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Coronavirus-Infektion - was nun?


Von Christian Lehmann

(03.08.20) Mit Sorge betrachten viele Menschen die derzeit wieder steigenden Infektionszahlen in Deutschland. Fast schon marginal beim Blick auf das große Ganze ist die Frage, inwiefern vermehrte Fälle von Coronavirus-Infektionen den Spielbetrieb im westfälischen Amateurfußball beeinträchtigen können. Dennoch ist es für Klubs, Verantwortliche und Spieler wichtig, zu wissen, was zu tun ist, wenn eine Person im Umfeld der eigenen Mannschaft positiv getestet wird. So geschehen Ende am vergangenen Freitag in Münster. Und nicht nur dort: Zuletzt hatte es im Heimspiel-Land mehrere Berichte von Einzelfällen gegeben.

Der betreffende Spieler des SC Westfalia Kinderhaus hatte sich im privaten Umfeld angesteckt und erhielt am Freitagmorgen einen positiven Befund. Die Mannschafts-Verantwortlichen reagierten umgehend und wiesen alle Spieler sowie den Trainer- und Betreuerstab an, sich testen zu lassen. Der Großteil der Truppe tat dies an der Uniklinik Münster, einige weitere am Franziskus-Hospital. Das ursprünglich für Samstag geplante Testspiel gegen Borussia Münster wurde umgehend abgesagt. Am Montagmorgen trudelten dann die letzten Testergebnisse ein - allesamt negativ. Die Mannschaft kann - mit Ausnahme des unter Quarantäne stehenden Spielers - ihre Vorbereitung wie geplant fortsetzen.

Keine Testpflicht

Abteilungsleiterin Anja Thiel zeigte sich am Montag erleichtert - zumal das gerade gestartete Fußballcamp, bei dem sich auch Spieler der ersten Mannschaft engagieren, nicht abgesagt werden muss. "Viele Menschen verdrängen, wie ernst die Lage weiterhin ist. Da wird einem klar, wie schnell es gehen kann. Uns hat das Ganze jedenfalls gezeigt, dass die Regeln und Vorgaben funktionieren." Co-Trainer Gerrit Göcking zählte ebenfalls zu denen, die sich testen ließen. "Es ist schon verrückt. Theoretisch hätten wir am Samstag spielen können und uns gar nicht testen lassen müssen, weil wir nicht zu den direkten Kontaktpersonen zählen. Aus unserer Sicht wäre es aber unverantwortlich gewesen, es nicht zu tun. Man will ja nicht die Mannschaft sein, die das Virus weiter trägt." 

Auf Anfrage unserer Redaktion erläutert uns Karin Kuhlmann vom Presseservice der Öffnet externen Link in neuem FensterStadt Münster: "Grundsätzlich ist es so, dass im Falle einer positiven Testung alle Kontaktpersonen der Kategorie 1 in häusliche Quarantäne müssen. Ob diese nach einer negativen Testung aufgehoben werden kann, entscheidet das Gesundheitsamt." Wer zu den Kontaktpersonen der Kategorie 1 zählt, darüber informiert das Öffnet externen Link in neuem FensterRobert-Koch-Institut. Hygienekontrolleurin Anna-Lena Benstein präzisiert:

"Für Kontaktpersonen der Kategorie 1 besteht eine 14-tägige Quarantäne. Eine Testung von Kontaktpersonen ist nicht zwingend erforderlich. Bitte beachten Sie, dass eine Testung als Kontaktperson nicht zu einer frühzeitigen Beendigung der Quarantäne führt, da die max. Inkubationszeit 14 Tage beträgt. Die Meldung über eine Infektion erhält das zuständige Gesundheitsamt am Meldeort des Infizierten automatisch, um die Kontaktpersonenermittlung zu starten. Die Kontakte werden stets über den Infizierten ermittelt."

Spielabsetzung erst bei fünf bestätigten Fällen

Norbert Krevert, Vorsitzender des Fußballkreises Münster, lobt den vorbildlichen Umgang der Westfalia mit dem Thema Corona und mahnt noch einmal zur Einhaltung der Vorgaben. Bei der virtuellen Kreis-Fußballkonferenz am Donnerstag (6. August) werden er und seine Mitstreiter dies den Vereinsvertretern mit Nachdruck vermitteln. "Jede Frage, die an uns herangetragen wird, zeigt, dass sich die Vereine ihrer Verantwortung stellen. Wir werden es nicht verhindern können, dass Fälle auftreten. Wir als Kreis sind aber vorbereitet. Mit der Zeit werden wir an Souveränität im Umgang mit dem Coronavirus gewinnen."

Ein abgesagtes Testspiel ist kein großes Drama, aber was passiert, wenn im Pflichtspielbetrieb Coronavirus-Fälle auftreten? Das hat der Verbands-Fußball-Ausschuss des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW) nun in seinen Durchführungsbestimmungen verankert, die am Mittwoch veröffentlicht werden sollen. Sofern das zuständige Gesundheitsamt nur gegen vereinzelte Spieler einer Mannschaft Quarantäne-Maßnahmen verhängt, führt dies nicht direkt eine Spielabsetzung nach sich. Erst, wenn fünf oder mehr Spieler nachweislich positiv getestet wurden, unter Quarantäne stehen und dies vom Gesundheitsamt schriftlich bestätigt wird, ist die Partie neu anzusetzen. "Von sich aus kann kein Verein sagen, dass er wegen eines Corona-Falls nicht antritt", verdeutlicht VFA-Mitglied und Steinfurts Kreisvorsitzender Hans-Dieter Schnippe. Das gilt auch für den Fall, dass sich der betroffene Gegner ohne begründete Sorge weigert, anzutreten.

Schnippe betont mit Blick auf die zuletzt viel diskutierte 30-Personen-Regelung, dass es mit der Veröffentlichung der Durchführungsbestimmungen für die Vereine kein "Ja, aber..." mehr gibt: "Wir wissen, dass sich in den bisherigen Freundschaftsspielen nicht alle daran gehalten haben. Sollte das in Zukunft weiterhin so sein, dann wird es Sanktionen geben. Das sind keine Vorgaben des Verbands, sondern des Landesministeriums. Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir den Spielbetrieb nicht in Gang bringen wollen..." 



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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SC Münster 08 II 19    65:11 55  
2    TGK Tecklenburg 20    81:24 51  
3    SV Bösensell 19    49:10 49  
4    Neuenkirchen II 20    71:25 46  
5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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