Oberliga Westfalen

Thijs Terhalle erlebte keinen schönen Arbeitstag. Er hatte wenig zu tun, zeichnete sich einmal gut aus - und musste trotzdem zwei Kirschen schlucken. Foto: Lehmann

Lehrstunde in Sachen Effizienz


Von Fabian Renger

(03.09.23) Die Überschrift dieses Textes könnte auch lauten: "Timur Karagülmez macht den Unterschied." Es steckt jedenfalls viel Wahrheit in diesem Satz. Denn der Spieler mit der Nummer '19' des SV Schermbeck ebnete seiner Elf im Gastspiel beim FCE Rheine mit einem Doppelpack den Weg zum Dreier. Nach Abpfiff von Referee Dominic Stock stand ein 2:1 (2:0)-Erfolg der Gäste auf der Anzeigetafel. Die Erklärung der Pleite war in den Reihen der Eintracht nachher schnell gefunden.

Die Gäste waren einfach effizienter als die Hausherren. Karagülmez' erster Streich war ein Sonntagsschuss von der Strafraumgrenze zum 1:0 (19.). Schön nagelte er da die Pille unter die Latte. Dem 2:0 ging eine Spielverlagerung voraus. Im Anschluss dribbelte ein SVS-Akteur in die Box, ein Rheinenser foulte. Karagülmez konnte es auch aus elf Metern - 2:0 (23.). "Sonst habe ich von Schermbeck nicht viel gesehen", erinnerte sich FCE-Coach Rainer Sobiech bloß an eine weitere Offensivaktion der Gäste. Die war im zweiten Durchgang, aber FCE-Torwart Thijs Terhalle war zur Stelle.

Brutaler Aufwand, wenig dahinter

Stellt sich natürlich jetzt die Frage, was da bitteschön bei der Eintracht schiefgelaufen ist, dass es dann trotzdem für nichts gereicht hat? "Wir waren in unseren Abschlüssen viel, viel zu harmlos", befand Sobiech. Bis zum Strafraum kombinierte sich seine Mannschaft häufiger gefällig durch, danach war Schicht im Schacht. Torgefahr war ein Fremdwort. "In der zweiten Halbzeit sind wir dann nochmal ein bisschen zwingender, ohne die Vielzahl an Chancen  zu haben", wirkte die Angriffsbemühungen der Gastgeber weiterhin irgendwie nur so halbgar. Luca Meyer köpfte zwischenzeitlich mal an die Latte des SVS-Kastens. Sonst war's das. Brutaler Aufwand, aber wenig dahinter.

"Wir sind heute sicherlich nicht die die schlechtere Mannschaft gewesen, aber haben leider nichts in den Händen", schloss Sobiech. In der Nachspielzeit stellte der eingewechselte Diaoul-Hack Tchadjobo zwar auf 1:2 (90+1.), mehr gelang nicht. Kurz darauf sah zu allem Überfluss auch noch Rheines Adrian Knüver für ein wiederholtes Vergesehen Gelb-Rot (90+.2.). Danach ging nichts mehr. Karagülmez hatte irgendwie dann doch den Unterschied gemacht.

FCE Rheine - SV Schermbeck 1:2 (0:2)
0:1 Karagülmez (19.), 0:2 Karagülmez (23./FE)
1:2 Tchadjobo (90+1.)
Bes. Vorkommnis: Gelb-Rote für Rheines Adrian Knüver (90+2.)