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Landesliga 4 - Doppelpass

Wollt ihr als gegnerischer Torwart diesen Blick von Ahaus-Stürmer Lennart Varwick sehen? Wir sicher nicht. Foto: Lehmann

"Alter, mach dir keinen Stress!"


Von Malte Greshake

(05.09.23) Lennart Varwick. Dieser Name steht ausnahmslos für Tore. Ihr wollt ein Beispiel? Nehmt doch einfach die Saison 2021/22. In ebenjener Spielzeit erzielte der Stürmer von Eintracht Ahaus in der Landesliga 4 satte 29 Buden und wurde damals Torschützenkönig. Hätte der TuS Wiescherhöfen damals nicht seine Mannschaft zurückgezogen, wären es zum Schluss sogar 32 Dinger gewesen...

Jedenfalls, nachdem der 25-Jährige in der darauffolgenden Saison diese Marke nicht ganz knacken konnte (am Ende traf er trotzdem fünfzehnmal), läuft es bei ihm derzeit wieder prächtig. Viermal knipste Varwick bereit, zuletzt sicherte er mit einem Doppelpack den 2:0-Sieg gegen Borussia Münster. Und sorgte somit auch dafür, dass es sich die Ahauser nach zwei Unentschieden und zwei Siegen auf Platz zwei gemütlich gemacht haben. Wir haben mit dem Torjäger über den Saisonstart der Eintracht gesprochen und ihn gefragt, ob er endlich auch mal mit seinem schwachen linken Fuß getroffen hat. 

Lennart, dein Trainer Frank Wegener sagt über dich, dass dich nichts aus der Ruhe bringen kann. Stimmt das?

Varwick: (lacht) Wenn man so über sich selbst sprechen kann, würde ich schon sagen, dass ich eher ein ruhigerer Zeitgenosse bin.

Auch auf dem Fußballplatz?

Varwick: Da bin ich tatsächlich anders und gerne ein bisschen aggressiver. Ich versuche auch mittlerweile mehr zu sprechen - vor allem mit den Jungs. Dann werde ich auch mal lauter. Das klappt hier und da, kann ich aber sicher noch optimieren. Es ist jetzt aber auch nicht so, dass ich neben dem Platz nie etwas sage. Wenn wir ein Bierchen in der Kabine trinken, bin ich auch schon ein wenig lauter. Eine große Fresse habe ich jetzt aber nicht unbedingt...

Am Wochenende gab's auf dem Feld aber zwei richtig gute Gründe für dich, um auszurasten. 2:0 siegt ihr gegen Borussia Münster und du schießt beide Tore. Wie war das Spiel?

Varwick: Boah. Auf jeden Fall war es unsere bisher schwächste Saisonleistung. Ob es am Ende ein verdienter Sieg war oder nicht, ist immer schwierig zu sagen. Wenn du gewinnst, kein Gegentor kassierst und selbst zwei Tore machst, warst du am Ende auch effektiv. Aber man muss auch sagen, dass Borussia es mit dem Ball richtig gut gemacht hat. Bis zur 60. Minute waren sie echt dominant und hatten einige Chancen, die unser Torwart Igor (Levchenko, Anm. d. Red.) gut hält. Danach waren wir allerdings besser drin, haben hinten nichts zugelassen und eben innerhalb von zwei Minuten die Tore gemacht. Wir nehmen es auf jeden Fall mit.

Woran lag es, dass es ein eher schwächerer Auftritt von euch war? An euch selbst - oder am Gegner?

Varwick: Gegen den FC Epe haben wir ja schon gezeigt, wie man es gegen einen spielstarken Gegner macht. Da standen wir auch defensiver und haben mega gut umgeschaltet. Gegen Borussia haben wir allerdings den Zugriff nicht richtig bekommen und die Abstimmung hat nicht gestimmt. Natürlich, wir mussten auch schon in der ersten Halbzeit wechseln, weil Chrissi Behrendt sich verletzt hat und wir dadurch umstellen mussten. Es ist trotzdem schwierig zu sagen, woran es am Ende lag. Vielleicht haben wir gedacht, dass es von alleine läuft und wir nicht den dreckigen letzten Meter machen müssen. Da haben wir aber schnell gemerkt: so läuft es nicht. Es klappt nur, wenn jeder immer Vollgas gibt.

Mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und Platz zwei seid ihr aber generell ganz ordentlich gestartet, oder?

Varwick: Damit sind wir absolut zufrieden. Vor allem, wenn man sich die Gegner anguckt. SV Dorsten-Hardt, der SC Altenrheine, FC Epe und nun Borussia. Wenn du ungeschlagen und mit acht Punkten daraus gehst, ist das mehr als ordentlich. Unser Ziel ist es ja sowieso immer, so lange wie möglich ungeschlagen zu bleiben. Auch wenn mal ein Unentschieden dabei ist, ist das auch in Ordnung. 

Unentschieden ist das richtige Stichwort: In der Vorsaison wart ihr zwischenzeitlich die Remis-Meister. Am Ende der Spielzeit waren es immerhin zehn Punkteteilungen. Hattet ihr nach den beiden Unentschieden gegen Dorsten-Hardt und Altenrheine Angst, dass es so weitergeht?

