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Bis zu zehn können wieder rangeln


Von Fabian Renger

(28.05.20) Das sind doch schonnmal gute Nachrichten für das Fußballvolk! So wie es ausschaut, darf das kickende Personal in NRW ab dem kommenden Samstag (30. Mai) wieder im Training auch nach Zweikämpfen gegen die Murmel treten. Die ersten Städte bestätigten diese Einschätzung im Laufe des Donnerstags.

Grund Öffnet externen Link in neuem Fensterist die neue Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) in ihrer ab dem 30. Mai gültigen Fassung des Landes NRW. Das Bundesland lockert an allen Ecken und Enden, beispielsweise sind Treffen mit bis zu zehn Personen ab Samstag wieder erlaubt. Dies ist § 1 Absatz 2 geregelt. Ein wichtiger Punkt für den Fußballsport.

Paragraph 9 ist entscheidend

Was hier erlaubt ist, ist unter § 9 der CoronaSchVO geregelt. Unter diesem Paragraphen geht's um den Sport im Allgemeinen. Im ersten Absatz wird den Fußballern erst einmal kurz der Wind aus den Segeln genommen. "Untersagt sind der nicht-kontaktfreie Sport- und Trainingsbetrieb sowie jeder Wettkampfbetrieb, soweit in den folgenden Absätzen nichts Abweichendes geregelt ist", steht dort geschrieben.

Und damit sind wir beim springenden Punkt: Unter Absatz 4 des selben Paragraphen gibt es eine eben solche abweichende Regel. "Beim kontaktfreien Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport auf und in öffentlichen oder privaten Sportanlagen sowie im öffentlichen Raum sind geeignete Vorkehrungen zur Hygiene, zum Infektionsschutz, zur Steuerung des Zutritts und zur Gewährleistung  eines Mindestabstands von 1,5 Metern (auch in Dusch- und Waschräumen, Umkleide-, Gesellschafts- und sonstigen Gemeinschaftsräumen sowie in Warteschlangen) zwischen Personen, die nicht zu den in § 1 Absatz 2 genannten Gruppen gehören, sicherzustellen. Unter diesen Voraussetzungen ist im Freien für Personen, die zu den in § 1 Absatz 2 genannten Gruppen gehören, auch die nicht-kontaktfreie Ausübung ohne Mindestabstand zulässig."

Heißt im Klartext: Fußballtraining mit Zweikämpfen mit bis zu zehn Personen ist doch eigentlich wieder zulässig. Oder? Öffnet externen Link in neuem FensterSchließlich weist eine Grafik doch ausdrücklich darauf hin. Naja. Die Verwirrung war groß am Mittwochabend. Schließlich teilte das Land Öffnet externen Link in neuem Fensterin einer Pressemitteilung folgendes mit:"Im Übrigen bleibt der Sport-, Trainings- und Wettkampfbetrieb mit unvermeidbarem Körperkontakt weiterhin untersagt."

Die Verordnung ist bindend!

HÄ? Da tun sich Fragezeichen auf. Welch Widerspruch. Maßgeblich und bindend, das bekräftigten auf Heimspiel-Anfrage am Donnerstagvormittag mehrere Kommunen im Münsterland, ist letztendlich aber das, was in der Verordnung steht und nicht, was in einer Pressemitteilung verkündet wird. Die Kommunen vor Ort (sprich, die einzelnen Städte) entscheiden letztendlich, wie sie die Verordnung auslegen. Und dort scheint die Tendenz der Lesart klar dahin zu gehen: Prinzipiell ist der Kontaktsport - Fußball zählt natürlich zu eben jenem - im Freien in einer Gruppe von bis zu zehn Personen ab dem 30. Mai wohl wieder in Gänze erlaubt. Jedenfalls war dies in den Gesprächen mit den örtlichen Behörden rauszuhören.

Man merke sich also: Künftig ins Kleingedruckte gucken. Oder mal auf die Öffnet externen Link in neuem FensterCorona-FAQ des Landes. Dort wird die Frage nach Kontaktsport auch relativ klar beantwortet: "Ja, ab dem 30. Mai 2020: Personen, die sich im Rahmen der Kontaktbeschränkungen treffen dürfen, also z.B. eine Gruppe von bis zu zehn Personen, dürfen Kontaktsport ohne Mindestabstand im Freien wieder betreiben, wenn geeignete Vorkehrungen z. B. zur Hygiene und zum Infektionsschutz getroffen werden."

Am späten Nachmittag flatterte schließlich die frohe Botschaft und offizielle Bestätigung des Münsteraner Sportamts ein. In der Stadt Münster ist ab Samstag wieder das Training in Gruppen bis zu zehn Leuten mit Körperkontakt erlaubt - im Freien wohlgemerkt! Duschräume und Umkleiden der städtischen Außensportanlagen könnten unter Einhaltung des Mindestabstands wieder benutzt werden. Das Spiel fünf gegen fünf ist beim Fußball z.B. damit in Münster definitiv wieder erlaubt. Zu etwaigen weiteren Sportlern muss weiterhin jederzeit der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

FLVW rät gar vom Kontakt-Training ab

Auch der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FVLW) hat sich inzwischen ausführlicher zu Wort gemeldet. Ein regulärer Trainings- und Wettkampfbetrieb sei weiterhin nicht möglich, Öffnet externen Link in neuem Fensterschreibt der Verband und weist ebenfalls darauf hin, dass die Gruppengröße maximal zehn Personen betragen dürfe. Große Freude herrscht dort nicht über die neuen Regeln. Manfred Schnieders und Holger Bellinghoff, die Vizepräsidenten für Amateurfußball und Jugend, raten gar den Vereinen davon ab, wieder mit Kontakt zu trainieren. "Wir halten es für wenig praktikabel, dass maximal zehn Spielerinnen und Spielern untereinander wieder mit Kontakt trainieren können", werden die beiden dort zitiert. Alleine, weil die Einhaltung der Hygienekonzepte schon eine extrem große Herausforderung darstelle. „Für den Fußball halten wir die neuen Lockerungen für wenig sinnvoll – zumal bis mindestens zum 31. August keine Turniere, Freundschafts- oder gar Meisterschaftsspiele ausgetragen werden können“, so Schnieders und Bellinghoff unisono. Auch das Infektionsrisiko sei durch diese Lockerungen nochmals erhöht.

Anders dagegen die Laune beim Fußballverband Niederrhein. Öffnet externen Link in neuem FensterGegenüber Reviersport sagte dessen Pressesprecher Henrik Lerch am Donnerstagmittag:"Wir freuen uns sehr, dass der Fußball, wie wir ihn kennen und lieben, bald wieder mit zehn Spielern erlaubt ist. Trikotzupfer, Standardsituationen, all das wird wieder möglich sein." Wenn die Vereine Lust auf Training und Spielformen hätten, sollten sie gerne wieder Fußball spielen, so Lerch weiter. 



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