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Querpass

Heeke noch nicht am Ende angekommen


Von Alex Piccin

(19.12.18) Es ist beinahe schon Tradition, dass beim 1. FC Gievenbeck die Planungen für die Folgesaison erst auf die letzten Monate der laufenden Spielzeit aufgenommen und abgeschlossen werden. Trainer Benjamin Heeke (33) spricht im Interview über die Vergleiche mit dem Profifußball, das FCG-Wesen und mögliche Abnutzungserscheinungen.

Heimspiel: Benni, vermutlich alle Vereine im Münsterland bringen sich derzeit für die nächste Saison in Stellung. Hast du deinen Vertrag bereits verlängert?
Benjamin Heeke: Wenn ich solche Fragen höre, muss ich immer etwas schmunzeln. Ich habe Probleme damit, Begriffe aus dem Profifußball in den Amateurbereich zu übertragen. Ich verstehe, dass die Begrifflichkeit einfacher ist. Aber von professionellen Verhältnissen sind wir zumindest in Gievenbeck weit weg. Zur Frage selbst: Es wird wohl das fünfte Mal in Folge sein, dass wir im April oder Mai Klarheit über den Trainer für die nächste Saison haben werden. Außerdem unterschreibe ich nichts, zwischen mir und dem Verein genügt ein Handschlag.

Heismpiel: Warum ist das so?
Heeke: Wir schauen zunächst, wie es sportlich in der ersten Mannschaft aussieht. Dann was die Zweite und die A-Jugend machen. Wir sind mit deutlichem Vorsprung Meister geworden, die anderen beiden Teams standen auf einem Abstiegsplatz. Sie sollten sich erst um die sportlichen Belange kümmern, ehe wir uns an einen Tisch setzen und die Folgesaison planen. Ich weiß, dass ich hier nicht auf einem Schleudersitz sitze und ich werde nicht das erstbeste Angebot annehmen.

Heimspiel: Der FCG ist einer der wenigen Vereine, vielleicht sogar der einzige in unserem Verbreitungsgebiet, der das so handhabt. Hast du eine Erklärung, warum andere Vereine früher alles dingfest haben möchten? 
Heeke: Leider sind wir das. Vielleicht ist es bei den anderen eine Art Angst oder antrainierte Untreue, die sie im Winter handeln lassen.

Heimspiel: Bekommen Spieler nicht kalte Füße, wenn sie nicht wissen, wer ihr Trainer sein wird? 
Heeke: Die Mannschaft kennt das Prozedere seit vielen Jahren, sie weiß bescheid und der Verein hat damit gute Erfahrungen gemacht.

Heimspiel: Da gibt es aber einen gewissen David Lauretta...
Heeke: Ja, das stimmt. Das war ein Sonderfall, denn offenbar kannte David es nicht so. Ich hatte unter vier Augen mit ihm gesprochen, aber ihm hat das scheinbar nicht gereicht. Er wollte mehr Sicherheiten. Schließlich ist er kurzfristig nach Hiltrup gewechselt. Dann hat es eben nicht gepasst.

Heimspiel: Verspürst du persönlich nicht den Reiz, mal etwas Neues auszuprobieren?
Heeke: Das interessiert mich null. Ich weiß selbst nicht, warum das so ist. Vielleicht auch, weil ich ein extrem loyaler Mensch bin. Der FC Gievenbeck hat allerdings auch etliche Baustellen. Beispielsweise haben wir viel zu wenig Kohle für die Oberliga, da befinden wir uns zusammen mit der Infrastruktur und den Abläufen irgendwo auf Landesliga-Niveau. Ich finde die Arbeit hier viel wichtiger, als mal woanders reinzuschnuppern. Ich hatte bisher nie das Gefühl, in Geivenbeck am Ende angekommen zu sein. Außerdem: Sollte ich irgendwann mal wechseln, gäbe es keinen Weg zurück. Das wäre utopisch.

Heimspiel: Würdest du schwach, wenn ein Regionalligist anfragt?
Heeke: Ich habe nicht auf meiner To-Do-Liste stehen, dass ich irgendwann mal eine Regionalliga-Mannschaft trainieren muss. Ich lese es immer wieder, dass Trainerkollegen das sagen. Aber wenn man ehrlich ist, je höher man geht, umso weniger Mannschaften gibt es. Es muss viel zusammenkommen. Hätte beispielsweise Domenico Tedesco mit Aue nicht die Klasse gehalten, wäre er jetzt wohl nicht Trainer auf Schalke. Wie viele talentierte Trainer so eine Chance nicht bekommen, weiß man nicht. Ich bleibe lieber selbstständig mit meinem Unternehmen, da habe ich genug zu tun. Daneben investiere ich gut 30 Stunden pro Woche beim FCG. Wenn es Spaß macht, merkt man den Umfang gar nicht.

Heimspiel: Das ist fast eine ganze Stelle. Hiltrups Coach Carsten Winkler und Altenberges Florian Reckels haben angekündigt, nach dieser Saison eine Auszeit zu nehmen. Bleiben wir bei den Profi-Vokabeln: Kannst du dir ein Sabbatjahr vorstellen?
Heeke: Es wäre sicherlich komisch, ein Jahr ohne Fußball auszukommen. Mich haben Carstens und Florians Aussagen aufhorchen lassen, dass sie Angst haben, das Team nicht zu erreichen oder sich ihm gegenüber zu wiederholen. Ich werde in der Mannschaft im Winter mal nachfragen, ob es bei uns auch so ist. Möglicherweise merke ich es nicht. Ich möchte mich in den Ansprachen auf jeden Fall nicht wiederholen. Dieses Gefühl hatte ich bisher aber auch noch nie.



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