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Querpass

Mit Pauken und Trompeten: Nicht selten geben die Fans und nicht nur die Trainer den Takt vor. Hier peitscht ein besonders enthusiastischer TVE-Anhänger seine Truppe nach vorne.

Das Werben um die Fans


Von Lars Johann-Krone und Justus Heinisch

(16.04.17) Das Wetter ist einer der Faktoren, die die Zuschauerzahl bei Freiluftveranstaltungen beeinflussen. Vorteil Hallensport. Denn vor Regen, Wind und Schnee sind Handballer, Volleyballer und Co. in ihren Hallen geschützt und ihre Zuschauer natürlich auch. Dennoch kämpfen viele Vereine mit kleinen oder sinkenden Zuschauerzahlen. Nachdem wir in der Vorwoche nach Tipps und Tricks für volle Stadien bei den Fußballern gefragt haben, haben wir dies nun für die Halle getan.

Sportlicher Erfolg hin oder her. Der alleine reicht bei vielen nicht, um neben den eingefleischten Fans auch andere Zuschauer in die Halle zu locken. Das Rahmenprogramm muss auch stimmen. Der BSV Ostbevern hat damit positive Erfahrungen gemacht. 

Die Drittliga-Volleyballerinnen standen vor der abgelaufenen Saison gezwungenermaßen vor der Herausforderung, mehr als nur ihr Spiel an den Zuschauer zu bringen. Denn der Deutsche Volleyball Verband verpflichtet alle Teams von der Dritten Liga an, den Heimspielen einen Rahmen zu geben. Auf der anderen Seite fordert er die Klubs auf, Eintritt zu nehmen. Ein Hallensprecher, der die Teams vorstellt ist auch vorgeschrieben. Und Ballroller, die dafür sorgen, dass der Aufschlag-spieler immer einen Ball hat, gehören auch dazu.

"Das war alles neu für uns"

„Das war alles neu für uns. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass sich alle Neuerungen ausgezahlt haben“, erklärt Dominik Münch, Abteilungsleiter Volleyball beim BSV und Trainer der Drittliga-Mannschaft. „Wir hatten in dieser Saison im Schnitt 120 Zuschauer in der Halle. Früher waren es, wenn es hochkam, mal 100.“

Aus dem kleinen Kuchenstand machte der Klub eine Cafeteria. Über einen Beamer werden die Zuschauer im Vorraum der Halle über das eigene Team, den Gegner und die Liga auf dem Laufenden gehalten. Der Verein wirbt zudem mit Plakaten in der Stadt für seine Heimspiele. Und dann ist da noch Maskottchen Bibsi, der BSV-Biber, der die Mannschaft und die Zuschauer zu jedem Heimspiel begrüßt.

"Personeller Aufwand ist angewachsen"

„Klar, der personelle Aufwand ist im Umfeld jedes Spiels auf 12 bis 15 Personen angewachsen. Aber ich würde sagen, dass sich das auf jeden Fall ausgezahlt hat. Und ich würde auch sagen, dass wir diesen Aufwand weiter betreiben sollten, falls wir mal wieder absteigen“, so Münch. An einen Abstieg ist im Moment allerdings noch nicht zu denken. Das Team holte jüngst Platz vier in der Dritten Liga.

Tilmann Fuchs sorgt bei den Heimspielen der Aasee-Volleyballerinnen für Stimmung.

Einen Platz dahinter kam die Mannschaft BW Aasees ins Ziel. Auch die Münsteranerinnen stiegen vor der Saison in die Dritte Liga auf. Die Halle an der Bonhoefferstraße in Münster ist im Vergleich zur Beversporthalle in Ostbevern deutlich kleiner. Mit einer Sondergenehmigung durfte BWA seine Heimspiele dort austragen. Gerade die Enge hatte jedoch etwas Gemütliches. Die Zuschauer waren sehr nah am Spielfeld.

Die grünen Spielfeldumrandungen aus dem Tischtennissport waren zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, erfüllten aber den Zweck, den Spielbereich von dem der Zuschauer abzugrenzen. Den Job des Hallensprechers und Discjockeys übernahm meist Tilmann Fuchs. Aasee schaffte es zudem, die Sponsoren ganz nah ans Spielfeld zu bringen. 

Zum einen durften einige Unternehmen ihre Produkte in Spielfeldnähe ausstellen, zum anderen gab es an einem Spielfeldende einen VIP-Bereich, in dem Sponsoren neben Getränken und Speisen auch Informationen zum Beispiel unter anderem vom Vorsitzenden Hugo Domin erhielten. Rund 100 Zuschauer waren so im Schnitt bei den Heimspielen am Aasee.

Zahlen, über die die Handballer des TV Emsdetten schmunzeln. In der Emshalle ist bei Zweitliga-Partien des TVE deutlich mehr los. Zu den Heimspielen kommen weit über 1000 Zuschauer. Um diese anzulocken und bei Laune zu halten, gibt es eine Menge an Aktionen. Viel gehe über die Bindung von bestehenden Kunden, erklärt Pressesprecher Michael Hartmann. So sind knapp die Hälfte der Zuschauer Dauerkartenbesitzer. Deshalb unternimmt der Verein viel im Bereich Event-Charakter, Catering und Preisgestaltung.

Außerdem wird die Fan-Nähe groß geschrieben. Nach dem Spiel trinken die Spieler ab und an mal ein Bierchen mit den Anhängern oder machen tagsüber Aktionen. So besuchen die Handballer zum Beispiel mal eine Kita, um mit den Kindern Ball zu spielen: „Dann wollen die Kinder die Spieler in der Halle sehen. Dies können sie nicht alleine, weswegen Mama und Papa oder Oma und Opa mitkommen müssen.“

Doch selbst für den TVE oder andere Profivereine, wie den THW Kiel, wird es immer schwieriger, Zuschauer zu finden. Wichtig sei es deshalb, Identifikation zu stiften und etwas zu finden, was den Verein besonders macht, so Hartmann. Dies können Amateurvereine durch einen guten Social Media-Auftritt erreichen: „Dort kann man auch mal tiefergehende Reportagen und Fotos zeigen.“ Das ist allerdings ein langer und mühseliger Prozess. Die Früchte der Arbeit werden sich aber in einer stärkeren emotionalen Bindung der Fans zeigen. Der TVE positioniert sich seit Jahren auf dem Emsdettener Markt mit einer Tombola. Auch der Verein gewinnt etwas bei der Verlosung: Neue Fans.

Das größte Problem für Amateur-Klubs sei der finanzielle Aufwand: Ticketeinnahmen und Sponsorengelder fehlen. „Das  A und O ist der sportliche Erfolg“, meint Hartmann. Bei der SG Sendenhorst steppt ebenfalls bei Heimspielen regelmäßig der Bär. Dabei macht der Verein nicht mal etwas Besonderes. „Wir haben halt einen guten Zusammenhalt im Verein“, berichtet die Abteilungsleiterin Elisabeth Hunkemöller.  

Die alte Fangemeinde sei sowieso da, und nun kämen auch viele neue Jugendspieler samt Eltern in die Halle: „Es funktioniert einfach, selbst wenn es mal nicht läuft, kommen die Zuschauer trotzdem.“ Früher gab es bei der SG Einlaufkids: „Dann kamen auch automatisch die Eltern.“ Aber dies sei aktuell nicht nötig. Viel gehe über Mundpropaganda und Erfolg. 

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