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Während Jannik Meyer (l.) als Jungspunt in Ladbergen erst am Anfang seiner Entwicklung steht, war Paul Schedeit (r.) ins Stocken geraten. Kein Wunder. Doch jetzt zeigt die Formkurve wieder nach oben. Foto: Teipel

Landesliga 2 - Anschwitzen

Und auf einmal trifft Schedeit wieder


Von Andreas Teipel

(22.03.19) Der TSV Ladbergen hat eine wirklich turbulente Saison hinter sich. Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt. Ein Tiefpunkt der Saison schien dann der Ausfall von Spielmacher Jens Giesbert zu werden. Die Mannschaft ließ Struktur und Selbstvertrauen vermissen, erlitt einige schmerzhafte Bauchlandungen. Doch irgendwas hat sich da getan im Team. Irgendwie scheint die Mannschaft eine neue Balance gefunden zu haben, die plötzlich dazu führt, dass die Mannschaft auch ohne ihre Häuptling Giesbert eine neue Lust gefunden hat. Rückraumspieler Paul Schedeit beschreibt es so: "Wir schauen einfach nicht mehr so viel auf die Tabelle, sondern viel mehr auf uns." 

Rückblick: Ladbergen schlug in seinem ersten Saisonspiel Brockhagen in eigener Halle, galt auch aufgrund von Neuzugängen wie Giesbert, Cervenka oder Schedeit als Mitanwärter auf den Titel. Dann völlig unerwartet verlor der TSV in Gronau und brach zwei Wochen später gegen Münster 08 auseinander. Die Mannschaft war ins Straucheln geraten und verlor dann im Januar auch Jens Giesbert wegen einer Schulterverletzung. Es folgten Niederlagen, die nur noch mit totaler Verunsicherung zu erklären waren. Der Kapitän fehlte, wer sollte jetzt Verantwortung tragen?

Seit drei Spielen ist die Mannschaft aber wieder ungeschlagen. Und plötzlich treten Akteure in den Vordergrund, die bis dahin (von außen betrachtet) nicht ihr Soll erfüllten. Paul Schedeit war einer von ihnen. 24 Tore schoss er allein in den vergangenen drei Spielen, eine Quote, die er vorher nicht annähernd erreichte. Was gar nicht bekannt war: Schedeit litt seit Herbst letzten Jahres an einer Entzündung einer Sehne im Fuß, deren Name ich beim Gespräch mit Paul gar nicht erst versuchte zu behalten. Also: Sehne im Fuß war putt. "Ich konnte nicht mal richtig hochspringen", so der Rechtsreferendar aus Münster, "aber die Sehen spüre ich jetzt kaum noch." Also trifft er auch wieder.

Es gibt aber auch eine zweite Personalie, die allmählich mehr zur Entfaltung zu kommen scheint: Jan-Malte Minnerup. Ladbergen holte den 19-Jährigen Rückraumspieler von der Ibbenbürener SV. Ein Transfer, um den Ladbergen gewiss beneidet wurde. Doch Kaiser stellte Minnerup vornehmlich auf Rechtsaußen auf. Nicht seine Position. Aber als junger Kerl, muss man da halt auch mal durch. Jetzt aber erhält Minnerup, dessen Markenzeichen eine schnittige Sportbrille ist, auch Einsatzzeiten auf Halblinks, löst sich hier und a mit Robin Dellbrügge ab, der auf dieser Position gesetzt ist. Und plötzlich klappt es auch wieder mit dem Toreschießen. Erst zaghaft und ein wenig überhastet, findet er sich ein in die Rolle, die ihm wohl eher liegt als auf Außen dem Spiel zuzuschauen.

Ladbergen hat aus der angespannten bis enttäuschenden Situation das Beste gemacht: "Wir haben alles nochmal reflektiert, was in der Saison alle passiert ist", meint Schedeit abschließend, "und wir haben jetzt wieder viel mehr Spaß im Training, sind nicht mehr so ergebnisorientiert. Diese Mannschaft ist ein langfristiges Projekt und wir wollen alle an uns arbeiten und nächstes Jahr dann eine standfestere Truppe haben." Und bis dahin schauen wir neugierig hin. Zu allererst aber schwitzen wir mit Paul den 21. Spieltag der Landesliga 2 an - und tippen folgende Partien:

Vorwärts Gronau - 1. HC Ibbenbüren (Samstag 18.00 Uhr)
Und schon sind wir wieder beim Thema Harz. Ein Grund für die großes Heimstärke Gronaus, so munkelt man, sie die Harzlosigkeit in der Gronauer Halle. Ibbenbüren darf den Klebstoff aber seit dieser Saison auch nicht mehr verwenden, sodass hier Waffengleichheit herrscht. Damit aber nicht auch bald wieder Punktgleichheit herrscht, brauch Gronau zumindest ein Unentschieden. Im Kampf gegen den Abstieg hat Ibbenbüren die Punkte aber deutlich nötiger.
Paul Schedeit: meine alte Heimat Ibbenbüren gewinnt das Spiel mit vier Toren - 26:22
Heimspiel-Tipp: Umgekehrt wird ein Schuh draus. Gronau macht das Ding mit 26:22

