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Landesliga 2

Telgtes Jan-Philipp Kortenbrede (r.) fügte sich im ersten Durchgang nahtlos in den Angriff der Telgter ein. "Richtig fett" freute sich hinterher aber 08-Spieler Niels Sibbersen (l.). Foto: Teipel


So ein Sieg erlaubt auch Baba-Worte


Von Andreas Teipel

(07.10.19) Prima Sache, richtig gut. Oder, um es mit Nils Sibbersens Worten nach dem unverhofften 32:30 (15:18)-Sieg über den TV Friesen Telgte zu sagen: "Geiler Scheiß', richtig fett!" Heimspiel hat hier einmal Mäuschen gespielt. Und man kann sagen: Nachdem die Münsteraner Gastgeber innerhalb einer Viertelstunde einen Fünf-Tore-Rückstand in einen Sieg mit zwei Treffern Vorsprung verwandelt haben, darf man sowas auch mal sagen. Auch wenn solche Worte natürlich baba sind.

Es ist umso zulässiger, als dass hier eine intensive und streckenweise wirklich gute Landesliga-Partie verdeutlichte, auf was für eine Saison mit vielen Teams auf Augenhöhe, wir uns freuen dürfen. Denn auch Hörste und Ladbergen - zwei Teams, die wie Telgte hohe Ansprüche an sich stellen - verloren an diesem Wochenende ihre Spiele in Neuenkirchen und Gronau. Nullacht bewies zusätzlich, wie stark der Kader wirklich ist und wieviel Wille in ihm steckt. Denn Telgte hat weiß Gott nicht schlecht gespielt. Im Gegenteil. Obwohl mit Philipp Dichtler eine wichtiger Leistungsträger urlaubsbedingt fehlte, hatte Telgte das Spiel bis zur 43. Minute ganz gut im Griff, unterband die gefährlichen Läufe vorn Jorma Kramer fast gänzlich und führte absolut verdient mit 25:20. "Ich hätte da allenfalls noch auf einen Punkt spekuliert", war 08-Trainer Andreas Helftewes nach dem Spiel begeistert von der Wandlung seiner Mannschaft.

Helftewes findet den Schlüssel zum Sieg

Mit der nun folgenden Viele-Grad-Kehre ging gleichzeitig aber auch der Stern der Telgter unter. Den Impuls hierfür setzte Helftewes. Eben beim Stand von 20:25 nahm er ein Timeout. Er hatte registriert, dass im Angriff seiner Mannschaft Sand ins Getriebe gekommen war. Er nahm Sibbersen heraus, dessen Spiel zu viel Verzögerung im Positionsangriff verursacht hatte, und brachte Linus Witzenhausen, der jetzt mit Jonas Bittern und Lasse Gehmeyr den Rückraum bildete. Und der bearbeitete nun die Schnittstellen in der immer unaufmerksamer werdenden Deckung der Telgter. Lücken tat sich auf, der Rückraum wurde nicht mehr energisch angelaufen oder gestört. Der Weg zum Tor war frei. 

Telgtes Angriff geriet daraufhin ebenfalls ins Stocken. Bis dahin hatte Niek Jung im Aufbau phasenweise die Puppen tanzen lassen. Die Abschlüsse saßen und auch über das Tempospiel mit Raphael Petzold, der überdies auch auf Rechtsaußen von Nils Flothkötter häufig schön in Szene gesetzt wurde, erlahmte. Das Mittel der Wahl bestimmte vor allem Christopher Kohl, der es oft zu eigensinnig anging (oder angehen musste) und so der Spielfluss seiner Mannschaft zum Erliegen kam. Dass Kohl Spiele auch alleine entscheiden kann, weiß man. Diesmal aber ging der Schuss nach hinten los.

Stimmen zum Spiel

Ausschlaggebend war jedoch die Umstellung im Rückraum der Gastgeber, die in einer Leistungsexplosion mündete. Stellvertretend für den Rest der Mannschaft, war dabei Jonas Bittern. Der "Kugelblitz", wie ihn sein Trainer bisweilen liebevoll nennt, pflügte durch die gegnerische weit aufgerissene rechte Abwehrseite und traf. Auch vom Siebenmeter-Strich aus, war Bittern an diesem Abend unbändig. Sieben seiner insgesamt elf Treffer schoss er von der Markierung aus. Weder Jan-Simon Tenholt noch Robin Gerlach vermochten ihn zu stoppen.

"Das heute war ein Abnutzungskampf, das hatten wir gewusst", stellt Bittern nach dem Spiel jedoch vor allem die Abwehrleistung in den Vordergrund, "und da hat unser Innenblock einfach abgefahren verteidigt." Kann man so sagen. Sein Ex-Trainer und jetzige Telgte-Coach Björn Hartwig hatte ein etwas andere Perspektive: "Es lief eigentlich alles nach Matchplan. Aber plötzlich stand in der Abwehr jeder für sich und wir haben zu viele Räume aufgemacht. Vielleicht fehlt noch die Selbstsicherheit mit der Rolle eines Titalanwärters und dem daraus resultierenden Druck klarzukommen." Lassen wir ebenfalls gelten.

Tore für Münster 08: Bittern (11/7), Gehmeyr (9), Kramer (4), Witzenhausen (3), Brüggemann (2), Lüdiger (1), Schütte (1), Sibbersen (1)

Tore für Telgte: Kohl (11/4), Petzold (7), Kortenbrede (4), Flothkötter (2), Jung (2), Kleinekemper (1), Erpenbeck (1), Kostovski (1), Kleikamp (1)

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