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Kreisliga A

Dörenthe wie im Rausch


Von Fabian Renger

(14.08.22)  Wer am Samstagnachmittag nur mal kurz die Ergebnisse der ersten A-Liga-Spiele der neuen Saison gecheckt hat, der wird gedacht haben: Was für ein hartes Zeug war denn in meinem Mittagessen versteckt? Da stand allen Ernstes, dass der SC Dörenthe den Bezirksliga-Absteiger Cheruskia Laggenbeck mit 6:0 (1:0) vom Platz gefegt hat. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Oder? Doch, doch. Allerdings muss man dieses Ergebnis relativieren. Bis Minute 77 stand es noch 2:0. Und nach 83 Minuten plötzlich 6:0. Vier Tore in sechs Minuten. "Das war einfach nur ein Ergeben, kein Aufbäumen, gar nix", war Cheruskias Übungsleiter Vladan Dindic natürlich entgeistert. Seinem Gegenüber, DSC-Trainer Dennis Rottmann, ging's da logischerweise ganz anders: "Die, die Außen standen, haben nicht verstanden, was da passiert ist. Das war wie ein Rausch."

Der Rausch begann mit einem Treffer des angeschlagen in die Partie gegangenen Stefan Sackarndt, der nach einem Eckstoß das 3:0 besorgte (77.). Jarmo Knüppe erhöhte auf 4:0 (79.) und markierte auch noch das 5:0 (80.). Das Tor war bezeichnend. Nach einem Duell zwischen Knüppe und Gäste-Goalie Lars Eggemeier hatte Letzterer den Ball. Eggemeier dachte offenbar, es gibt Freistoß und legte den Ball auf den Boden. Knüppe stand aber nur einen Meter entfernt, schnappte sich die Kugel und schoss ein. Eggemeier schaute Schiri Felix Hennig verdutzt an, doch der zuckte mit den Achseln. Freistoß hatte es nicht gegeben. Knüppe, dieses graue, gedankenschnelle Genie. Das 6:0 war nachher eine Sache für Nico Gütt (83.).

Erste Halbzeit: Relativ ausgeglichen

Dabei hatte das Spiel gar nicht so mies begonnen für den vermeintlichen Favoriten. In der ersten Hälfte waren die Verhältnisse relativ ausgeglichen, zwingende Tormöglichkeiten waren Mangelware. Laggenbeck hatte etwas mehr den Ball, doch mal waren die langen Diagonalbälle zu lang, mal das Timing zu schlecht. Den kleinen Platz in Dörenthe musst du können. Den Biss, die Robustheit der Hausherren musst du aushalten. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung der Gäste spielte der DSC das 1:0 blitzsauber heraus. Rodrigo Pinto eroberte den Ball rechts an der Mittellinie und spielte direkt tief zu Joszef Till. Der nahm die Kugel stark an und mit und bediente den blanken Christoph Plake - 1:0 (21.). Einstieg nach Maß für den Neuling - er war übrigens auch nicht fit. Bauchmuskelzerrung. Fies.

Fies wurde es für die Hausherren vor allem nach der Pause. Laggenbeck drückte auf die Tube, machte Dampf und hatte direkt mal eine monströse Gelegenheit. Joel Manchen legte quer auf Luca Bajorath. Es waren vielleicht zwei Meter Torentfernung. Wie Dörenthes Keeper Daniel Brügge den Abschluss noch über die Latte gelenkt hat, weiß er wohl selbst nicht. Kranker Reflex (46.). Eine knappe Viertelstunde später war dann schon wieder Plake-Time. Dörenthe spielte einen  Ball lang hinten raus, Till verlängerte per Kopf und plötzlich war Plake auf und davon. Dass sein Bauchmuskel gezerrt gewesen war, merktest du nicht. Etwa 16 Meter vorm Gäste-Tor stand er dort auf der rechten Seite und zimmerte die Kugel oben links in den Giebel zum 2:0 (63.). "Ich hab ihn noch nie so schießen sehen. Ich finde das ganz gut, dass er sich das fürs Spiel aufgehoben hat", kommentierte Rottmann lachend.

Dindic: "Wir müssen überlegen, woran es gefehlt hat"

Bis dato war Dindic halbwegs einverstanden mit dem Auftritt. In der Halbzeitansprache hatte er mehr Biss verlangt, erst gab's den - doch so ab Minute 65 etwa war der Ofen plötzlich aus. "Wenn man die letzten 25 Minuten sieht, denkt man sich: Oh man, da ist was völlig in die Hose gegangen. Wir müssen überlegen, woran es gefehlt hat. Du kannst nicht durch die Kreisliga spazieren und glauben, dass du mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei dadurch marschiert", so Dindic. "Es war aber ein verdienter Sieg für Dörenthe, die haben es gut gemacht." Rottmann sah's auch so. Verdient war's. Aber: "In der Höhe ist das zu hoch." Ihm sollte es wohl recht sein. Seiner Mannschaft sowieso. Am Samstagabend nach dem Spiel lud Brügge nämlich zum Polterabend ein. Der dürfte - da lehnen wir uns jetzt einfach mal aus dem Fenster - sehr, sehr stimmungsvoll vonstatten gegangen sein. Es war wohl der nächste Rausch. Doch das ist dann jetzt nichts für die Öffentlichkeit...

SC Dörenthe - Cheruskia Laggenbeck 6:0 (1:0)
1:0 Plake (21.), 2:0 Plake (63.)
3:0 Sackarndt (77.), 4:0 Knüppe (79.)
5:0 Knüppe (80.), 6:0 Gütt (83.)



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