Borussia Münster - SC Gremmendorf II 0:1

Jana Toboll (m.) im Zweikampf mit den Borussinnen Carina Hülsmann (l.) und Janina Koch (r.).

Gremmendorf II ließ nicht locker

Von Anna-Lena Woycke

(02.06.19) Borussia Münster unterlag der Zweiten des SC Gremmendorf mit 0:1 (0:0): Im Entscheidungsspiel um den zweiten Tabellenplatz und um das Ticket für das Relegationsspiel am 16. Juni ging es richtig heiß her. Und das nicht nur aufgrund des hochsommerlichen Wetters. Bei 30 Grad Außentemperatur - und gefühlten 60 Grad auf dem Kunstrasenplatz der Sportanlage von BW Aasee - boten sich die beiden Mannschaften einen packenden Schlagabtausch. Die Spannung hielt lange an, um genau zu sein bis zur 73. Spielminute…

Es war die spielentscheidende Szene. Nachdem den Gremmendorferinnen der Weg vors gegnerische Gehäuse in der ersten Hälfte noch nicht so Recht gelingen wollte und die Borussia ihre Chancen nicht konsequent genug genutzt hatte, sorgte letztlich eine Standardsituation in der zweiten Halbzeit für den Führungstreffer. Liana Borges, die der Reserve aus der Erstmannschaft zur Hilfe kam, brachte einen Freistoß aus gut 25 Metern und halblinker Position in den Sechzehner. Die eigene Offensive lief geschlossen in den Strafraum – als Abnehmerin fand sich jedoch eine Borussin. Ihr Klärungsversuch per Kopf landete zwischen den Maschen. Somit sorgte ausgerechnet ein Eigentor für den 1:0-Endstand für Gremmendorf – bitter für Borussia.

Borussia dominierte die erste Hälfte

Nach dem Treffer war das Spiel dann durch. „Das 0:1 hat uns den Zahn gezogen“, sagte Borussen-Coach Detlev Rasch. Der SCG spielte die letzte Viertelstunde gut herunter, ließ den Ball möglichst viel in den eigenen Reihen laufen und erarbeitete sich im Weg nach vorne höchstens noch Entlastungsangriffe. Die Taktik ging auf – die Borussinnen fanden nicht mehr den Zug zum Tor. Die Kräfte neigten sich dem Ende, was eben auch der prallen Sonne geschuldet war.

Vor dem Seitenwechsel war der Wille bei Borussia noch deutlich spürbar – das Ding wollte aber einfach nicht ins Eckige. Ronja Steimann und Jessica Kelly hatten die Möglichkeiten auf dem Fuß. Steimann scheiterte ab der 23. Minute gleich zweimal kurz hintereinander, einmal davon an der Torfrau Nicole Enneking. Die stand zu dem Zeitpunkt noch für den SCG zwischen den Pfosten, ehe sie sich Anfang der zweiten Hälfte eine Zerrung zuzog. Ihren Platz nahm fortan Filipa da Silva Campos ein, die ihren Job ebenfalls gut machte. Das Verletzungspech hatte die Gremmendorferinnen herausgefordert: Schon in der ersten Hälfte war die Defensivfrau Carla Bardehle unglücklich gefallen und hatte sich die Speiche gebrochen. Für sie ging es direkt ins Krankenhaus, in der kommenden Woche steht die OP an. Gute Besserung an dieser Stelle!

Jedenfalls gelang auch der Torjägerin Kelly nicht der Führungstreffer, sodass es torlos in die Pause ging – für Pascal Henckel, Trainer von Gremmendorf II, ein glücklicher Halbzeitstand.

Verdient und erarbeitet

„Es hatte gedauert, bis wir im Spiel waren. In der Kabine habe ich den Mädels dann auf den Weg gegeben, nicht so viel Angst vor eigenen Fehlern zu haben und unser gewohntes Spiel zu machen“, so Henckel. Die Worte haben gefruchtet – in den zweiten 45-Minuten erspielte sich auch Gremmendorf gefährliche Torchancen. Die Stürmerin Jana Toboll hatte die Führung schon auf dem Fuß, als sie nach einer Hereingabe von Lilly Burholt über links nur vier Meter vor dem Tor bereitstand. Torfrau Lea Rüdiger zeigte aber überragende Reflexe und verhinderte somit zunächst die Gremmendorfer Führung.

„Eine Mannschaft war auf dem Feld etwas glücklicher, hat aber doch verdient gewonnen. Mein Glückwunsch geht an die Gremmendorferinnen, die sich auf den richtigen Positionen verstärkt und sich das Tor wirklich erarbeitet haben“, zollte Rasch seinen Respekt. „Die Erleichterung ist nach so einem Spiel natürlich groß. Gleichzeitig liegt unsere volle Konzentration auf dem nächsten Spiel – noch haben wir ja nichts gewonnen“, so Henckel. Das Siegerteam ließ den klaren Sommerabend anschließend mit dem einen oder anderen Bierchen und Pizza ausklingen - und feierte sich dann doch noch ein bisschen, bevor es am 16. Juni wieder ernst wird…