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Landesliga 2 - Anschwitzen

Gronaus Christian Woltering (o.) lässt Neuenkirchens David Beermann sanft zu Boden gleiten. Ähnliche Tugenden werden gegen Kattenvenne entscheidend sein. Foto: Teipel

 

In dieser Liga ist eines sicher: Nichts!


Von Andreas Teipel

(12.12.19) Wer am vergangenen Spieltag Haus und Hof auf die Favoriten der Liga gesetzt hat, ist heute definitiv Mieter. Fast jedes Spiel brachte eine Überraschung mit sich. Zu fürderst kassierte Tabellenführer TV Verl seine erste Niederlage der laufenden Saison. Am anderen Ende der Tabelle gewann Ligaschlusslicht Vreden zum zweiten Mal und zog damit mit dem Vorletzten SuS Neuenkirchen gleich. Loxten zerlegte Münster 08, die junge Werther Truppe legte die TG Hörste aufs Kreuz und Ladbergen bekam von Hesselteich die Ohren langgezogen. Wie soll man sich denn da vernünftig auf den elften Spieltag einlassen?

Wenn eine Phrase in dieser Saison also Gültigkeit hat, dann die folgende: Hier kann jeder jeden schlagen. Zumindest hat es aktuell den Anschein. Es wäre also fatal, frühzeitig irgendwen abzuschreiben. Die Abstiegsbedrohten ebenso wenig wie den scheinbar souveränen Tabellenführer.


Der 11. Spieltag

TSV Ladbergen - TG Hörste (Freitag, 19.45 Uhr)
Hörstes Trainer Christian Blankert muss derzeit viel verkraften. In Neuenkirchen reichten Anfang Oktober 38 Tore nicht zum Sieg. Vergangene Woche gegen Werther hatten seine Spieler die Seuche an den Wurfhänden. "13 frei vor dem Tor verworfen und sechsmal nach Kreisab frei vorbei ... sowas hab ich in meinem Handballleben noch nicht erlebt", lautete Blankerts Kurzanalyse. Bei der TG ist also irgendwie der Wurm drin. Den will die Mannschaft jetzt wieder herausziehen. Und zwar bei einem Gegner, der selbst hier und da mal gerne Würmer drin hat - aber auch dann auch wieder bärenstarke Leistungen abliefert. Vorzugsweise vor eigenem Publikum, wenn es um die Ehre geht. Hörstes Aura sollte ausreichen, Ladbergen hinlänglich zu motivieren. Ach ja, zwei der besten Spieler der Liga stehen sich gegenüber: Leon Ludwigs (TSV) und Silvan Tarner (SG). 
Heimspiel-Tipp: Ladbergen gewinnt das Spiel hauchdünn mit 27:26, weil Hörste nach wie vor unrund läuft. 

ASV Hamm III - SpVg. Hesselteich (Samstag, 17.15 Uhr)
Der ASV Hamm hat eine Qualität bewiesen, um die ihn allmählich auch andere Teams beneiden: Wenn es drauf ankommt, dass ist die Mannschaft von Kevin Andrä da. Acht Punkte sammelte Hamm nach Siegen gegen Gronau, Neuenkirchen, Kattenvenne und Loxten. "Der Zusammenhalt in unserer Mannschaft ist schon sehr groß", beschreibt Andrä den Charakter seiner Truppe, "da gibt es auch niemanden, der leistungsmäßig so herausragt und die anderen dominiert." Interessant, denn ähnliches hätte auch Hesselteichs Trainer Dennis Laumann von seinem Kader sagen können. Wie Hamm hat auch die Spielvereinigung seine Pflichten erledigt, überraschte jedoch durch Siege gegen Telgte und Ladbergen, weshalb Hesselteich auch vier Punkte mehr auf dem Konto hat. Dennoch sind beide Tabellennachbarn. Werten wir dieses Spiel also auch (weitere) Standortbestimmung.
Heimspiel-Tipp: Hamm spielt vor seiner Oberliga-Mannschaft, erhält Verstärkung und zwei Punkte - 26:22.

