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FC Galaxy goes Franchise


von Christian Lehmann

(06.05.21) Bitterfeld-Wolfen ist ein kleines Städtchen mit etwa 47.000 Einwohnern im Südosten von Sachsen-Anhalt, ganz in der Nähe des Goitschesees und etwa 35 Kilometer nördlich von Leipzig. Was zum Henker das mit dem Amateurfußball im fast 500 Kilometer entfernten Münsterland zu tun hat, wird auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Wenn wir euch nun erzählen, dass am heutigen Donnerstag um 11.30 Uhr exakt hier der FC Galaxy Wolfen 2021 e.V. gegründet wurde, wird so langsam ein Schuh draus. In Kooperation mit dem hiesigen FC Galaxy Steinfurt 2013 e.V. entsteht also das womöglich erste Amateurfußball-Franchise in Deutschland.

Der Galaxy-Vorsitzende Ali Pish Been war schon immer bekannt für die Umsetzung ungewöhnlicher wie innovativer Ideen und ließ sich nicht entmutigen, auch wenn ihm mal etwas Gegenwind entgegenblies. Die Beharrlichkeit hat sich gelohnt. Der anfangs hier und da vielleicht noch belächelte Klub ist inzwischen nicht nur in der Amateurfußball-Landschaft fest verankert und gilt in vielerlei Hinsicht als Vorbild für andere, etwa im Bereich Integration und Social Media. Allein im E-Sport hat Galaxy in den vergangenen zwei Jahren nach Vereinsangaben über 250 Mitglieder gewonnen.

Pish Been: "Das ist völlig unkommerziell"

Nun steht das nächste ungewöhnliche Projekt an. Fußball-Romantiker müssen keine Angst haben, hier wird kein zweites Brause-Imperium à la RB Leipzig/Salzburg/New York aufgebaut. "Wir sind ein eingetragener Verein, Wolfen seit heute ebenfalls. Das ist völlig unkommerziell, es geht einzig um gemeinsame Projekte, Werte und Ideen", erklärt Pish Been. Optisch wird der Partnerverein allerdings schon ein Zwilling sein: Eine gemeinsame Corporate Identity, ein ähnliches Trikot-Design und das fast identische Vereinslogo - einzig Gründungsjahr und Ortsname sind hier unterschiedlich - sollen für ein Zusammengehörigkeitsgefühl sorgen.

Entwachsen ist die Idee aus der Steinfurter E-Sports-Abteilung, deren Mitglieder über ganz Deutschland verteilt sind - auch in Bitterfeld-Wolfen. "Wir hatten Anfragen wie diese in der Vergangenheit schon häufiger, wollten uns aber als Verein erstmal selbst finden. Uns war wichtig, dass Leute dahinter stehen, die auch etwas tun wollen", so Pish Been. Die fanden sich im 1. Vorsitzenden Tim Bräutigam und dem 2. Vorsitzenden Philipp Graul. Natürlich sind gegenseitige Besuche geplant, sofern diese wieder möglich sind. In erster Linie gehe es aber um den Austausch von Know-How und Erfahrungen. "Die Hürden bei einer Vereinsgründung sind hoch, viele lösen sich deshalb schon nach zwei Jahren wieder auf", erklärt Pish Been, der auch Ehrenvorsitzender beim neuen Klub sein wird. "Ich hätte mir damals gewünscht, dass uns jemand an die Hand nimmt. Oft scheitert es schon an der Erstellung einer Satzung. Bei solchen Problemen wollen wir unsere Hilfe anbieten. Auch für uns ist das ein Pilotprojekt. Wir werden versuchen, die Jungs da drüben so gut wie möglich zu unterstützen." Dies wird vor allem über die ohnehin schon virtuell bestehende Verbindung geschehen, natürlich werde er nicht jede Woche nach Wolfen fahren, so Pish Been. Ein Antrittsbesuch ist dennoch fest eingeplant.

Kein Platzmangel

Der neue Klub will sich besonders um die Interessen junger Menschen bemühen. Natürlich stehen im Leitbild auch die "klassischen Galaxy-Themen" Integration und Vielfalt weit vorne. Auch wenn sich bisher - wie damals in Steinfurt - nur eine kleine Gruppe zusammen gefunden hat, sind die Voraussetzungen in der dünn besiedelten Region nicht die schlechtesten. In der Stadt gibt es derzeit nur einen Fußballverein, an Trainingsmöglichkeiten mangelt es ebenfalls nicht. Dass nun ein FC Galaxy nach dem nächsten aus dem Boden ploppt, glaubt Pish Been übrigens nicht.   

In Wolfen ist man jedenfalls ziemlich happy und freut sich darauf, im Sommer voll durchzustarten: "Wir wollen ein Kontrastprogramm zu etablierten Fußballvereinen aus unserer Umgebung und gerade jungen Spielern, denen das Studium, die Ausbildung und die Schule wichtig ist, aber die trotzdem nicht die Liebe am Fußballsport verlieren wollen, einen Platz bieten", erklärt der Vorsitzende Tim Bräutigam in einem Fupa-Interview. "Herr Pish Been war sofort von unserem Engagement und unseren Ideen begeistert, aber auch wir waren vom bisherigen Konzept seines Vereins überzeugt. Galaxy bedeutet Freiheit und Offenheit für alle Menschen - und genau das wollen auch wir nach außen tragen."



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