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Kreisliga A

Nicht immer war das, was Bernd Borgmann von seiner Mannschaft sah, ein Augenschmaus. Der scheidende Coach spricht dennoch voller Anerkennung von seiner Truppe. Foto: Lehmann

Bernd Borgmanns leiser Abschied


Von Christian Lehmann

(20.05.21) Eine 1:9-Klatsche im ersten Spiel, letzter Platz in seiner Premieren-Saison, danach nur ein Punkt aus acht Spielen: Blickt man auf die sportliche Ausbeute von Trainer Bernd Borgmann beim TuS Germania Horstmar, dann könnte man meinen, der Mann sei froh, dass für ihn am 30. Juni endlich Schluss ist nach zwei verkorksten Corona-Spielzeiten am Borghorster Weg. Hört man aber, wie der Coach über die Mannschaft und Fußball-Abteilungsleiter Matthias Wernsmann über ihn spricht, wird einem schon klar, dass die gemeinsame Zusammenarbeit alles andere Missverständnis war.

"Er hat seine Ziele erreicht und hat mit der Mannschaft zweimal die Klasse gehalten", scherzt Wernsmann, der aber natürlich weiß, dass es ohne die beiden Corona-bedingten Saisonabbrüche schwer geworden wäre, den Abstieg in die B-Liga zu verhindern. Ihm und allen Beteiligten war und ist aber bewusst, dass der Verein nach dem Abgang von Coach André Rodine samt einiger Spieler sowie dem freiwilligen Bezirksliga-Rückzug im Jahr 2019 vor einem Scherbenhaufen stand. Dessen designierter Nachfolger Frank Schmitz sagte kurzfristig ab, Borgmann sprang kurz vor knapp in die Bresche. "Er hat das Beste aus der Situation gemacht, die er vorgefunden hat", betont Horstmars Boss deshalb auch. "Wir können Bernd gar nicht genug danken, er ist ein Sportsmann durch und durch und wird seinen verdienten Abschied bei uns noch bekommen."

"Dem wollte ich nicht im Wege stehen"

Gerne, das verhehlt der aus Borghorst stammende Übungsleiter gar nicht, hätte er noch ein weiteres Jährchen drangehängt und dann zu seinem 50. Geburtstag die Trainer-Laufbahn beendet. Als der Verein ihm jedoch mitteilte, dass man Niklas Melzer als Spielertrainer bekommen könnte, bot er aber anstandslos seinen Posten an - im Sinne des Vereins. "Die Mannschaft braucht einfach solche Leute mit Qualität und Erfahrung - dem wollte ich nicht im Wege stehen", erklärt er. Dass nun auch Tim Hellenkamp wieder für die Erste kickt, begrüßt er ebenfalls - den Routinier hatte er schon in der Vergangenheit mehrfach vergeblich bezirzt. "Ich find's schade, dass er das erst jetzt kapiert hat..."

Dass Corona ihm die Möglichkeit genommen hat, weiter mit der Mannschaft zu arbeiten, bedauert Borgmann - aber nicht um seiner selbst Willen, sondern vielmehr bezogen auf die Entwicklung der Spieler. "Es hätte ihnen gut getan, weitere Erfahrungen zu sammeln." Auf die Frage, ob er sein Engagement beim TuS im Nachhinein bereue, reagiert er entrüstet: "Um Gottes Willen! Nein, das sehe ich überhaupt nicht als Fehler. Die Jungs sind super, sie wurden aber leider damals ins kalte Wasser geworfen und waren noch nicht so weit. Ich wünsche ihnen, dass alle gesund bleiben und eine vernünftige Saison spielen können."

Trainer der alten Schule

Eine kleine Spitze in Richtung der 2000er-Generation kann er sich aber dann doch nicht verkneifen: "Dem einen oder anderen wünsche ich, dass er etwas mehr Zeit fürs Training findet. Ich bin ein Trainer der alten Schule, für mich stand Fußball immer an erster Stelle. Bei einigen ist es in erster Linie die Freundin - und die Omas, die mehrmals im Jahr Geburtstag haben", sagt er mit einem Schmunzeln im Gesicht. 

Dass er zeitnah einen neuen Trainerposten übernimmt, glaubt Borgmann eher nicht. "Man soll ja niemals nie sagen. So ein bisschen fehlt mir der Sport auch, aber momentan kann ich mir das nicht vorstellen", sagt er. Sein Sohn kickt in der B-Jugend des Borghorster FC, dort möchte der bekennende Fusionsgegner allerdings nicht arbeiten. "Vielleicht trainiere ich ja in ein paar Jahren ja mal meine Enkelkinder...", sagt er.

Wir wünschen alles Gute!



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