Vorwärts Gronau - TV Kattenvenne (Samstag, 17.30 Uhr)
Oh, dieses Spiel ist ein Highlight des letzten Spieltags in 2019. Hier begegnen sich Leidenschaft, Kraft und Emotionen. Zwei tolle Klub, die diese Liga auf vielfältige Weise bereichern. Vor allem ihre Anhänger Fans sind Ligaspitze - auch auswärts. Man möchte meinen, dass der einzige Unterschied zwischen beiden Teams darin besteht, dass die Gastgeber blau und die Kattenvenne grün sind. Also, ihre Trikots. Beide Teams tankten am vergangenen Spieltag durch Siege dringend benötigtes Selbstvertrauen und kämpfen nun darum, werthaltig gegen den Abstieg nachzulegen. Zur Erinnerung: Die letzten Drei steigen ab. Doch das sollte nicht im Kopf herumspuken, denn das einzige was fehlt, um dieses Spiel noch heißer zu machen, ist mehr geografische Nähe, um den Hexenkessel in Gronau auf Höchsttemperatur zu bringen.
Heimspiel-Tipp: Das Harzverbot in Gronau verschafft den Gastgebern den entscheidenden Vorteil. Gronau siegt mit 30:26. Dabei wird in der 47. Minute das Fell einer Gronauer-Trommel reißen. Ich spüre das.

TV Verl - SF Loxten II (Samstag, 19.00 Uhr)
Eine der großen Fragen der Hinrunde ist nun beantwortet: Wird der TV Verl ungeschlagen zur Meisterschaft hüppeln? Der TV Werther gab die Antwort am vergangenen Spieltag: Nein, wird er nicht. Verls Trainer Thomas Fröbel hatte nach anstrengenden Wochen hier und da auch schon Verschleißerscheinungen ausgemacht. Auch ein Resultat harter Trainingsarbeit. Aber vielleicht hat auch mental die oben genannte Frage ihre Spuren bei den Akteuren hinterlassen. Und jetzt, da die Frage beantwortet ist, mögen sich vielleicht auch gedanklich neue Spielräume ergeben. Loxten, um seinen torgefährlichen Spielertrainer Chrstian Bauer, wird es als erstes merken. 
Heimspiel-Tipp: Loxten hat auswärts noch nicht gewonnen, und dabei wird es auch bleiben. Verl gewinnt mit 28:24.

Fast alle seine Spiele bestritt Westfalia Kinderhaus in dieser Saison in fremder Halle. Jetzt sollen die weichen Faktoren wieder helfen zu gewinnen. Foto: Teipel


Westfalia Kinderhaus - SuS Neuenkirchen (Samstag, 19.00 Uhr)

Tief durchatmen, den Duft von neuen Umkleidebänken und Bestell-Pizza, die die Damen oder die zweite Mannschaft bestellt hat, tief durch die Nüstern einsaugen. ENDLICH WIEDER ZUHAUSE!!! Es ist erst das dritte Heimspiel der Westfalia in dieser Saison. Einer Saison, in der sich alle Kinderhauser plötzlich im Kampf gegen Abstieg wiederfinden. Verunsicherung ist eingeträufelt in die Poren der Mannschaft, seit klar ist, dass die volle Last wieder auf den Schultern der Abwehr lastet. Denn in der Offensive ist die Schlagkraft erheblich gesunken, sodass jeder Gegentreffer besonders weh tut. So mag es erscheinen. Doch mögen es doch auch die weichen und duftenden Faktoren sein, die hier eine Rolle spielen. Ein Sieg gegen Neuenkirchen muss in jedem Fall her, denn der Gast hat ebenfalls Mangelerscheinungen: den frischen Wind des Sieges um die Nase herum. Der amtierende Bezirksliga-Meister war davon noch bis zum Frühling mehr als verwöhnt. 
Heimspiel-Tipp: Ich glaube an Funghi und Margharita - 26:24 für Kinderhaus.

SC Münster 08 - TV Vreden (Samstag, 19.00 Uhr)
Und welche Denksportaufgaben nehmen der SC Münster 08 und/oder der TV Vreden mit in die Winterpause? Antworten wollen beide Team am liebsten schon nach dem Spiel schon geben. Die Münsteraner, dass die Niederlage vor einer Woche ein Ausrutscher, die Gäste, dass ihr Sieg kein Zufallsprodukt war. "Es war auch nötig wieder mal zu gewinnen", meinte TVV-Trainer Frank Steinkamp, den freute, "dass wir einfach mehr wollten als Hamm." Vreden fand endlich zu seinem Tempospiel, lief vor allem über Oliver Abbing und Janis Röring gefährliche zweite Wellen. Das Luxusproblem der Nullachter hat sich nach der Niederlage jedoch nicht erledigt. Weil Verl nämlich ebenfalls verlor, beträgt der Rückstand auf Platz 1 weiterhin nur drei Punkte. Ein Gedanke wie "Verl kriegen wir jetzt eh nicht mehr" zieht also nicht, um sich mental abzuseilen. Allerdings ist Motivation in dieser Saison wahrlich nicht das Problem der Nullachter. 
Heimspiel-Tipp: Vredens offene Defensivdenke setzt sich durch ... fast. Nullacht gleicht in letzter Minute durch einen Tempogegenstoß von Jorma Kramer zum 27:27 aus. 



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