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Oberliga Westfalen

Nick Selutin (l.) erzielte den 1:1-Ausgleich für die Preußen. Foto: Lehmann

Da wäre mehr drin gewesen


Von Fabian Renger

(01.05.23) Nur 13 Zähler in der Hinrunde, in der Rückrunde schon ganze 22: Der TuS Ennepetal ist voll im Flow, verlor bloß eines seiner 13 Rückrunden-Spiele. Der TuS sprüht daher nur so vor Selbstbewusstsein. Das spürte auch Preußen Münster II nun am eigenen Leib. Die Auswärtsreise des Spitzenreiters führte nämlich nun nach Ennepetal. Zurück ging's mit einem 1:1-Unentschieden. Die Umstände machten jedoch stutzig: Über 70 Minuten waren die Preußen in Überzahl unterwegs. Und in der Schlussminute verschossen sie obendrein einen Elfmeter.

Haken wir den doch gleich mal als erstes ab. Seongsun You dribbelte in die Box rein und wurde dabei zu Fall gebracht. Luca Steinfeldt, Matchwinner gegen die SF Lotte in der Vorwoche, nahm sich der Sache an. Er scheiterte allerdings an TuS-Torwart Marvin Weusthoff (90.). Kann mal passieren.

Was nicht passieren sollte: Wie die Preußen nach dem Platzverweis der Hausherren auftraten. Deniz Yazar sah glatt Rot (17.). Er ging im Duell mit Dildar Atmaca zu rustikal zu Werke. Das hätte den Gästen Sicherheit geben können, doch weit gefehlt. Direkt nach dem Platzverweis erspielte sich der TuS seine erste Torchance des Spiels. Statt Ennepetal müde zu machen und in Unterzahl zu bewegen, agierte Preußen superhektisch. Es schien, als hätten sich die Münsteraner gedacht: Ui, ein Mann mehr, jetzt müssen wir aber schleunigst ein Tor machen. Coolness war nicht zu spüren. Stattdessen: Viele Ballverluste, ein sehr unsauberes Positionsspiel. Ennepetal hingegen überzeugte mit einem gewissen Leidensfähigkeit und verdiente sich den Führungstreffer. Kevin Meckel traf kurz vorm Pausenpfiff zum 1:0 (44.).

Die Halbzeitpause kam den Gästen wie gerufen, sie nahmen ein paar Korrekturen vor. Und siehe da: Es wurde besser. "Wir haben das dann wirklich gut gemacht und haben genug Chancen, das Spiel gewinnen zu dürfen", so Preußens Übungsleiter Kieran Schulze-Marmeling. Doch Atmaca, Ansumana Nyassi, Tobias Heering und Co vergaben. Da musste sich schon Nick Selutin in ungeahnte Lüfte schwingen. Eine Flanke von Marius Mause landete auf dem zweiten Pfosten. Dort sollte sich Selutin in solchen Situation doch bitteschön häufiger aufhalten, hatte ihm das Trainerteam empfohlen. Und Selutin hörte. Dort nickte er die Flanke tatsächlich zum 1:1-Ausgleich weg (73.). "Er hat mir immer gesagt, dass er köpfen kann, ich habe gesagt: Ich wehre mich nicht, das auch mal zu sehen", kommentierte Schulze-Marmeling.

Weil Steinfeldt später aus elf Metern seinen Meister in Weusthoff fand, blieb's beim Remis.

TuS Ennepetal - Preußen Münster II 1:1 (1:0)
1:0 Meckel (44.), 1:1 Selutin (73.)
Bes. Vorkommnisse: Rote Karte für Ennepetals Deniz Yasar (17.), Preußens Luca Steinfeldt scheitert mit Foulelfmeter an TuS-Schnapper Marvin Weusthoff (90.)



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