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Kreissparkassen-Cup 2021/22

Frecher van den Berg entscheidet ewig junges Duell am Haarweg


von Christian Lehmann

(25.05.22) "Zum Glück hab' ich nicht den Ehler schießen lassen." Colin van den Berg grinste nach dem Abpfiff über beide Backen. Der Mittelfeldstratege des FC Eintracht Rheine war einer der entscheidenden Protagonisten dieses Kreispokal-Endspiels beim SuS Neuenkirchen, in dem sich die Gastgeber wenige Tage nach dem feststehenden Abstieg aus der Westfalenliga zerrissen, um ihren Anhängern einen versöhnlichen Saisonabschluss zu bereiten. Bei der 0:2 (0:2)-Niederlage war aber gegen den Geniestreich van den Bergs kein Kraut gewachsen.

Es lief die 44. Spielminute, da wetzte Rheines emsiger Angreifer Viktor Maier noch einmal einem langen Ball hinterher, der eigentlich schon verloren schien. Oliver Janning hatte nicht aufgepasst und kreuzte seinen Laufweg. Dieser Freistoß, er war so unnötig wie eingeschlafene Füße aus SuS-Sicht. Zunächst lief an der Sechzehnerkante der neben van den Berg stehende Luca Ehler an, täuschte eine Flanke ins Zentrum an. SuS-Schnapper Lukas Greiwe, der sein Team bis hierhin mit bärenstarken Paraden im Spiel gehalten hatte, spekulierte und beging so einen verhängnisvollen Fehler. Den einen Meter, den der Schnapper zu weit aus seinem Kasten geschritten war, nutzte van den Berg, um den Ball frech über die Mauer und in den Winkel zu zirkeln. "Das machen wir eigentlich fast immer so. Schön, dass es heute mal geklappt hat", sagte van den Berg später.

Maier nickt zum 0:1 ein

Standards gehören ja eigentlich nicht zu den Spezialitäten der Eintracht. In diesem Kreispokalfinale vor geschätzt 600 Zuschauern - wie viele Bierchen der Neuenkirchener Stadionsprecher hatte, ehe er auf die Zahl 1420 kam, möchten wir gar nicht wissen - zündeten sie aber. Ein Einwurf von Adrian Knüver brachte den Gästen schon in der siebten Minute die Führung. Luca Ehler - oder war es doch Timo Scherping, der die Mannschaft in seinem letzten Steinfurt Kreispokalfinale als Kapitän aufs Feld führte? - verlängerten den Ball am ersten Pfosten, am zweiten nickte Viktor Maier freistehend ein (0:1/7.). 

Die Führung, sie war verdient, denn die Anfangsphase gehörte dem favorisierten Oberligisten. So in etwa nach einer Viertelstunde wurde der SuS allerdings mutiger - und verzeichnete die erste Riesenchance durch Marco Diekmann. Nach einem langen Ball in die Spitze hatte Eintracht-Schlussmann Cornelius Watta in höchster Not vor Linus Groeger klären müssen, den Querschläger nahm Neuenkirchens Flügelstürmer volley und feuerte ihn nur haarscharf neben das Tor (18.). Schnell bekam der FCE die Zügel jedoch wieder in die Hand, Scherping hätte nach Zuspiel von Maier durchs Zentrum eigentlich das 0:2 erzielen müssen, der Torjäger scheiterte aber an Greiwe (24.). Wenig später drehte sich Luca Ehler in der Box und schüttelte den an ihm klammernden Jasper Dreinemann ab, doch auch seinen Abschluss aufs kurze Eck parierte der Keeper (27.). Mit Ausnahme des genialen Moments von Colin van den Berg passierte anschließend nicht mehr viel, ehe Schiedsrichter Jan Lohmann das kickende Personal zur Pause bat.

Den Hausherren konnte man vieles vorwerfen - aber ganz gewiss nicht, dass sie sich im zweiten Durchgang hängen ließen. Weil sie mit flachen Zuspielen in Durchgang eins nur selten in die Box gekommen waren, verfolgten die Jungs von Tobias Wehmschulte und Thorsten Schmidt nun einen anderen Ansatz, stellten Schrankwand Robin Krümpel vorne rein und jagten lange Bälle in die Spitze. FCE-Coach Rainer Sobiech reagierte, ließ seine Jungs etwas tiefer zurückfallen und brachte zunächst mit Fabian Kerelaj, später noch mit Pascal Petruschka flotte frische Kräfte fürs Umschaltspiel.

Bis zur 75. Minute blieben die Offensivbemühungen des SuS nicht mehr als eben solche, dann wurde es doch noch ein ums andere mal brenzlig für den Favoriten. Peter Effing jagte den Ball nach Kopfball-Ablage Linus Groegers aus zehn Metern freistehend am Tor vorbei (75.), der eingewechselte Leonard Zenuni traf aus spitzem Winkel das Lattenkreuz (79.), Joker Timo Deiters rauschte nach einer Halbfeld-Flanke am Ball vorbei (90.) - es sollte nicht sein für die Hausherren.  

Sobiech: "Ein bisschen spannend gemacht"

"Wir sind sehr dominant aufgetreten und haben verdient gewonnen", befand FCE-Coach Rainer Sobiech und wies vor allem auf die vergebenen Großchancen durch Scherping und Ehler in Durchgang eins hin. "Hinten raus hatte der SuS mehr Spielanteile und hat viele lange Bälle reingebracht. Wir haben die eine oder andere Kontersituation nicht ganz so gut ausgespielt, deswegen haben wir's in den letzten Minuten ein bisschen spannend gemacht."

Sein Gegenüber Tobias Wehmschulte war mit dem leidenschaftlichen Auftritt seiner Elf absolut einverstanden. "Ich fand unser Ballbesitz-Spiel nicht schlecht, wir haben gut kombiniert - aber vorne fehlte uns die letzte Durchschlagskraft. Dann muss man halt mal etwas einfacher spielen. Deswegen haben wir Robin vorne reingestellt und später Timo rein gebracht - aber es sollte nicht sein." 

SuS Neuenkirchen - FC Eintracht Rheine     0:2 (0:2)
Tore:
0:1 Maier (7.), 0:2 van den Berg (44.)
Neuenkirchen: Greiwe - Krümpel (67. Zenuni), Dreinemann, Janning, Wiggers (86. G. Groeger) - Knocke, Husmann, Rauße (80. Bömer) - Diekmann, L. Groeger (77. Deiters), Effing
FCE: Watta - Janning, Fraunhofer, Lackmann - Dreesen (35. Bügener), Knüver (86. Meyer), van den Berg, Hölscher - Maier (54. Kerelaj), Scherping, Ehler (73. Petruschka)



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