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Querpass

Dennis Kötter (r.) tauschte das Trainerdasein im Handball mit der Trendsportart Cornhole.

Glücksgefühle beim Cornhole


Von Nils Uhlig

(15.08.22) Die Zeit beim Handball ist für Dennis Kötter vorerst vorbei. Im vergangenen Jahr war der ehemalige Ladberger Handballer noch für den TuS Recke verantwortlich. Mit der Niederlage am letzten Spieltag stand allerdings der Abstieg fest. Die Zeit beim TuS mag Kötter nicht missen, doch nach gesundheitlichen Problemen musste ein Ausgleich her und den fand der Coach beim Cornhole.

"Das ist ein super Team und ich wollte die Mannschaft auf keinen Fall im Stich lassen", fühlte sich Kötter trotz der negativen Ereignisse zum Ende der abgelaufenen Saison pudelwohl beim TuS Recke. Gerne hätte er dort weitergearbeitet und die Mannschaft entwickelt, doch der eigene Körper setzte ihm ein Stop-Zeichen. Kötter fühlte sich regelrecht ausgebrannt und gesundheitliche Probleme traten immer öfter auf. So beschloss er schließlich den "Full-Time-Job" als Handballtrainer vorerst ad acta zu legen. Dennoch betont er: "Die Recker Jungs sind charakterlich absolut top."

"Ein Bierchen nebenbei gibts auch"

Kötter suchte nach einem Ausgleich und wurde auf Facebook fündig, denn dort wurde ihm immer öfter Werbung für die Trend-Sportart Cornhole angezeigt. Hier muss man ein Maissäckchen in eine entfernt stehende, angehobene Plattform mit einem Loch werfen. Bleibt ein Säckchen auf der Plattform gibt es einen Punkt, fällt es ins Loch, gibt es derer drei. Besonders in den USA gibt es immer größer werdende Veranstaltungen, die ein bisschen den europäischen Dart-Events ähneln. "Und ein Bierchen nebenbei gibts auch", wirft Kötter schmunzelnd ein.

"Ich war zwar nie der beste Handballer, aber einen Heber konnte ich ja ganz gut", dachte der ehemalige Ladberger, dass er die Wurfkurve eigentlich ohne Probleme hinbekommen sollte. Ganz so einfach sei es dann aber doch nicht gewesen. Zahlreiche Trainingswürfe im Garten folgten und schnell packte Kötter das Glücksgefühl bei Treffern, das ihm richtig gut tat. Vereine oder orgsanisierte Turniere gibt es allerdings in Münster und Umgebung noch nicht und so schaute sich Kötter online um. Schnell wurde man auf die Nachfragen aufmerksam und kontaktierte ihn.

Inoffizielle EM am kommenden Wochenende

Ende Juni reiste Kötter schließlich nach Holland und nahm an den Dutch Open teil. Und das mit bahnbrechendem Erfolg. Denn Platz drei im Einzel war nicht alles. Online tat er sich mit Rico Krull aus Hildesheim zusammen, der nächstgelegene Spieler. Auf der gemeinsamen Hinfahrt lernten sich die beiden kennen und waren sich auf Anhieb sympathisch und so starteten sie auch im Doppel gemeinsam. Am Ende siegten die beiden überraschend.

Am kommenden Wochenende geht es nun zur inoffiziellen Europameisterschaft, die der amerikanische Verband ACL in Rotterdam austrägt. Das Preisgeld dort beträgt insgesamt über 20 Tausend Euro. "Da freue ich mich schon drauf", sagt Kötter. Und auch wenn er direkt erfolgreich auftrumpfen konnte und sich auch fürs kommende Wochenende einiges erhofft, bleibt Cornhole für ihn nur ein Hobby, dass zur Entspannung beiträgt. Schließlich geht die Gesundheit vor. Ob er dann in den kommenden Jahren wieder als Handballtrainer zurückkehrt, wird ihm sein Körper verraten und eventuell auch davon abhängen, wie intensiv er seinem neuen Hobby nachgeht. Die Geselligkeit und das eine oder andere Bierchen darf jedenfalls nicht fehlen - weder beim Handball noch beim Cornhole.



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