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Kreisliga A

Drei Spiele macht er noch, danach ist für Raphael Palm in Laer Schicht im Schacht. Foto: Lehmann

Das Ende eines "Missverständnisses"


Von Fabian Renger

(25.11.22) "Ich hab mir das nicht leicht gemacht. Raphael ist ein sehr feiner junger Kerl, ein netter und höflicher junger Mann. Ich persönlich bin super mit ihm klar gekommen, wir als Verein waren gut zufrieden." Harry Toonen, Sportlicher Leiter des TuS Laer, holt am Freitagmittag zur Lobeshymne auf seinen Cheftrainer Raphael Palm aus. Bemerkenswert: Trotz dieser verbalen Blumen ist für Palm, der erst vor der Saison auf Ron Konermann gefolgt war, nach den drei ausstehenden Spielen in der Winterpause bereits wieder Schluss. Für ihn übernimmt in der Winterpause Steffen Köhler als Spielertrainer. Aber Palms Aus schreit nur so nach Erklärungsbedarf. Die Erläuterung liefert Toonen dann auch gleich mit.

"Irgendwie passt es nicht zwischen der Mannschaft und ihm", sagt der Sportliche Leiter. "Er konnte die Jungs nicht mehr richtig begeistern. Da war er schon ein bisschen ratlos." Nach einem 5:0 über den TuS St. Arnold am achten Spieltag (2. Oktober) stand Laer mit 14 Zählern auf einem ordentlichen fünften Rang. In den darauf folgenden sechs Ligaspielen holte der Vorjahresdritte aber nur noch zwei Zähler, rutschte auf Platz elf ab, der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt inzwischen nur noch vier Punkte. Kein guter Trend.

Palm: "Ich möchte das jetzt vernünftig zu Ende bringen"

Bereits nach dem 1:4 gegen den FSV Ochtrup am 30. Oktober war für Palm innerlich klar: Das war's für ihn spätestens im nächsten Sommer. Sprachlos war er seinerzeit zur Halbzeitpause, weil seine Elf jegliche Grundtugenden vermissen ließ. "Wir hatten abgemacht, uns nochmal nach dem Spiel gegen Gellendorf zusammenzusetzen", wollte Palm gemeinsam mit dem Verein die bisherige Spielzeit nach dem Jahresabschluss am 10. Dezember in Ruhe analysieren. Das Gespräch wurde schließlich vorgezogen. "Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass beide Seiten sagen: Es funktioniert nicht mehr und wir ziehen einen Schlussstrich", erklärt der scheidende Übungsleiter.

Die drei Partien bis zum Winter macht er trotzdem noch - auf eigenem Wunsch. "Das mag vielleicht für Auswärtige komisch wirken, aber das entspricht meinem Charakter. Ich möchte das jetzt vernünftig zu Ende bringen. Es ist für beide Seiten das beste, sich zu danach zu trennen", so der 32-Jährige. "Das Ziel ist es, jedem Spieler nach den drei Spielen in die Augen gucken zu können. Die Mannschaft hat eine wahnsinnige Qualität, aber sie muss jedes Wochenende dafür an die Grenzen gehen."

Toonen würde Palm weiter empfehlen

Das kurze Intermezzo sei für ihn ein Missverständnis gewesen - "nicht mehr, nicht weniger." Aber ein zeitlich extrem intensives: Palm arbeitet in Recke und wohnt in Laggenbeck, fuhr jeweils 45 (!) Minuten nach Laer und wieder zurück. Das obligatorische Bierchen nach dem Training saß so selten bis gar nicht drin. Vielleicht wurde ihm das schlussendlich beim Binnenklima zum Verhängnis, wie auch Toonen mutmaßt.  "Raphael ist ein richtiger Vereinsmann", stellt er nochmal klar. "Wenn ich Sportlicher Leiter in der Ecke Ibbenbüren wäre, würde ich ihn sofort verpflichten."

Palms spielender Co Kai Bröker bedauert laut Toonen die Trennung, bleibt aber auch in 2023 dem Trainerteam erhalten. Palms Nachfolge hat der Funktionär derweil  mit Steffen Köhler relativ kreativ geklärt. Der 28-Jährige wird als Spielertrainer fungieren. Aktuell befindet er sich auf dem Weg der Genesung nach einem Kreuzbandriss. "Ich hab ihm im letzten Jahr schon gesagt: Er soll mal in die Hufe kommen, was das Thema Trainer angeht, und hab ihn wieder gefragt", erklärt Toonen. Jetzt war es der passende Zeitpunkt, Köhler signalisierte die Bereitschaft, einzusteigen.

Köhler ist ein erneutes Experiment

"Der tut unserer Mannschaft gut und hat schon eine Autorität", befindet der Sportliche Leiter. In gewisser Weise ist es ein erneutes Experiment. Köhler verfügt nämlich über keinerlei Trainererfahrungen, dafür über jede Menge als Kicker. Bis zur C-Jugend zockte er in Laer, dort später auch als Senior, zwischendurch waren der SV Wilmsberg der TuS Altenberge weitere Stationen. Öffnet externen Link in neuem FensterZum Jahreswechsel 2019/20 erfolgte Köhlers Rückkehr nach Laer. Bleibt für den TuS zu hoffen, dass nach dem Palm-Experiment der nächste Trainer-Schuss sitzt...



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