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Landesliga 4 - Doppelpass

André Epker geht auf die letzten Monate seiner Laufbahn zu. Foto: Renger

"...dann wäre das ein schöner Abschied"


Von Fabian Renger

(21.02.23) Das kann Andre Epkers Chef aber mal knicken. Der ist nämlich Trainer der alten Herren von Vorwärts Wettringen. "Er baggert fleißig, aber da sehe ich mich noch nicht. Als Feldspieler ist es in den Altherren ganz witzig, aber als Torwart - ich weiß ja nicht...", berichtet Epker lachend. Zeit hätte der Schnapper von Vorwärts Wettringen ab dem Sommer zumindest in der Theorie für die Ü-Abteilung. Er soll seine Handschuhe einmotten. Heißt es. Hieß es allerdings schon häufig in der jüngeren Vergangenheit.

Wobei das schon mit einem Risiko verbunden ist, wie Epker einräumt. Irgendeine Art Sport muss er ab dem Sommer schon weiter machen. "Ich merke das, wenn ich eine Woche keinen Sport mache, geht das aufs Gemüt und die Hüfte...", erklärt er. So so. Seit 2008 ist er im Seniorenbereich aktiv. Es gab in der gesamten Laufbahn ganze zwei Vereine: Vorwärts Wettringen und zwischendurch mal den FC Eintracht Rheine (2009-2014). Was für eine treue Seele. Andererseits: Wettringer halt...

Drei Monate hat er noch. Vorwärts belegt den elften Rang, hat aber nur vier Punkte Vorsprung vor der roten Zone. An Pfingsten will sich Epker möglichst mit dem Klassenerhalt verabschieden - aber so ganz weg vom Fenster wird er danach immer noch nicht sein, wie er uns verraten hat. Hätte uns auch irgendwie gewundert.

Andre! Es heißt, du würdest im Sommer aufhören und maximal zum Stand-By-Torwart mutieren. Das kann ich mir aber noch nicht so wirklich vorstellen. Ist das wirklich so?
Epker:
Das ist richtig.

Du wolltest aber schon häufiger mal kürzertreten...
Epker: Ich bin auch schon zweimal kürzer getreten - hab dann aber aus Verbundenheit zu Vorwärts Wettringen jeweils gesagt, dass ich doch noch Lust habe und die Knochen das wohl noch aushalten. Aber jetzt ist es tatsächlich so, dass ich im Sommer aufhöre, als Torwarttrainer weiter und im Tor Platz für die jüngere Garde mache.

34 ist ja für einen Torwart eigentlich noch kein Alter.
Epker (lacht): Wenn man tagtäglich behandelt wird, ist das kein Problem. Früher hatte man ein Wehwehchen, das konnte man in drei Tagen wieder rauslaufen und die Welt war wieder in Ordnung. Jetzt braucht man zwei Wochen, um Wehwechen auszukurieren. Irgendwann reihen sich die ganzen Wehwechen nur noch aneinander....

Aus der A-Jugend kommen zwei talentierte Keeper hoch, mit Tobias Brünen steht der designierte Nachfolger von Epker bereits im Kader bereit. Epker wird das Torwarttraining leiten, seine reichhaltige Erfahrung weiterleiten, seine Einschätzung weitergeben. Aber: "Patti [Cheftrainer Patrick Wensing, d. Red.] als Trainer wird entscheiden, wer dann nachher spielt." 

2008 bist du in dein erstes Seniorenjahr gestartet. Es sind dann also im Sommer 15 Jahre gewesen.
Epker: Ich bin mit vier Jahren angefangen, Fußball zu spielen. Es sind also sogar ungefähr 30 Jahre. Fünf davon beim FCE, die anderen 25 Jahre in Wettringen. Das geht mir auch wohl Leid ab, ich weiß auch noch nicht, wie einfach mir das im Sommer fällt - aber irgendwann ist der Punkt halt da. Ich persönlich finde es aber schön, dass man selbst über das Ende entscheidet, als wenn irgendwann irgendeiner zu mir sagen würde: Ey, Epker, willst du nicht lieber ins zweite Glied rücken? Und wenn wir jetzt die Klasse halten, wäre das ein schöner Abschied für mich.

