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DFB-Futsal-Cup 2013, Finale

Die Enttäuschung über die Finalniederlage steht UFC-Kapitän Wendelin Kemper ins Gesicht geschrieben.

Nur Sekunden fehlen zum Titel

 

Von Nils Tyczewski

(06.04.13)  Was für ein Finale! Der UFC Münster hat das Endspiel um den DFB-Futsal-Cup gegen die Hamburg Panthers nach Verlängerung verloren. 6:3 hieß es am Ende eines hochdramatischen Duells. Während feiernde Raubkatzen übers Parkett tanzten, lagen die Papageien vom UFC geschlagen am Boden. Dabei war der Titel durchaus in Reichweite. Eine Minute und 18 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit lagen die Münsteraner noch mit 3:2 in Front, der UFC-Anhang stand auf den Bänken, die Überraschung war zum Greifen nah. Doch dann kam alles anders...

Schon vor dem Anpfiff war in der kleinen Halle in Hamburg-Wandsbek der Teufel los. Vor dem Kassenhäuschen standen die Massen schlange, als ob Hamburgs Hymnenbarde Lotto King Karl ein Gratiskonzert angekündigt hätte.  1108 Zuschauer quetschten sich laut offizieller Zählung auf den Tribünen, als die Partie begann. Und die sahen einen furiosen Auftakt des UFC. Eine Minute und 16 Sekunden waren gespielt, als Florian Dondorf zum 1:0 für die Papageien einnetzte.

Szymanski bärenstark

Kurz darauf hätten erst Wendelin Kemper, dann Alexander Kenkel auf 2:0 erhöhen können, scheiterten aber jeweils am Hamburger Schnapper Yalcin Ceylani. Nach zehn Minuten übernahmen die Panthers dann aber das Kommando. Der UFC stand tief, Hamburg hatte gefühlte 80 Prozent Ballbesitz, fand aber kein Mittel gegen die geschickt verteidigenden Gäste. Der Titelverteidger suchte zwar häufig den Abschluss, blieb dabei aber relativ ungefährlich. Und wenn doch einmal ein Angriff durchkam, war der bärenstarke Torhüter Michael Szymanski zur Stelle.

Nach 15 Minuten war aber auch Szymanski machtlos. Nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte sah der Schnapper sich zwei heranstürmenden Hamburgen gegenüber und es stand 1:1. Auf der anderen Seite folgte eine weitere Gelegenheit für Captain Kemper, ehe Hamburgs Michael Meyer eine Minute vor der Halbzeit einen weiteren Konter mit dem 2:1 für die Panthers abschloss. Und beinahe hätten die Gastgeber sogar noch einen weiteren Treffer nachgelegt: Zwölf Sekunden vor dem Ende des ersten Durchgangs beging Münster das fünfte Mannschaftsfoul. Jedes weitere würde einen Zehnmeter nach sich ziehen. Exakt acht Sekunden später langte Wendelin Kemper wieder zu. Dafür gab's noch auf dem Platz einen Anpfiff von Teamkollege Kenkel und nach dem Schlusspfiff das Eingeständnis "unnötig, blöd und übermotiviert" zu Werke gegangen zu sein. Den Strafkick vom für einen Panther ganz schön rundlichen Sascha Enrico de la Cuesta parierte Keeper Szymnaski dann mit dem Knie, sodass die Gastgeber mit der 2:1-Führung in die Kabine gingen.

Rot für Hamburgs Spielmacher

Wie schon in Durchgang eins erwischte Münster auch nach dem Seitenwechsel den besseren Start. Christoph Rüschenpöhler traf zum Ausgleich (24.) und hatte nur Sekunden später sogar das 3:2 auf dem Fuß, wählte statt eines Torschuss' aber einen ungenauen Pass, der den Angriff im Sande verlaufen ließ (25.). Dann übernahm Hamburg wieder die Initiative. de la Cuesta und Ferreira Montero trafen nacheinander den Pfosten, ein weiter Schuss wurde auf der Linie des UFC-Kastens geblockt.

Als dann Hamburgs Spielmacher Onur Ulusoy gegen Rüschenpöhler den Ball verlor und den Edeltechniker anschließend unsanft von den Beinen holte zückte der Schiedsrichter Rot. Hamburg nun also für zwei Minuten in Unterzahl, Ulusoy vom Platz gestellt. Münster tauschte Schnapper Szymanski gegen einen fünften Feldspieler und ging fünf Minuten vor dem Abpfiff durch Wendelin Kemper mit 3:2 in Front.

Meyer bringt die Halle zum Kochen  

Schluss war aber noch lange nicht. Auch Hamburg löste nun den Torwart auf und machte mit fünf Feldspielern Druck. Eine Minute und 17 Sekunden vor dem Gong war es dann soweit: Michael Meyer besorgte mit seinem zweiten Treffer den neuerlichen Ausgleich und brachte die Halle endgültig zum Kochen. Jetzt hieß es also Verlängerung.

Und hier machten die Hamburger dann alles klar für die Titelverteidigung. Erst erzielte Erdinc Örün das 4:3 (45.), dann schaltete Mohammed Labiadh bei einem Ballverlust der ohne Torhüter angreifenden Münsteraner schnell und traf aus der eigenen Hälfte den leeren Kasten (47.). Als Eike Wessels 27 Sekunden vor dem Ende ins eigene Netz traf, stand die Halle dann endgültig Kopf. Die Hamburger Panthers feierten den zweiten Titelgewinn in Folge.

"Ein würdiges Finale"

Während die Elbkicker noch in der Halle den Auftakt für eine lange Hamburger Nacht einläuteten, sanken die meisten Münsteraner frustriert zu Boden. "Die Enttäusschung ist wahnsinnig groß", erklärte Münsters Kapitän Wendelin Kemper nach dem Schlussspfiff niedergeschlagen. "Wenn man so nah dran ist am Titel, schmerzt das um so mehr. Die Panthers waren heute schlagbar. schade, dass es nicht geklappt hat. Es war aber in jedem Fall ein würdiges Finale der beiden besten deutschen Futsalmannschaften."

UFC-Coach Georg von Coelln haderte vor allem mit den ersten beiden Gegentoren. "Da haben wir genau die Fehler gemacht, die wir vermeiden wollten. Wir sind in die Abwehr der Panthers gelaufen und haben Konter kassiert. Die Mannschaft ist eben immer heiß darauf offensiv zu spielen, da kann sowas dann passieren." Und die Führung kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit? "Klar muss man das nach Hause schaukeln, den Ball irgendwie in den eigenen Reihen halten. Aber wir hatten einen riesengroßen Umbruch. Solche Dinge müssen wir eben noch lernen." Insgesamt sei das Finalevent "eine riesengroße Werbung für den Futsal-Sport" gewesen. "Und dazu haben wir unseren Teil beigetragen. Das ist 'ne richtig geile Mannschaft. Sie hätte es verdient gehabt, diese Super-Saison mit dem Titel zu krönen."



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