Varwick: (lacht) Darauf hatten wir gar keinen Bock! Aber dennoch: Zwei Punkte gegen die beiden Gegner, die sicher auch oben mitspielen werden, ist an sich in Ordnung. Die Leistungen waren auch gut, aber dass du zweimal das Gegentor in der Nachspielzeit kassierst, ist natürlich bitter. Es hätten theoretisch zwölf Punkte sein können. Aber das gleicht sich auch immer wieder aus. Dafür haben wir jetzt am Sonntag glücklich gewonnen.

Bei dir läuft's ja auch ganz ordentlich. Vier Saisontore sind's bisher. Zu Beginn der letzten Saison hattest du zum Vergleich ein wenig Ladehemmungen. Was klappt wieder besser?

Varwick: Ich glaube, dass die Hinrunde im letzten Jahr auch nochmal ein Entwicklungsschritt für mich war. Nach dieser Saison, in der ich fast 30 Tore gemacht habe, habe ich mir vielleicht ein bisschen zu viel Druck gemacht. Mit der Ausbeute hat ja damals niemand gerechnet - ich am wenigsten. Und in der Saison danach denkst du dir, dass es wieder so laufen muss. Wenn du die ersten zwei, drei Spiele dann nicht triffst und die eine oder andere Großchance auslässt, dann bin ich auch ein Kopfmensch, der anfängt nachzudenken. Das funktioniert so nicht. In der Rückrunde hat es danach aber wieder besser geklappt. Deswegen habe ich mir jetzt gesagt: Alter, mach dir keinen Stress! Zudem spiele ich jetzt auch manchmal auf der Sechs und da mache ich mir sowieso erstmal keine Gedanken übers Toreschießen. Ich hoffe jetzt aber natürlich, dass es so weiterläuft. 

Als gelernter Stürmer auch im zentralen Mittefeld spielen zu können, ist aber auch aller Ehren wert...

Varwick: Das gibt die Personalsituation gerade so her. Wir haben das mit mir auf der Sechs irgendwie mal ausprobiert. Besonders, weil ich im Spiel über die Körperlichkeit komme. Wenn ich dann einen kreativen Part auf der Sechs neben mir habe, klappt das ganz gut. Dann kann ich eher ein bisschen zerstören (lacht)! Wobei ich natürlich lieber vorne drin spiele. Das weiß Frank aber auch...

Hast du diese Saison denn auch schon ein Tor mit links gemacht?

Varwick: (lacht) Ich habe im Pokal ein Tor mit links gemacht. In der Liga waren es bisher drei mit dem rechten Fuß und eins mit dem Kopf. Der linke war ja auch immer meine Schwachstelle...

Deswegen spreche ich Dich natürlich auch drauf an...

Varwick: Es wird auch nicht mehr meine größte Stärke werden, mit links die Tore zu erzielen. Aber ich versuche es immer wieder.

Wechseln wir schnell das Thema. Du hast es nämlich schon angesprochen: Ihr wollt jedes Spiel ungeschlagen bleiben. Was ist dann diese Saison für Eintracht Ahaus drin?

Varwick: Ich weiß natürlich, was du hören willst! Aber den Gefallen tue ich dir nicht (lacht). Grundsätzlich haben wir aber gesagt, dass wir gut in die Saison starten wollen. Das ist uns gelungen. Die Herausforderung wird es nun sein, den Druck weiter aufrechtzuerhalten und von Verletzungen verschont zu bleiben. Gleichzeitig muss man auch aufpassen, dass man nicht unten reinrutscht. Das kann in der ausgeglichenen Liga sauschnell passieren und dann ist es schwer, da rauszukommen. Klar, wir haben aber auch den Anspruch oben mitzuspielen. Und mit Sicherheit ist für uns auch einiges möglich. Jetzt jedoch schon von irgendeiner Platzierung zu sprechen, ist Quatsch. 

Unabhängig davon kannst du dir am kommenden Wochenende schon einen Titel holen. Zumindest einen persönlichen. Da findet die Sportgala der Stadt Ahaus statt. Und du bist in der Endrunde zur Wahl des Sportlers 2021/22. Ein Titel, der coronabedingt mit Verspätung ausgehändigt wird.

Varwick: Genau, da bin ich als Einzelsportler nominiert für die Saison, in der ich Torschützenkönig geworden bin. Ein bisschen schade ist es nur, dass wir unser kommendes Spiel gegen TuS Sinsen nicht verlegen konnten. Sonst hätte ich mir da mit meinen Jungs ein paar Bierchen getrunken. Grundsätzlich ist es aber eine schöne Bestätigung, für diese Saison nominiert zu sein. Ich muss jetzt nicht unbedingt gewinnen - eine coole Sache ist es trotzdem. 



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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SV Mauritz 06 24    104:19 65  
2    Germ. Hauenhorst 24    78:25 63  
3    SG Sendenhorst 24    72:20 62  
4    VfB Alstätte 24    64:19 62  
5    FC Nordwalde 23    72:22 58  

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