"Wir müssen die Sinne schärfen"


Von Fabian Renger

(19.12.21) An und für sich war es ja ein gutes Jahr für Eintracht Ahaus. Auf dem sechsten Rang zu überwintern, das ist völlig okay. Die Mannschaft von Coach Frank Wegener befindet sich völlig im Soll. Allerdings gibt's da ein Problem: Nach zehn Spielen ohne Pleite ist dem Team irgendwann das Sieger-Gen abhanden gekommen. Auch zum Jahresabschluss gab's keinen Zähler. Bei der SG Borken hieß es aus Eintrachts Sicht 1:5 (1:4). Die fünfte Niederlage in Serie. "Ich bin froh, dass Pause ist", hatte Wegener den Kaffee auf. Verständlich.

Mehr noch: Der Übungsleiter hob den mahnenden Zeigefinger. "Anspruch und Wirklichkeit klaffen aktuell auseinander. Wir müssen ganz stark die Sinne schärfen und aufpassen, nicht unten rein zu rutschen. Das wird eine ungemütliche Vorbereitung, wir haben im Moment zu viele Totalausfälle", redete er Tacheles. Klar: Neun Zähler hat Ahaus Vorsprung auf die Abstiegszone. Das ist noch jede Menge Puffer - aber wenn man sich im neuen Jahr so präsentiert wie in Borken, dann ist der Vorsprung zeitig aufgebraucht.

Es war nämlich ein absolut gebrauchter Sonntag. "Da gibt's überhaupt keine zweite Meinung", stellte Wegener klar. Die Problemseite, da gab's auch keine zwei Meinungen, war die rechte Abwehrseite. Von dort übertölpelte Michael Schnipper Gäste-Schnapper Jonas Averesch beim 1:0 mit einer Bogenlampe von der Seitenaus-Linie (7.). Über die rechte Abwehrseite der Gäste entstanden auch die Treffer zum 2:0 (Kevin Giesen/13.) und 3:0 (Bastian Bone/17.). Au weia.

Bolat macht kurz Hoffnung...

Ahaus meldete sich kurzzeitig zurück. Cihan Bolat verwandelte einen Foulelfmeter (26.) und hatte direkt danach die große Chance aufs 3:2. Vor fünf Wochen hätte er den Querpass von den rechten Seite wohl noch eiskalt verwertet. In Borken traf er den Ball nicht richtig. Stattdessen spielte Eintrachts Till Beckers nach dem direkten Borkener Gegenzug einen viel zu kurz getimten Rückpass zu Averesch. Eine bessere Vorlage hätte Christoph Blanke gar nicht bekommen können Er netzte zum 4:1 ein, Minute 29. Damit war das Buch mehr oder minder zu.

Im zweiten Abschnitt zeigten die Gäste zwar zarte Angriffsbemühungen, aber die Hypothek war zu groß. Schlussendlich markierte Bastian Bone noch den 5:1-Schlusspunkt (75.). Und das eigentlich gute Jahr der Eintracht endete mit einem mittelschweren Reinfall.

SG Borken - Eintracht Ahaus 5:1 (4:1)
1:0 Schnipper (7.), 2:0 Giesen (13.)
3:0 B. Bone (17.), 3:1 Bolat (26./FE)
4:1 Blanke (29.), 5:1 B. Bone (75.)