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Landesliga 2

Zusammen mit rund 400 Zuschauern - es hätte wohl auch noch mehr in die Halle gewollt - feierte Brockhagen mit seinen 3000 Einwohnern und 950 Mitgliedern die Meisterschaft 2018/19 der Handball-Landesliga. Foto: Lukas Lünstroth

Landesliga 2

Ein Meister, zwei Gewinner!


Von Andreas Teipel

(13.05.19) Punktgleich und im direkten Vergleich ein winzig kleines aber entscheidendes Törchen vorne. Viel enger geht es nicht. Und schon vor dem letzten Spieltag war klar: Egal, wer hier die Meisterschaft holt, er wird in jedem Fall zurecht gefeiert. Wir feiern also den TuS Brockhagen als neuen Meister der Handball-Landesliga 2; aber wir feiern auch eine klasse Saison der kongenialen TG Hörste. Zwei ganz unterschiedliche Teams, die jeweils auf ihre Art nahezu unerreichbar waren und die beide keineswegs stromlinienförmig durch die Spielzeit glitten.

Schon vor der Saison sprach die ganze Szene vom TuS. Mit hochkarätigen auswärtigen Zugängen - allen voran Energiebündel Fabian Raudies und Spielmacher Christian Kalms - sagte man Brockhagen einen ähnlich souveränen Spaziergang voraus wie dem TV Isselhorst vor einem Jahr. Isselhorst wurde ohne Verlustpunkt Erster. Brockhagen lag 13 Zähler dahinter. Mit dieser Prognose räumte die Realität aber ganz schnell auf. Gleich im ersten Spiel unterlag der TuS zuhause dem TSV Ladbergen, der eindurcksvoll auftrat, mit 22:29. Da war Thomas Kophas noch Trainer. Noch. Eine Woche darauf sah der Klub Handlungsbedarf. Die Krise schien eingeläutet. "Er hatte es nicht geschafft, aus vielen Individualisten eine Einheit zu formen", erinnert sich Ralph Schmidt, erster Vorsitzender in Brockhagen. 

Direk für Brockhagen der goldene Griff

Doch mit dieser Personalie tat der Klub den goldenen Griff. Lokman Direk sprang in die Bresche. Und das war für diese Mannschaft ein Glücksfall. Direk war als amtierender Jugendkoordinator nicht nur mit dem Vereinsleben vertraut, mit seiner Art erreichte er auch die Spieler. "Mit seiner Persönlichkeit hatte er die richtige Mischung aus Kumpel und Autoritätsperson", weiß Schmidt als ehemaliger Verbandsliga-Spieler (hat mit Oberwiehl sogar auch gegen den großen Erhard Wunderlich gespielt), dass jede Mannschaft seine eigene Ansprache braucht. Und Direk fand gleich den richtigen Ton. Auch in zahlreichen Einzelgesprächen scheißte er auch die Indivdualisten im Kader mit dem Team zusammen, vermittelte allen die Werte, die es braucht, um als Mannschaft zu funktionieren. Brockhagens Zug kam ins Rollen.

Hörstes Komplaktheit besticht

Die TG aber war zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nicht das ganz große Thema. Ladbergen hatte mit dem Sieg in Brockhagen aufhorchen lassen; die Friesen aus Telgte hatten ebenfalls Ansprüche angemeldet. Und Ende November lag Hörste durch die Niederlagen gegen Brockhagen und Verl sowie ein Remis in Telgte fast unauffällig auf Platz drei. Doch auch hier gab es Turbulenzen auf der Trainerposition. An Christian Blankert als den richtigen Mann gab es jedoch keinerlei Zweifel. Ihn zwangen persönliche Gründe zurückzutreten.

Doch auch hier folgte ein Coach, der für die Mannschaft passend war. Unter Thomas Lay, der Mann mit dem herrlich sonoren Barriton in der Stimme, verlor Hörste danach nicht wieder. Einziger Makel auf seiner ansonsten sauberen Weste: das Unentschieden gegen Brockhagen, welches die TG am Ende auch den Titel kostete. Die Mannschaft bestach durch ihre Konstanz, ihre Ausgewogenheit, ihre Kompaktheit - und natürlich auch durch Tarner Silvan als Topscorer. Sportleiter Thomas Wöstmann ist dabei aber auch auf ein Detail besonders stolz: "Unsere Mannschaft besteht zu vier Fünfteln aus eigenen Spielern. Nur drei oder vier Spieler kommen von außerhalb und sind nach und nach zu uns gestoßen."

Rothosen hilft nur die Hoffnung

Brutaler hätte die Tabellenkonstellation am Ende gar nicht sein können. Beide Teams lagen punktgleich an der Tabellenspitze. Den in diesem Falle geltenden direkten Vergleich hatte sich Brockhagen wegen mit einem einzigen Tor im 19:18-Hinspielsieg in Hörste für sich entschieden. Das Rückspiel endete unentschieden. Deshalb musste die TG, die auch "Rothosen" genannt werden, auf einen Patzer im letzten Spiel Brockhagens hoffen. Eine Hoffnung, die Gegner Münster 08 zu keinem Zeitpunkt mit Hoffnung zu nähren vermochte. Brockhagen gewann meisterlich. Absolut verdient. Und Hörste? Nun, die waren ohnehin nicht von einem Ausrutscher Brockhagens ausgegangen. Also, was soll's. Das Bier und die Grillwurst nach dem Spiel schmeckt auch als Vize-Meister. Verdient hätten sie es beide aufzusteigen. Wirklich verloren hat auch Hörste nicht.

 

 



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