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Deutscher Meister der Altersklasse M45 im Hochsprung: Andreas Klose vom SC Westfalia Kinderhaus. Foto: privat

Hochspringer Klose segelt zum DM-Titel


von Robert Wojtasik

(15.07.15) Westfalia Kinderhaus, Emsdetten 05, GS Hohenholte - alles Klubs, die in Sachen Fitness und Trainingsarbeit auf das Know-how von Andreas Klose setzen. Am vergangenen Wochenende zeigte der 49-Jährige nun, was er selbst sportlich auf der Pfanne hat.

Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften schnappte sich Klose mit einem Satz über 1,80 Meter den Titel im Hochsprung. "Ohne Worte", lauten seine ersten Worte, wenn man ihn nach seinen Eindrücken von den Wettkämpfen in Zittau fragt. Manches muss man eben erst mal sacken lassen. Erst recht, wenn man so lange und akribisch wie Andreas Klose darauf hingearbeitet hat.

Fußballer kennen das. Da quält man sich ein paar Wochen durch die Vorbereitung und sagt am Ende einer erfolgreichen Spielzeit gerne, dass damals die Grundlagen gelegt wurden. Andreas Kloses Vorbereitung hat nicht nur ein paar Wochen gedauert. "Ich wollte irgendwann an einer Europa- oder Weltmeisterschaft teilnehmen und hab begonnen mich akribisch vorzubereiten", erzählt er. Das war vor dreieinhalb Jahren.

Dass er so lange brauchen würde, um auf Wettkampfniveau zu kommen, hat ihn nicht überrascht. Im Gegenteil: Er hat das vorher ziemlich genau so ausgerechnet.

Eigener Körper als Testobjekt

Klose ist Physiotherapeut mit Lehrauftrag an der Uni Münster. Fachbereich: Sportpädagogik und Sportgeschichte. Mit seinem Know-how hat er sich seinen eigenen Trainingsplan maßgeschneidert. Der eigene Körper ist dabei auch stets Testobjekt für die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Trends. "Klar, da geht alles einmal durch."

14 Kilo hat er seit Januar abgenommen, um bei den Deutschen Meisterschaften in Bestform zu sein. "Ich habe mich athletisch wirklich auf ein sehr hohes Niveau gebracht", sagt Klose. Umso größer sei die Überraschung gewesen, als er damit bei den Wettkämpfen doch nur einer von Vielen war. Unglaubliche Athleten seien dabei gewesen, bis hinauf in die höchsten Alterklassen, schwärmt Klose. Und sogleich kommt der Forscher in ihm durch: "Das müsste man mal wissenschaftlich untersuchen."

Steckenpferd Fußball

Leichtathlet Klose bezeichnet den Fußball als sein Steckenpferd. "Die Verletzungsraten sind so eklatant hoch", sagt er. Bei einem 25-Mann-Kader müsse man mit 15 bis 17 mehr oder weniger schweren Verletzungen pro Saison rechnen. Dem lässt sich vorbeugen.

Mittlerweile setzen so einige Fußballklubs im Heimspiel-Land auf Klose und sein Wissen. Die Kicker seines Vereins Westfalia Kinderhaus sowieso, genauso Landesligist Emsdetten 05 oder auch A-Ligist GS Hohenholte. Bei den Gelb-Schwarzen hat Klose erst kürzlich Opens external link in new windowwieder vorbeigeschaut. Einen "absoluten Spezialisten" nennt ihn GSH-Coach Dirk Nottebaum. "Er ermöglicht mir, Spieler individuell fitter zu machen. Er motiviert die Leute allein schon dermaßen, dass ich als Trainer nur noch steuern muss."

Absage an Rangnick und Co.

Bekanntlich ist nach der Saison ja vor der Saison. Für Klose ist das nicht nur eine Phrase. Deshalb treibt er die von ihm betreuten Fußballer nach dem letzten Spieltag in einer kurzen, aber umso intensiveren Einheit noch mal so richtig an die Belastungsgrenze. Hintergrund: Es gibt schnell und langsam zuckende Muskulatur. Bei Überbelastung werden die Zellen der schnell zuckenden zerstört. Man hat dann tierischen Muskelkater.

Drei bis vier Wochen später, wenn die Vorbereitung auf die neue Saison startet, sind die Zellen dann  nachgewachsen - und stärker als zuvor. Viele würden den Fehler machen und während der Vorbereitung ständig mit Muskelkater in die Einheiten gehen, sagt Klose.

Die Arbeit mit den Kickern will er nicht missen. Als vor einiger Zeit aber mal Ralf Rangnick, damals Trainer in Stuttgart, oder Hannovers Horst Ehrmantraut durchklingelten, um ihn fürs Physioteam ihrer Klubs zu gewinnen, da sagte Klose beiden ab. "Sowas ist ein echter Fulltime-Job!" Die Familienplanung ging vor.

Seinen Traum von der Teilnahme an einer Europameisterschaft hat Klose sich nun erfüllt. Im März 2016 startet er in Ancona, Italien. Jetzt will er erst mal pausieren und zwei Wochen Urlaub machen. Dann beginnt die Vorbereitung.



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