Abbruch in Mecklenbeck: Wurde der Schiri bedroht?


Von Robert Wojtasik

(28.09.15) Die Kreisliga B1-Partie Wacker Mecklenbeck II gegen den SC Türkiyem wurde am Sonntag beim Stand von 4:0 für Mecklenbeck abgebrochen, weil die Mannschaft des SC Türkiyem den Platz verließ. Zuvor war der 15-Jährige Schiedsrichter wiederholt auf dem Platz in Tränen ausgebrochen. Offenbar fühlte er sich bedroht.

Türkiyems Halil Gündogdu dazu: "Nach ungefähr einer halben Stunde hat ein Spieler von uns Gelb bekommen. Der war dann frustiert und hat den Schiri gefragt, was das soll. Irgendwann hat der Schiri dann angefangen zu weinen. Wir haben ihm bei uns am Rand Wasser gegeben. Er hat gezittert. Wir haben ihm die Garantie gegeben, dass er sich keine Sorgen machen muss. Später, in der zweiten Halbzeit, sind dann Wackers Nummer 12 und unsere Nummer 3 aneinander geraten: Der Schiri hat beiden Gelb gegeben, dann gab's wieder Diskussionen. Und dann sind wir vom Platz gegangen, bevor irgendwas passiert."

Wacker-Coach Sebastian Klute sagt: "Das ist einfach ein Unding, wie sich Türkiyem verhält. Ich spiele 25 Jahre Fußball, dass der Schiri nach 20 Minuten weinend auf dem Platz steht, weil er massiv bedroht wird, habe ich noch nicht erlebt. Ich habe auch wenig Verständnis dafür, wie man einen so jungen Schiri aus Lüdinghausen für so ein Spiel ansetzen kann. Er hat meiner Meinung nach sogar gut gepfiffen, aber nach dem Spiel saß er zitternd bei uns auf der Geschäftsstelle. Das ist B-Liga, wir wollen Spaß haben und nach dem Spiel ein Bierchen trinken, am liebsten mit dem Gegner zusammen."

Der Vater des Referees, der am Sonntag vor Ort war, wollte sich vor einer Verhandlung vor der Spruchkammer nicht zu dem Vorfall äußern.