Erfolgserlebnisse hatte Epker einige. 2013 war er Kapitän der Oberliga-Aufstiegsmannschaft des FCE. Und als Jungjahrgang der A-Jugend in Wettringen saß er 2007/2008 in der Bezirksliga-Meistersaison auch oft bei der Ersten mit auf der Bank. In den erster Saison in der Landesliga war Epker auch am Start, bevor er 2009 zum Delsen wechselte. Bis 2014 blieb er beim FCE, bis ihn der Beruf in die Quere kam. Ein Jahr verbrachte Epker als Bauleiter in Polen. 2015 kehrte der Schlussmann wieder zu Vorwärts zurück. Anfangs als Stand-By-Torhüter, später im Wechsel mit Tom Knöpper als erster bzw. zweiter Torwart.

Irgendwann wurdest du nach deiner Rückkehr 2015 ja wieder erster Schnapper bei euch.
Epker: Ja, damals habe ich doch mehr Spiele gemacht als ich eigentlich machen wollte. So ganz kommt man ja nicht aus seiner Haut raus. Wenn man einmal ehrgeizig Fußball gespielt hat, will man auch spielen. Wenn du unter den ersten elf Spielern bist, hast du ja nochmal einen ganz anderen Bezug zum Spiel als wenn du Spieler Nummer zwölf, 13, 14 bist - das Bier schmeckt auch besser, wenn man selbst gespielt hat.

Elfmeterschießen gehörte auch zu deinen Stärken, oder?
Epker: Rein theoretisch sollte man als Torwart zwei Bälle immer halten, wenn du gewinnen willst.(lacht) Einen kriegst du auch immer. Ich kann mich tatsächlich nicht an viele Elfmeterschießen erinnern, die wir verloren haben.  

Das Elfmeterschießen aus dem Kreispokal gegen Emsdetten 05 aus dieser Spielzeit ignorieren wir einfach mal.  Was gibt's eigentlich dann zum Abschied? Den Klassenerhalt? Ihr seid arg gefährdet.
Epker: Ja, den Klassenerhalt - ganz klar! Das wird bis zum allerletzten Spieltag eine verdammt knappe Geschichte. Wenn du Glück hast, zeichnen sich die ersten zwei Absteiger relativ schnell ab, aber die anderen drei werden bis zum letzten Spieltag drum kämpfen und wahrscheinlich muss du schon mindestens 45 bis 50 Punkte holen, um an den letzten zwei Spieltagen etwas Ruhe zu haben. Das wird noch echt spannend.

Also nichts wird's mit einem ruhigen letzten Spiel für dich an Pfingsten gegen Werne.
Epker: Ich gehe schwer davon aus, dass es da noch um was geht. Dafür ist die Liga auch zu ausgeglichen. Die Ergebnisse an jedem Wochenende sind ja sowas von verrückt - das geht ja in alle Richtungen. Nachher steht dann einer auf dem Abstiegsplatz, der das ganze Jahr nichts mit dem Abstieg zutun hatte - aber aufgrund der Leistungsdichte und der hohen Anzahl an Absteigern muss man nachher doch den Weg in die Bezirksliga antreten. Das wäre blöd...

Ja, so will man sich ja auch nicht verabschieden.
Epker: Ne, auf gar keinen Fall. Das hab ich den Jungs auch gesagt: Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie mit der eigenen Mannschaft abgestiegen. Das will ich auch so beibehalten.

Ein Abschiedsspiel wird's aber nicht geben, nehme ich an?
Epker: Neee, das brauche ich auch nicht. Und wenn sich im nächsten Jahr beide Torhüter die Beine brechen, stehe ich mit Sicherheit auch nochmal Gewehr bei Fuß, bevor sie irgendeinen Exoten von außerhalb holen müssen....

Ist aber  selten, dass jemand nur zwei Vereine ins einer Laufbahn hatte..
Epker: Wettringen lebt natürlich von dem Zusammenhalt. Hier kennt jeder jeden, die Jungs gehen zum Fußball, die Mädchen gehen zum Handball - auch meine Clique ist über den Fußball so entstanden. Es ist ganz normal hier, man geht einfach zu Vorwärts Wettringen. Es gibt nur ganz, ganz wenige, die hier groß geworden sind und danach fünf, sechs verschiedene Vereine ausprobiert haben. Die Durchlässigkeit ist hier extrem.



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