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Spielerpass

Foto: SV Büren

Für Dribblings keine Zeit


Von Stephan Meyer

(15.06.21) "Ein absolut überragender Mensch und ein klasse Fußballer, dem ich nur das Beste wünsche auf der Welt und ich freue mich, dass er bei uns ist." Das ist mal ein kaum zu toppendes Pauschal-Lob. Gemeint ist Eduardo, 21-jähriger Brasilianer im Kader des SV Büren. Die Aussage kommt von dessen Trainer Marcel Czichowski.

Der holt gern weiter aus: "Ich habe selten - und das gilt für alle Brasilianer, die zu uns gekommen sind in den letzten Jahren - so freundliche, hilfsbereite, empathische Menschen kennengelernt." Das werde nur durch die fußballerischen Fähigkeiten noch übertroffen. Eduardo, genannt Edu, sei auf dem Platz wirklich ein absolutes Tier. "Was der auf dem Platz malocht, gepaart mit seinen technischen Fähigkeiten, da träume ich fast nachts von", schwärmt Czichowski. Edu gibt das Lob gern zurück: "Meinem Trainer hier verdanke ich alles."

"Für mich ist Fußball alles"

Seit fast zwei Jahren ist Eduardo nun in Deutschland. Eigentlich wollte er zunächst nur einen Kumpel besuchen. Dann kam eins zum anderen. Aus einem Training in Büren wurde mehr. Die ersten sechs Monate lebte Edu - wie auch Kumpel Pedro - bei den Czichowskis und fand sich schnell zurecht. Es passte einfach. Marcel Czichowski verrät: "Für unsere beiden Kinder sind die beiden wie große Brüder" Edu möchte nun die nächsten Jahre oder auch Jahrzehnte in Deutschland bleiben: "Das ist mein Plan." Und dabei möglichst viel Fußball spielen. Das ist seine große Liebe, wie er selbst in mittlerweile fast perfektem Deutsch zu verstehen gibt: "Alles, was ich habe, habe ich durch Fußball bekommen. Für mich ist Fußball alles." Um ein dauerhaftes Visum zu bekommen, benötigt er eine abgeschlossene Ausbildung. Bis er die in der Tasche hat, soll es mit dem SV Büren möglichst eine Liga höher gehen: "Ich will mit der Mannschaft aufsteigen."

Zur Probe in Havelse

Danach darf es sicher auch mehr sein. Er trainierte bereits bei Nord-Regionalligist TSV Havelse mit und kam auch in Testkicks zum Einsatz. "Da hat er auch absolut überzeugt und ich denke, dass das ohne Corona was geworden wäre", berichtet Czichowski, der es auf der anderen Seite natürlich auch begrüßt, dass Edu "glücklicherweise noch eine weitere Saison bei uns ist". Denn er habe nun mal einiges mehr auf dem Kasten als Kreisliga.

Der Fußball in Deutschland ist laut Edu im Vergleich zu Brasilien "komplett anders". Hier gehe alles viel schneller. In Brasilien habe man nach der Ballannahme "Zeit zum gucken und denken" gehabt und sei dann eben oft ins Dribbling gegangen. Hier müsse man den Ball direkt weiter passen, da er sonst schnell wieder weg ist. Das bekam er zu spüren: "Anfangs habe ich oft den Ball verloren. Der war nach ein paar Sekunden wieder weg." Aber er hat daraus gelernt und sagt selbst: "Ich bin so schon besser geworden."

Spielerpass von Eduardo (SV Büren)

Name: Eduardo

Geboren am: 15.08.1999

Spitzname: Edu.

Verein: SV Büren (seit 2019).

Beruf: Student.

Frühere Vereine: Boa Sport in Varginia, Brasilien.

Höchste Spielklasse: Das ist schwer zu vergleichen. In Brasilien ungefähr 2. Liga. Da habe ich auch gegen Profimannschaften gespielt.

Meine Position: Mittelfeld, offensiv links. Aber auch mal Linksverteidiger. 

Lieblingsverein: Sao Paolo.

Lieblingsspieler/in: Aktuell Neymar. 

Lieblingsessen: Bohnen und ein Stück Fleisch. Das essen wir in Brasilien.

Mein erster Stadionbesuch: Das war hier ein Testspiel an der Bremer Brücke, Osnabrück gegen Hannover.

Ich würde gerne eine Nacht durchmachen mit: Zusammen mit der Mannschaft, das war bislang nur einmal vor Corona der Fall.

Das kann ich noch besser als Fußball: Im Fußball bin doch schlecht (lacht). Lernen hört sich doch gut an.

Damit habe ich mir ohne Fußball die Zeit vertriebe:  Ich hab Zuhause trainiert oder war laufen. jetzt ist zum Glück wieder Training. 

Das sagt Trainer Marcel Czichowski über ihn: Ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass er bei uns gar nichts zu suchen hat. In Havelse hat er im Training und Testspielen absolut überzeugt. Ich denke, dass wäre ohne Corona was geworden. Von daher ist er glücklicherweise für uns noch eine weitere Saison bei uns, aber er hat absolut mehr auf dem Kasten als Kreisliga. Ich hoffe sehr, dass er fußballerisch irgendwann hier weiter kommt. Denn deswegen ist er eigentlich hier. Ein absolut überragender Mensch und ein klasse Fußballer, dem ich nur das beste auf der Welt wünsche. Ich freue mich sehr, dass er bei uns ist.



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