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Landesliga 2

Gronaus Kreisläufer Max Böing (M.) wurde in der 08-Deckung von Linus Witzenhausen (l.) und Linus Kuhlenbäumer (r.) behutsam gebettet. Foto: Teipel

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Zwei-Phasen-Spiel mit viel Rabatz


Von Andreas Teipel

(09.12.18) Es waren ein paar schwere Entscheidungen, die Björn Hartwig in seiner Eigenschaft als Trainer des SC Münster 08 treffen musste. Am Ende hat er natürlich alles richtig gemacht, denn seine Mannschaft siegte gegen Vorwärts Gronau mit 32:29 (16:16). Gronau hielt zwar nach Leibenkräften dagegen, fand aber nicht aus der eigenen defensive Falle heraus und ließ auch vorne spüren, dass es in diesem Match keinesfalls um einen Schönheitsprieis ging - sondern einzig und allein um die Punkte.

Bei der insgesamt hohen Fehlerquote auf beiden Seiten waren 61 Treffer insgesamt schon bemerkenswert. Beide Mannschaften bekleckerten sich da wahrlich nicht mit allzu viel Ruhm. Doch wer auf mentale Kräftemessen steht und viel Leidenschaft, der war an der Manfred-von-Richthofen-Straße goldrichtig. Vor allem der Trupp an Gronau-Anhängern unterlegte den passenden Klangteppich für dieses Spiel (siehe Video).

Vielleicht waren es zwei Phase des Spiels, in denen Gronau seine Siegchancen verspielte oder Nullacht sie wahrte. Wie man es sehen möchte, ist dann eigentlich auch egal. Phase eins spielte sich nach gut 15 Minuten ab. Beide Seiten marschierten ergebnistechnisch im Gleichschritt nebeneinander her, Gronau meist einen Schritt voraus. Da sah Münsters wichtiger Rückraumschütze Lasse Gehmeyr bereits zum zweiten Mal die zwei Finger der Schiedsrichter, die ihn auf die Bank schickten. Hartwig musste also umdisponieren, nah Gehmeyr raus (Hartwig: "Wer wusste schon, wann wir ihn noch brauchen."), um ihn aus dem Feuer zu nehmen und zu schonen. Für ihn kam Jan Limke, der sonst vornehmlich die Siebenmeter verwandelt.

Da wurden sogar die Gronau-Fans stiller

Limke brauchte seine Zeit, doch fand er zunehmend ins Spiel. Neben seinen Freiwürfen, bei denen selbst Gronaus Fans stiller wurden, setzen ihn die starken Jonas Bittern und Linus Witzenhausen immer wieder in Szene. Auch über den Kreis wurden die Zuspiele immer gefährlicher, weil Jakob Schmidt unter den langen Kerls aus Gronau abtauchte und traf - sofern er keine Siebener zog. Nullacht arbeitete sich so bis zur 45. Minute auf Abstand. Fortsetzung folgt.

Denn wir müssen hier auch noch auf das Gronauer Spiel eingehen. Eben in jener Phase eins, als Münster äußerst fragil und angreifbar war, gingen mit den Schützen die Gäule durch. Abspielfehler, Ungenauigkeiten und Schüsse, die ihr Ziel haarsträubend weit verfehlten, hinderten Gronau daran, genau in Umbruch der Gegner zu hauen. Denn Nullacht verballerte seinerseits haufenweise guter Chancen, streute Fehlpässe und Schrittfehler ein, sodass Gronau eigentlich nur hätte zupacken müssen. Chris Walter oder Joscha Lenting brachten sich von außen eigentlich super ein, waren zusammen im ersten Durchgang neunfach erfolgreich.  Aber es sollte anders kommen. 

Gronaus Marius Schmidt verdiente sich durch seine Dynamik zeitweise sogar eine Manndeckung der Nullachter. Foto: Teipel

Phase zwei und der Faktor Gronau-Fans

Schon der Ausgleich zur Pause hätte eigentlich nicht sein müssen. Zudem gelang es der Gronauer Deckung auch nicht, sich flexibel auf die Angriff am Kreis oder über den aufkommenden Linke mit seinen gewaltigen Sprungwürfen zu stemmen. Nervosität machte sich breit, die auch der voranschreitende Marius Schmidt nicht lindern konnte. Nullacht hatte Gronau im Griff. Es stand 28:25 für die Hausherren und nun kam die zweite Phase, in der Hartwig handelte. Ein wenig zum Erstaunen der Außenstehenden vielleicht. Denn nahm Limke wieder raus, der inzwischen die Vorwärts-Abwehr nach Belieben übersprang, brachte Gehmeyr und verschoss auch noch seine erste Gelegenheit beim Stand von 29:27. 

Doch dann verwandelte Limke - hierfür war er kurz wieder gekommen - fluchs einen Freiwurf zum 30:27. Und Gehmeyr ließ seinerseits zwei weitere Treffer folgen. Alles richtig gemacht. Hartwig fiel es nach dem Spiel auch nicht sehr leicht, diese Personalie zu kommentieren: "Jan hat heute auf jeden Fall alles richtig gemacht." Im Zweifel ist Gehmeyr aber die Nummer eins auf der Halblinken Position, was Limke sehr sportlich betrachtet: "Wir sind keine Konkurrenten, sondern Freunde.

Apropos Freunde: Die hat Vorwärts Gronau zweifellos auch in seiner Fans, die es tatsächlich geschafft haben, die Münsteraner zu beeindrucken. Bekam ein Nullachter zwei Minuten, befahlen die Gäste-Fans lauthals "Sitz!", wenn sich der Delinquent hinsetzte. Das  ging soweit, dass Lucas Sturm zum Beispiel (um dem Sitz-Befehl zu entgehen) stehen blieb und erst Platz nahm, als die Meute schon längst wieder mit anderen Dingen beschäftigt war. Ein echtes Spektakel war das. Und auch dieser Teil des Klubs beweist Ligatauglichkeit - wenn auch nicht wirklich jeden interessiert, dass die Jungs im Genitalbereich dunkelhäutig sind ;)

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