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Stadtmeisterschaften Rheine 2020

Eine Kanone für die Kabine


Von Fabian Renger

(04.01.20) Wenn jemand künftig die Kabine des FC Eintracht Rheine betreten sollte, dann wird er auf ein kleines, aber feines Detail stoßen: Das Heiligtum des Oberligisten wird demnächst mit einer Torjäger-Kanone geschmückt sein. Luca Ehler und Guglielmo Maddente sind Sitznachbarn beim FCE. Und ausgerechnet die Sitznachbarn schossen bei ihren Stadtmeisterschaften in der Emsstadt die meisten Buden. Jeweils sieben Stück. Was für ein erstes Mal!

"Die Stimmung war überragend", fand Ehler. Er kam aus Neuenkirchen vor der Saison, Kollege Maddente aus Hiltrup. Der hat die Stadtis aus Münster im Blut, aber beim kleinen Pendant in Rheine zumindest Blut geleckt. "Das macht schon Spaß", berichtete er, der eher vom Typus als kleine, wendige wie filigrane Wühlmaus durchgeht. Ehler hingegen ist eher die Marke Holzschrank. Auch für viele weitere war es die erste Stadtmeisterschaft, Jannis Fraundörfer beispielsweise. Der machte im Finale - 5:0 hieß es dort gegen den Vorjahressieger SC Altenrheine - den Deckel drauf. 

Kein Dienst nach Vorschrift

Und Fraundörfer? Auch der strahlte - direkt nach der Hütte, als hätte er nie eine Wichtigere geschossen, bis weit nach der Schlusssirene hinaus über beide Backen. Diese neue Eintracht macht nicht nur auf dem Rasen Spaß, sie hatte auch welchen bei den Titelkämpfen vor der eigenen Haustür. Das war kein Dienst nach Vorschrift. Das Problem: Spürbar war das lange nicht.

Guglielmo Maddente (l.) wurde bester Torschütze. Er erzielte sieben Hütten bei seinem Stadtmeisterschafts-Debüt in Rheine. Luca Bültel gehörte derweil beim SC Altenrheine fast schon zu den Leadern und alten Eisen. Die Titelverteidigung saß allerdings nicht drin.

"Du brauchst halt in der Halle ein, zwei Spiele, bis du reinkommst", wusste Maddente den Stotterstart einzuordnen. Erst machte Germania Hauenhorst der Delsen-Gang schwer zu schaffen, trotzte dem FCE ein 2:2 ab. Auch Gellendorf (4:2) sowie GW Rheine (4:2) gingen jeweils nicht unter. Erst zu den Finalspielen war das Akku aufgeladen: Amisia sah im Viertelfinale gar kein Land (6:1), der SVM musste ebenfalls sechs Kirschen verarbeiten (6:3) und im Finale wurde es zumindest hinten raus richtig deutlich. "Gegen Mesum hat man gemerkt, dass wir drin sind. Davor hat man gemerkt: Da geht noch ein bisschen mehr", resümierte Ehler. Hätten wir besser nicht zusammenfassen können.

A-Jugendliche machen Rambazamba

Kollege Maddente wies indes noch auf einen anderen Fakt hin:"Wir sind so ein bisschen zusammengewürfelt gewesen, wir hatten viele A-Jugendliche dabei, die es auch richtig gut gemacht haben." Stimmt. Da war ein Levin Schmieder, den kannst du ohne jahrelanges Hantelbank-Training kaum stoppen. Im Tor verrichtete Cornelius Watta hervorragende Arbeit, beides Jungspunde aus dem eigenen Junioren-Stall, die gut aufspielten. Nur zwei Beispiele von vielen. Aber da muss sich ein Team logischerweise finden. Es dauerte, dann fluppte es.

Fabian Golz (m.) gab seinen Einstand im Trikot des SC Altenrheine und zeigte häufiger mal, was er so drauf hat. Auch wenn er noch so manchen Namen lernen muss...

Ein bizarrer Mischmasch an Kickern stand derweil auch beim SC Altenrheine auf der Platte. Da ging ein Giacomo Sandmann schon fast als Haudegen durch - der Junge ist vom Jahrgang 95 und war damit der älteste SCA-Zocker. Gemeinsam mit Luca und dem stark aufspielenden Luis Bültel im Kasten führte er den Titelverteidiger als Leader aufs Parkett. Gespickt mit A-Jugendlichen, mit Helfern aus der Zwoten und auch aus der Vierten. Dass es nachher 22 Tore im gesamten Spielverlauf werden - alle Achtung!

Nur einmal habe man trainiert, erzählte Patrick Wipperfürth später. Im normalen Landesliga-Leben ist er Torwarttrainer, am Samstag war er gemeinsam mit Sascha Bernsmeier und Jörg Stein (Trainerteam der Zwoten) Chef vom ganzen SCA-Bums. Donnerstag war diese Übungs-Session in der Soccerhalle angesetzt. Was haben die da bloß für Wunderdinge trainiert? Wipperfürth war in jedem Fall mächtig stolz:"Mit jungen Typen kann man auch viel erreichen, man braucht nicht nur erfahrene." Im Finale fehlte das Glück, vielleicht waren es auch die Körner, möglicherweise auch die Cleverness.

Golz und die Sache mit den Namen

Altenrheine überzeugte aber ansonsten mit jugendlicher Dynamik und Unbekümmertheit. Und auch mit Fabian Golz, der just aus Mesum herüber gewechselt war. Das beste Beispiel dieses wilden Mixes. "Er hat mich vorm Turnier nochmal gefragt, wer der und der eigentlich ist", plauderte Wipperfürth grinsend aus dem Nähkästchen. Hat man Golz nicht angemerkt, diese Unkenntnis. Hat man dem SCA sowieso in Gänze nicht angemerkt. Gefeiert wurden auch die Kanal-Zocker gebührend vom eigenen Anhang. Nur in der Kabine am Schürweg wird eben künftig keine Trophäe zu finden sein wie drüben am Delsen...



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