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Tischtennis

Michael Poldner versucht die vielen Tischtennis-Talente langfristig an den Verein zu binden. "Das ist ziemlich schwer", gibt der Stützpunkttrainer zu.

Poldner: "Sind im Mädchen-Bereich sehr gut aufgestellt"


Von Mario Witthake

(22.06.16) Eine aufregende Saison liegt hinter der Tischtennis-Abteilung von Westfalia Kinderhaus. Während die Jungen-Auswahl aus der Verbandsliga abgestiegen ist, haben die ganz jungen Mädchen für Furore gesorgt. Bei den Senioren ist ein Aufstieg vor allem in der kommenden Spielzeit Thema. Trainer Michael Poldner bezieht im Interview Stellung und erklärt, warum nachhaltige Jugendarbeit über die Tischtennisplatte hinaus so wichtig ist.

Die Liga pausiert, aber Sie bieten Probe- und Stützpunkttraining an. Wie voll ist die Halle momentan in Kinderhaus?
Poldner: Im Moment ist die Trainingsbeteiligung der Vereinsspieler etwas übersichtlich. Aber in Kinderhaus gibt es einen von drei Kreisstützpunkten. Der für Mädchen ist bei uns. Da ist die Beteiligung gut, wir haben da aktuell circa 33 Mädchen aus dem ganzen Kreis. Die kommen aus Haltern, aus Rheine, da ist die Halle voll.

Jule Koschinski wechselt zu Borussia Münster. Was ist größer: Die Trauer über den sportlichen Verlust oder die Auszeichnung für die Jugendabteilung?
Poldner: Jule wird nur im Damenbereich für Borussia Münster spielen, das heißt im Nachwuchsbereich wird sie weiter für Westfalia Kinderhaus spielen. Auch im Individualsportbereich, sprich, wenn sie bei Ranglistenturnieren unterwegs ist. Im Prinzip wird sie nur für die Damen-Mannschaft an Borussia Münster ausgeliehen. Diese Regelung gibt es erst mit der kommenden Saison.

Westfalia will mit dem Männerteam um die Nummer eins Alexander Michelis in die Verbandsliga. Ist die Truppe dafür gerüstet?
Poldner: Jan Boertz vom 1. TTC Münster, der dort in der Landesliga im oberen Paakreuz gespielt hat, wird für uns spielen. Dazu haben wir etwas umgestellt. Lukas Ebbers, der inzwischen 15 ist und in NRW zu den besten Nachwuchsspielern gehört, wird in der Landesliga an Position 3 spielen. Johannes Urban wird von Position 2 ins untere Paakreuz wechseln. Ich denke, wir sind da sehr sehr gut aufgestellt und werden oben mitspielen. Ob's jetzt wirklich für den Aufstieg reicht, muss man mal schauen. Die Konkurrenz ist jetzt auch nicht so schlecht.

Wer gehört zu den Top-Konkurrenten in der Landesliga?
Poldner: Burgsteinfurt wird sicherlich gut sein, TTR Rheine auch, Ochtrup hat sich verstärkt. Da muss man mal schauen wie man da so mitmischt. Ein bisschen Glück braucht man dazu auch, vielleicht reicht's.

Die Jungen-Mannschaft ist aus der NRW-Liga abgestiegen. Kann die Truppe in der Bezirksliga direkt den Wiederaufstieg packen?
Poldner: Das wollen wir auf jeden Fall in Angriff nehmen. Der Lukas Ebbers hat letztes Jahr an Position eins gespielt, den werden wir sicherlich nicht in jedem Spiel in der Bezirksliga einsetzen, weil er da hoffnungslos unterfordert ist. Lukas soll sich in erster Linie auf Einsätze in den Herren konzentrieren. Die Fahrten sind da relativ weit, das geht auch an die Konzentration. Viele Spiele werden wir also ohne Lukas bestreiten. Dafür werden wir Jule melden, die wird allerdings ihre Einsätze bei Borussia Münster haben und ich möchte, dass sie, wenn sie schon in den Damenbereich wechselt, auch da ihren Schwerpunkt legt. Die anderen Spieler, die wir da haben, sind auch sehr sehr gut. Ob wir dann wirklich Staffelsieger werden und uns dann gegen andere Staffelsieger oder dann in der Relegation durchsetzen, das kann klappen, muss aber nicht klappen. Wir versuchen's auf jeden Fall.

Zilan Yavuz hat als Achtjährige die Westdeutsche Mini-Meisterschaft gewonnen. Ist das schon aussagekräftig oder zu früh, in dem Alter von einem großen Talent zu sprechen?
Poldner: Zu früh auf keinen Fall. Sie ist sicherlich ganz ganz außergewöhnlich gut. Man darf allerdings nicht vergessen, dass der Westdeutsche Tischtennisverband, das ist ja im Prinzip Nordrhein-Westfalen, einer der größten Verbände in Deutschland ist. Und wer sich in NRW durchsetzt und so eine Meisterschaft gewinnt, der ist auch deutschlandweit ganz weit vorne, weil NRW so viele Spieler stellt. Zum Beispiel Bremen ist dagegen ja nur eine kleine Stadt. Klar kann da ein Talent dabei sein, aber wer aus der breiten Masse in NRW hervorsticht, die Zilan hat ja nur einen Satz verloren, von dem kann man durchaus behaupten, dass sie ein großes Talent ist.

Im Teenager-Alter oder noch jünger kommt es häufig vor, dass die Spieler/innen die Lust am Tischtennis verlieren. Wie kann man da als Verein gegensteuern?
Poldner: Das ist ganz schwer. Man kann da nur versuchen, die Kinder durchgängig durch ein abwechslungsreiches Training zu begeistern, oder indem man als Verein nebenher noch andere Aktivitäten macht. Wir werden zum Beispiel eine Kanu-Tour machen und eine kleine Ferienfreizeit anbieten, das heißt wir fahren für vier Tage nach Düsseldorf zu den Andro Kids Open, werden da auf dem Campingplatz mit 20 Kindern bleiben. Über den Trainingsrahmen hinaus versuchen wir die Kinder so an den Verein zu binden. Irgendwann kommen die Kinder aber in die Pubertät und haben vielleicht ihren ersten Freund oder ihre Freundin und sind mit ihrem Kopf ganz woanders und der Sport ist nur noch das zweit- oder drittwichtigste. Das beobachten wir ganz häufig, gefühlt zehn Prozent der Kinder spielen im Erwachsenenalter weiter. Die anderen 90 Prozent verlieren wir auf dem Weg dahin.

Von welchen Spielern oder Mannschaften dürfen wir nächste Saison was erwarten?
Poldner: Geplant ist einfach, dass wir mit beiden Herrenmannschaften oben mitspielen und mit dem Jungen-Team um den Aufstieg spielen. Ich persönlich bin sehr gespannt auf die Mädchen. Zilan und ihre Schwester Sarya und auch ihre Cousine Merve Filiz - wenn die drei sich weiterhin so gut präsentieren, dürfen wir uns freuen. Die sind ganz weit vorne in NRW, insgesamt sind wir im Mädchenbereich sehr gut aufgestellt. Vielleicht werden wir da auch in absehbarer Zeit auf Westdeutscher Ebene erfolgreich sein.



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