Westfalia Kinderhaus - TV Werther (Samstag, 19.00 Uhr)
Beide Teams waren zuletzt nicht sehr erfolgreich. In Werther scheint nach toller Hinrunde ein wenig der Luft rauzusein. In Kinderhaus erlitt die Mannschaft ohne Torschmeißer Christopher Kohl und Kampfkreisläufer Manuel Honerkamp Schiffbruch gegen Hörste und Brockhagen. Aber das passiert nunmal, wenn man gegen die beiden Führenden der Tabelle antritt. Werther wird da wieder mehr die Kragenweite der Kinderhauser sein, die weiter Platz drei vor dem TV Verl behaupten wollen.
Paul Schedeit: Werther hat einen kleinen Einbruch, Kinderhaus müsste das machen auch ohne Kohl. Ich sag, dass Kinderhaus gegen engagierte Werther mit 30:27 gewinnt
Heimspiel-Tipp: Glaub' ich auch, aber der Sieg fällt höher aus für Kinderhaus: 31:25

TuS Brockhagen - Spvg. Steinhagen II (Samstag, 19.15 Uhr)
Der Tabellenführer spielt gegen das Ligaschlusslicht. Da fällt einem beim besten Willen nichts scheites mehr ein für dieses Anschwitzen. Nur noch was Geschedeites (höhö). Sorry Paul.
Paul Schedeit: Das müsste deutlich werden. Brockhagen knackt sogar die 40 und gewinnt 40:23
Heimspiel-Tipp: Brockhagen schont seine Kräfte und gewinnt mit 36:21.

TG Hörste - TV Friesen Telgte (Samstag, 19.45 Uhr)
Das Hinspiel im November war für Telgte zu der Zeit noch richtungsweisend. Hörste war damals der erste Große auf dem Spielplan. Bis dahin aber war Telgte schon über Havixbeck und Hesselteich gestolpert und wollte jetzt mal ein Zeichen setzen. In Teilen gelang das wohl, denn am Ende trennten sich Telgte und Hörste mit 26:26. Ein knappes halbes Jahr später sind derlei Machtspielchen für die Friesen nicht mehr von Belang. Die Ligaspitze ist weit entfernt und Platz sechs nach unten hin abgesichert. Liebe, Lust und Leidenschaft sollten nun die Triebfeder sein, um Hörste diesmal zu schlagen. Seit Niklas Erpenbeck auf Mitte das Spiel auch wieder antreibt, ist auch wieder deutlich mehr Zug in den Spielzügen. Freuen darf sich aber auch Kreisläufer Martin Kleikamp, der in Jan Luca Borutta einen würdigen Gegner am Kreis hat, der ihn mit seinen 2,04m sogar noch überragt.
Schedeit: Hörste ist stark, die gewinnen 36:26
Heimspiel-Tipp: Telgte hält da zwar ordentlich gegen, verliert aber am Ende mit 28:32

SpVg. Hesselteich - TSV Ladbergen (Sonntag, 17.30 Uhr)
Hesselteich hat auf dem ersten Abstiegsplatz nicht mehr allzu viele Chancen, die Klasse doch noch zu sichern. Da zählt inzwischen jedes Spiel und jeder Punkt. Das Hinspiel gewann Ladbergen auch nur mit zwei Treffern Vorsprung (Hesselteichs Jannik Fromme warf zehn Tore), weshalb es hier einen klaren Favoriten nicht gibt. Stellt sich also die Frage, ob Last oder Lust gewinnen wird.
Schedeit: Ich tippe auf ... Ladbergen ;) 29:27 für uns
Heimspiel-Tipp: Da tippe ich aber mit! Ladbergen gewinnt knapp, es fallen aber nicht so viele Tore - 23:21 für den TSV

SW Havixbeck - TV Vreden (Sonntag, 18.00 Uhr)
Vreden kommt gestärkt durch einen Sieg über Gronau am vergangenen Spieltag angereist, hat einen Abstiegsplatz verlassen. Havixbeck Rückstand ans rettende Ufer wächst derweil von Woche zu Woche weiter an. So recht versteht man es nicht, denn das Potenzial im Team scheint da zu sein. Aber manchmal soll es vielleicht auch einfach nicht klappen, und damit scheint Havixbeck auch völlig im Reinen zu sein. Oder? Denn gewinnt Havixbeck dieses Spiel, folgen zwei weitere gewinnbare gegen Ibbenbüren und Gronau. Und zack wäre man wieder drin in der Verlosung. 
Schedeit: Ich drücke meinem alten Trainer Tom Langhoff die Daumen. Die machen das und gewinnen mit 31:25. Da können die wieder Selbstvertrauen gewinnen.
Heimspiel-Tipp: Havixbeck hat bislang nur daheim gepunktet, zuletzt aber dreimal verloren. Diesmal wird's aber wieder einer mit 25:24. Ganz schwierige Nummer.



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