph Linnemann (16.).
Die Gäste behielten – und das war zuletzt nicht immer so – trotzdem den Kopf oben und verbuchten weiterhin die optische Überlegenheit für sich. Das Doofe: Sie lagen wenig später 0:2 zurück. Nach einem Halbfeldfreistoß köpfte sich Unglücksrabe Szabo den Ball an die Hand. Schiri Lepperhoff zeigte plötzlich auf den Punkt – Handelfmeter. Auch das war für Wiethölters Empfinden eine Fehlentscheidung; er erinnerte an eine ähnliche Szene aus dem Spiel gegen Maaslingen vor einigen Wochen, als es da keinen Elfmeter gab. Wie dem auch sei: Linnemann verwandelte den Strafstoß (29.).
Borussia kurzzeitig von der Rolle
„Dann steht es 2:0 und du weißt nicht, warum. Rheda kam für nichts in Frage“, meinte Wiethölter. Bis zur Pause schoss sich seine Mannschaft etwas zu sehr auf den Unparteiischen ein und verlor den Faden. Nach dem Seitenwechsel hatte Detten erst mal Glück, dass Rheda den Ball in einer Doppelchance nicht im Tor unterbekam: Gäste-Schnapper Luca Dömer und der Pfosten retteten.
Wiethölter musste wechseln. Schulte und Hagel mussten aus Vorsorgegründen (Platzverweis-Gefahr) runter, bei Jule Hölscher reichte die Luft nur für 60 Minuten. Für ihn kam Arian Kraushaar. „Er hat das Spiel echt an sich gerissen und angekurbelt“, so Wiethölter. „Wir sind angerannt, angerannt, angerannt.“ Markus Weidel verpasste das 2:1, Kraushaar auch – er traf nur die Lattenunterkante. Nach einem eigenen Eckstoß ließ sich Emsdetten auskontern, und es stand auf einmal 3:0 für die Hausherren. Linnemann hatte zum dritten Mal eingenetzt (70.). Damit war das Thema gegessen. Das 4:0 ging abermals auf Linnemanns Konto (82.) – aus Sicht der Gäste klares Abseits. Doch auch hier war Lepperhoff anderer Meinung.
FSC Rheda - Borussia Emsdetten 4:0 (2:0)
1:0 Linnemann (16.), 2:0 Linnemann (29./HE)
3:0 Linnemann (70.), 4:0 Linnemann (40.)







































