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Landesliga 4

Noch keine Legende. "Aber da arbeite ich drauf hin." Sagt Mesums Flügelflitzer Dominic Schmidt.

"Es war schon schlimmer"


Von Fabian Renger

(20.08.19) Wir schreiben den 1. Juni 2019. Am Teekotten läuft das Steinfurter Kreispokalfinale zwischen Borussia Emsdetten und dem SV Mesum. Nach 42 Minuten geht der SVM mit 1:0 in Führung, Torschütze: Dominic Schmidt. 'Schmidti, siehst du, wir brauchen dich' hört man über den halben Platz von irgendwoher. Der Mann kommt an im Team. Zu dem Zeitpunkt war allerdings noch gar nicht klar, ob er bleibt. Seit Januar 2016 ist er Mesumer, im Winter hieß es vom SVM: Schmidt geht zur Saison 2019/20. Eine knappe Woche nach dem - letztlich verlorenen - Pokalfinale verkündete der SVM die Kehrtwende: "Schmidti" bleibt noch ein bisschen im Hassenbrock.

Kräftige Signale aus der Mannschaft seien gekommen, ihn zu behalten. Überhaupt hatte der 24-Jährige, neben dem Platz angehender Physiotherapeut, vor allem in der Rückrunde überzeugt und Werbung in eigener Sache gemacht. Fünf seiner sechs Saisontore erzielte er im Kalenderjahr 2019. Am vergangenen Sonntag gegen Ahaus war er in mehreren Szenen einer der Hauptdarsteller. Zeit, ihn mal nach dem Stand der Dinge zu fragen.

Dominic, wie war das eigentlich damals, als du hörtest, dass man in Mesum ohne dich plant? 
Schmidt: Erst einmal hat mich das sehr geschockt und ich bin auch in ein kleines Loch gefallen. Das war auch nicht so leicht, da wieder rauszukommen.

Das hast du aber gut geschafft...
Schmidt: Stimmt, ich habe mir irgendwann gesagt - jetzt oder nie. Ich bin ja lange wegen eines Innebnandrisses im Knie ausgefallen, hab mich wieder fit gemacht in der Rückrunde und dann oft getroffen. Da ging es schnell wieder bergauf.

Du bist ja auch schon lange da. Es muss dir gefallen in Mesum. Das macht so etwas nicht leichter...
Schmidt: Ja, deswegen war ich einerseits auch schon sehr sauer - weil ich eben viel gemacht habe in Mesum. Andererseits konnte ich die Entscheidung schon ein bisschen verstehen. Ich hätte dann auch sagen können: Komm', ich wechsel, ich will eine neue Herausforderung. Aber die Jungs sind mir zu sehr ans Herz gewachsen. Und ich hatte Bock, das Projekt Wiederaufstieg in Angriff zu nehmen. Wir haben es ja auch selbst verbockt.

Wie läuft das Projekt an?
Schmidt: Wir haben den Kader noch einmal verstärkt mit "Eule" (Kevin Grewe, d. Red.) und "Ugi" (Ugur Birdir, d. Red.), die ja eine Menge Erfahrung haben. Die tun uns und auch unserem Spiel gut. Wenn sich das weiter einspielt, bin ich fest davon überzeugt, dass wir oben weiter mitspielen und wieder aufsteigen können.

Der Saisonstart war okay. In Kinderhaus war es hui, gegen Ahaus hattet ihr ein bisschen Pech.
Schmidt: Zum Kinderhaus-Spiel muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Das haben wir sehr stark gemacht. Gegen Ahaus haben wir sehr ärgerlich die Tore kassiert. Und dann hatten wir selbst die Dinger auf dem Fuß und machen sie einfach nicht. Manchmal hast du so einen Tag. Aber es geht nächste Woche weiter, da müssen wir es dann besser machen.

Du sagst es. Ausgerechnet gegen Altenrheine. Da seid ihr wahrscheinlich besonders heiß?
Schmidt: Auf jeden Fall. So ein Derby gab es schon seit Jahren nicht mehr in Mesum, das ist eigentlich das Derby der Derbys hier vor 600 oder 700 Zuschauern. Wir wollen schon zeigen, wer Herr im Haus ist.

Musst du dich denn da eigentlich selbst ein bisschen bremsen? Du bist ja manchmal auch ein kleiner Heißsporn...
Schmidt (lacht): Das stimmt. Wenn mich dann was stört, dann hau ich das auch raus. Meistens denk ich auch nicht groß darüber nach, wenn ich im Spiel bin. Aber es war schon einmal schlimmer, das hat sich beruhigt...

Inwiefern hat es sich beruhigt?
Schmidt: Ich hab mich jedes Mal mit dem Schiedrichter und den Gegenspielern angelegt, das wird weniger. Mittlerweile hab ich halt auch etwas mehr Erfahrung. So ganz emotionslos bin ich aber immer noch nicht. Aber das gehört auch einfach dazu.

Muss euch Cello eigentlich noch heiß machen?
Schmidt: Ich glaube nicht. Er weiß, wie viel Bock wir haben. Geile Kulisse, Zuhause, geiles Wetter. Was will man mehr?

Was macht dich zuversichtlich, dass ihr es packt?
Schmidt: Ich bin überzeugt von unserer Mannschaft. Wenn wir so weiterspielen wie gegen Ahaus, mache ich mir null Sorgen, dass uns überhaupt ein Gegner in den nächsten Spielen schlagen kann. Wir sind in der Breite und auch individuell top aufgestellt - trotz ein paar Verletzungen.

Meine Lieblingsfrage zum Schluss: Bist du ein Urgestein - oder gar schon eine Legende?
Schmidt: Es ist schon eine lange Zeit, die ich hier bin. Ich komme mit den Leuten schon gut klar. Zu einer Legende fehlt mir aber noch ein bisschen - aber da arbeite ich drauf hin. (lacht)



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